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Tracking & Analytics

Google Analytics 4

GA4

GA4 ist das kostenlose Analyse-Tool von Google und läuft auf knapp jeder zweiten Website der Welt. Es zeigt dir, woher Besucher kommen und was sie tun — wenn du es richtig einrichtest und sie zustimmen.

Auch bekannt alsGoogle AnalyticsGA4-Property

6 Min

Lesezeit

24.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Google Analytics 4?

Google Analytics 4 beantwortet die Fragen, die nach jedem Werbe-Euro kommen: Wer war auf meiner Seite, woher kam er — und hat er getan, was ich wollte?

Dafür baust du ein kleines Skript in deine Website ein, das Google-Tag. Es meldet jede Aktion eines Besuchers an Google: Seite aufgerufen, gescrollt, Formular abgeschickt, gekauft. Google wertet das aus und zeigt es dir in Berichten.

GA4 ist kostenlos und das mit Abstand verbreitetste Tool seiner Art: Laut W3Techs läuft Google Analytics auf 46,9 % aller Websites weltweit (Stand Oktober 2026). Matomo kommt auf 1,4 %. Für große Unternehmen gibt es die kostenpflichtige Version Google Analytics 360.

Wie misst GA4?

Der große Unterschied zum Vorgänger: In GA4 ist alles ein Ereignis. Ein Seitenaufruf ist ein Ereignis, ein Klick auch, ein Kauf ebenso. Google nennt das ereignisbasiertes Datenmodell. Vier Begriffe solltest du kennen:

Begriff

Bedeutung

Ereignis

Eine einzelne Aktion, etwa ein Klick

Sitzung

Ein Besuch, endet nach 30 Minuten Pause

Key Event

Ein Ereignis, das für dich zählt

Engagement

Ein Besuch mit echtem Interesse

Als interaktionsreich zählt eine Sitzung, wenn sie länger als 10 Sekunden dauert, zwei oder mehr Seitenaufrufe hat oder ein Key Event enthält. Der Anteil dieser Sitzungen ist die Engagement-Rate. Die Absprungrate ist in GA4 einfach der Rest: 100 % minus Engagement-Rate.

Key Events hießen früher Conversions. Heute nennt GA4 nur noch die Key Events Conversions, die du an Google Ads weitergibst. In der kostenlosen Version kannst du bis zu 30 Key Events anlegen.

Einstellungen, die du kennen musst

  • Datenaufbewahrung: Standard sind 2 Monate, möglich sind 14. Das betrifft Explorationen und Trichter, nicht die Standardberichte — stell es trotzdem gleich am ersten Tag auf 14 Monate.
  • Erweiterte Messung: zählt Scrollen, ausgehende Klicks, Datei-Downloads und Videoaufrufe ohne zusätzlichen Code.
  • Verknüpfungen: mit Google Ads für Kosten und Conversions, mit der Search Console für organische Suchanfragen.
  • BigQuery-Export: kostenlos für bis zu 1 Million Ereignisse pro Tag — für alle, die eigene Auswertungen bauen wollen.

GA4 und die Einwilligung

GA4 setzt Cookies, um Besucher wiederzuerkennen — der wichtigste heißt „_ga“ und läuft standardmäßig zwei Jahre. Für Cookies, die nicht unbedingt nötig sind, verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung. Die deutschen Aufsichtsbehörden sagen dazu seit 2020: Google Analytics darf in der Regel nur mit Einwilligung laufen.

Praktisch heißt das: Erst wenn ein Besucher im Cookie-Banner zustimmt, darf GA4 messen. Der Consent Mode gibt diese Entscheidung an Google weiter. Für den Datentransfer in die USA stützt sich Google auf das EU-US Data Privacy Framework, nach dem es zertifiziert ist.

Die Folge: Ein Teil deiner Besucher fehlt in den Berichten. Lücken schätzen kann GA4 erst ab einer Mindestmenge — Google verlangt dafür an mindestens 7 Tagen jeweils 1.000 Ereignisse ohne Einwilligung und 1.000 Nutzer mit Einwilligung pro Tag. Die meisten kleinen Websites erreichen das nicht.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Rechnungen, die zeigen, wie GA4 zählt — beide konstruiert, aber mit Googles eigenen Regeln.

Case A · Engagement-Rate

Blog eines Steuerbüros

1.000

Sitzungen

420

interaktionsreich

Engagement-Rate = 420 / 1.000 = 42 %, Absprungrate 58 %

Wer 30 Sekunden einen Artikel liest und dann geht, zählt in GA4 nicht als Absprung — im Vorgänger schon. Vergleiche über die Umstellung hinweg sind deshalb wertlos.

Case B · Aufbewahrung

Shop will das Weihnachtsgeschäft vergleichen

2

Monate gespeichert

0

Vorjahresdaten in Explorationen

Der Trichter vom letzten Dezember ist nicht mehr auswertbar

Die Standardberichte zeigen das Vorjahr weiter. Für eigene Auswertungen ist es weg — und lässt sich nicht zurückholen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Die Absprungrate wie früher lesen

Die Absprungrate in GA4 hat mit der alten nur den Namen gemeinsam. Sie ist das Gegenteil der Engagement-Rate. Werte aus Universal Analytics daneben zu legen, führt zu falschen Schlüssen.

Fehler 2 · Keine Key Events festlegen

Ohne Key Events zeigt dir GA4 Besucher, aber keinen Erfolg. Leg fest, was für dich zählt — Anfrage, Anruf, Kauf — und markiere genau diese Ereignisse. Mehr als eine Handvoll braucht kaum ein kleines Unternehmen.

Fehler 3 · GA4 für vollständig halten

Wer Cookies ablehnt oder einen Werbeblocker nutzt, fehlt. Deshalb weichen GA4, dein Shop und Google Ads fast immer voneinander ab. Für Trends taugt GA4 trotzdem — als exakte Zählung nicht.

Fehler 4 · Consent Mode für einen Cookie-Banner halten

Der Consent Mode holt keine Einwilligung ein, er gibt sie nur weiter. Google schreibt selbst: Für die Einwilligung bist du verantwortlich. Du brauchst also beides — einen Banner und den Consent Mode.

So startest du mit GA4

  1. Property anlegen unter analytics.google.com und den Datenstream für deine Website erstellen.
  2. Tag einbauen: direkt, über ein Plugin oder über den Google Tag Manager — und nur nach Einwilligung auslösen.
  3. Aufbewahrung auf 14 Monate stellen, interne Zugriffe herausfiltern.
  4. Key Events markieren, etwa das Absenden deines Kontaktformulars.
  5. Google Ads und Search Console verknüpfen, damit Kosten und Suchanfragen neben den Besuchen stehen.

Häufige Fragen

Ist Google Analytics 4 kostenlos?

Ja. Die Standardversion kostet nichts, Google bezahlt sich über die Verknüpfung mit seinen Werbeprodukten. Für große Unternehmen gibt es Google Analytics 360 mit mehr Datenvolumen, längerer Aufbewahrung und Service-Zusagen. Den Preis dafür nennt Google nicht öffentlich.

Brauche ich für GA4 einen Cookie-Banner?

In der Regel ja. GA4 setzt Cookies, die für den Betrieb deiner Website nicht unbedingt nötig sind, und dafür verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung. Die deutschen Aufsichtsbehörden sehen das genauso. Die Einwilligung holst du über einen Cookie-Banner ein, keine Rechtsberatung.

Was ist der Unterschied zwischen GA4 und Universal Analytics?

Universal Analytics zählte Sitzungen und Treffer verschiedener Typen. GA4 zählt alles als Ereignis und rechnet Sitzungen daraus. Dazu kommen neue Kennzahlen wie die Engagement-Rate und eine andere Absprungrate. Universal Analytics ist seit 2023 abgeschaltet.

Wie lange speichert GA4 meine Daten?

In der kostenlosen Version wahlweise 2 oder 14 Monate. Das gilt für die Detaildaten in Explorationen und Trichtern. Die Standardberichte zeigen auch ältere Zeiträume. Wer länger auswerten will, exportiert die Daten nach BigQuery.

Gibt es Alternativen zu GA4?

Ja, etwa Matomo, das du auch selbst hosten kannst, oder Plausible und etracker. Manche davon arbeiten ohne Cookies. Ob sie damit ohne Einwilligung laufen dürfen, hängt laut Datenschutzkonferenz von Einstellung und Zweck ab — eine pauschale Freigabe gibt es nicht.

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