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Bleistiftskizze: Ständer mit fünf Angelruten, deren Schnüre in einen Teich hängen, an einer hängt ein orange hervorgehobener Fisch, als Bild fürs Prompt-Set
AI-Suche & AEO/GEO

Prompt-Set

Das Keyword-Set für die KI-Suche. Mit einer festen Liste von Fragen misst du, ob ChatGPT, Perplexity und Google deine Marke nennen — und wie oft.

Auch bekannt alsPrompt-ListeTracking-Prompts

6 Min

Lesezeit

07.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Prompt-Set?

Im SEO hast du ein Keyword-Set: die Suchbegriffe, für die du deine Rankings beobachtest. Für die KI-Suche gibt es das Gegenstück — das Prompt-Set. Das ist eine feste Liste von Fragen, die ein Tool regelmäßig an ChatGPT, Perplexity, Gemini oder die AI Overviews von Google stellt.

Danach wertet das Tool die Antworten aus: Wird deine Marke genannt? Wird deine Website als Quelle verlinkt? Aus vielen Antworten entsteht eine Quote, etwa der Citation Share oder eine Sichtbarkeit in Prozent.

Der Begriff stammt aus der Tool-Branche, eine offizielle Definition von OpenAI oder Google gibt es nicht. SISTRIX nennt seine Funktion wörtlich so: Du legst ein Prompt-Set an, das Tool sammelt die KI-Antworten dazu.

Warum ein Prompt-Set anders tickt als ein Keyword-Set

Bei Google steht deine Seite für ein Keyword heute auf Platz 4 und morgen meist auch. KI-Antworten dagegen würfeln. Dieselbe Frage bringt bei jedem Durchlauf eine andere Liste von Marken.

Wie stark, hat SparkToro mit dem Tool-Anbieter Gumshoe gemessen: 600 Freiwillige stellten 12 Fragen jeweils rund 60- bis 100-mal an ChatGPT, Claude und Google AI. Die Chance, zweimal dieselbe Markenliste zu bekommen, lag unter 1 zu 100. Dieselbe Liste in derselben Reihenfolge kam seltener als einmal in 1.000 Durchläufen.

Keyword-Set

Prompt-Set

Eintrag

Stichwort

ganze Frage

Ergebnis

stabil

schwankt

Messgröße

Position

Anteil

Volumen

belegt

geschätzt

Auch die Plattformen unterscheiden sich stark. Ahrefs hat AI Mode und AI Overviews für dieselben Anfragen verglichen: Nur 13,7 % der zitierten Adressen waren gleich. Ein Prompt-Set musst du deshalb je Plattform getrennt auswerten.

Beispiele aus der Praxis

Beide Fälle stammen aus der SparkToro-Studie (USA, Ende 2025). Sie zeigen, was sich trotz aller Schwankung verlässlich messen lässt.

Case A · Präsenz statt Platz

Krebsklinik in ChatGPT

69 von 71

Antworten mit der Klinik

25

mal auf Platz 1

Präsenz = 69 / 71 = 97 %

Die Klinik City of Hope war fast immer dabei, der Platz wechselte ständig. Die Präsenz ist die belastbare Zahl.

Case B · Formulierung

142 Fragen nach Kopfhörern

142

verschiedene Formulierungen

55–77 %

Präsenz der Top-Marken

Formulierung fast egal, Absicht entscheidet

Die Fragen ähnelten sich kaum. Bose, Sony, Sennheiser und Apple tauchten trotzdem in mehr als der Hälfte der Antworten auf.

So baust du ein gutes Prompt-Set

  • Echte Fragen sammeln: aus Kundengesprächen, Support-Anfragen und deiner Search Console. Keywords dort in Gesprächsform umschreiben, wie es auch Peec AI empfiehlt.
  • Den ganzen Weg abdecken: Fragen zum Problem, zum Vergleich von Lösungen und zur Kaufentscheidung — nicht nur „Was ist das beste X?“.
  • Nach Zielgruppe und Region trennen: Eine Buyer Persona in Hamburg fragt anders als eine in Zürich.
  • Ohne deinen Markennamen fragen: Steht die Marke schon in der Frage, misst du nur, ob die KI sie wiederholt.
  • Fest lassen: Das Set bleibt über Monate gleich, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Die Größe hängt vom Tool ab. SISTRIX erlaubt im Prompt Monitoring je nach Paket 100 bis 1.500 Prompts mit täglicher Abfrage, Otterly.AI 15 bis 400. Eine feste „richtige“ Zahl nennt kein Anbieter.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Auf den Platz schauen

„Wir stehen in ChatGPT auf Platz 2!“ — beim nächsten Durchlauf vielleicht auf Platz 5. Rand Fishkin nennt Positionsangaben in KI-Listen schlicht unbrauchbar. Miss den Anteil der Antworten, in denen du vorkommst.

Fehler 2 · Jede Frage nur einmal stellen

Ein einzelner Durchlauf ist eine Momentaufnahme mit Zufall. Erst wiederholte Abfragen ergeben eine Quote. Peec AI fragt deshalb alle 24 Stunden ab und rät, auf Muster über die Zeit zu achten.

Fehler 3 · Plattformen in einen Topf werfen

ChatGPT, Perplexity und Google AI ziehen unterschiedliche Quellen heran. Eine Gesamtzahl über alle Plattformen verwischt genau die Unterschiede, an denen du arbeiten kannst.

Fehler 4 · Werte verschiedener Tools vergleichen

Ahrefs baut seine Prompts aus echten Suchanfragen seiner Keyword-Datenbank, andere Tools nutzen dein eigenes Set. Die Zahlen sind deshalb nicht 1:1 vergleichbar. Bleib für den Verlauf bei einem Tool.

Häufige Fragen

Wie viele Prompts brauche ich?

Eine feste Zahl nennt kein Anbieter. Für den Start reichen 20 bis 30 Fragen, die zu deinem Angebot passen. Wichtiger als die Menge ist, dass jede Frage oft genug abgefragt wird — täglich oder mehrfach im Durchlauf.

Warum nennt ChatGPT bei derselben Frage jedes Mal andere Marken?

Weil Sprachmodelle ihre Antworten mit Zufall erzeugen. In der SparkToro-Studie kam dieselbe Markenliste seltener als einmal in 100 Durchläufen. Deshalb misst ein Prompt-Set Quoten über viele Antworten, keine Einzelergebnisse.

Gibt es ein Suchvolumen für Prompts?

Nicht so belastbar wie bei Keywords. Einige Tools zeigen ein Prompt-Volumen, das ist aber eine Hochrechnung mit unklarer Methodik. Nimm es als groben Hinweis, nicht als Messwert.

Welche Tools arbeiten mit Prompt-Sets?

Zum Beispiel SISTRIX Prompt Monitoring, das AI Visibility Toolkit von Semrush, Ahrefs Brand Radar, Peec AI, Otterly.AI und Profound. Sie unterscheiden sich vor allem darin, welche KI-Plattformen sie abfragen und wie oft.

Sollte mein Markenname in den Prompts stehen?

In den meisten nicht. Du willst wissen, ob die KI dich von selbst empfiehlt. Ein paar Fragen mit Markennamen lohnen sich trotzdem — dann prüfst du, was die KI über dich erzählt und ob das stimmt.

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