Was ist der Consent Mode?
Der Consent Mode klärt eine Frage, die sich jede Website mit Google-Tags stellen muss: Was dürfen Analytics und Ads noch tun, wenn ein Besucher auf „Ablehnen“ klickt?
Auf Deutsch heißt er Einwilligungsmodus. Er übermittelt Google, wozu ein Besucher zugestimmt hat. Die Tags — kleine Code-Schnipsel von Google auf deiner Seite — richten sich danach. Google hat ihn 2020 vorgestellt. Seit November 2023 gilt Version 2 mit vier Signalen.
Genauso wichtig ist, was er nicht ist:
- Kein Cookie-Banner: Google liefert laut eigener Hilfe weder Banner noch Widget.
- Keine Einwilligung: Die einzuholen bleibt deine Pflicht.
- Kein Speicher: Die Entscheidung merkt sich dein Banner-Werkzeug, nicht der Consent Mode.
Welche Signale gibt es?
Version 2 kennt vier Signale für Werbung und Analyse. Jedes steht auf „granted“ (erlaubt) oder „denied“ (abgelehnt).
Signal
Regelt
ad_storage
Cookies für Werbung
analytics_storage
Cookies für Analyse
ad_user_data
Nutzerdaten für Werbung an Google senden
ad_personalization
Personalisierte Werbung
Der Ablauf hat zwei Schritte. Beim Laden setzt die Seite einen Standardwert — und zwar vor allen Google-Tags. Für Besucher aus Europa heißt der „denied“. Nach dem Klick im Banner folgt das Update mit der echten Entscheidung.
Basic oder Advanced?
Es gibt zwei Arten, den Consent Mode einzubauen:
- Basic: Die Google-Tags bleiben blockiert, bis jemand im Banner entscheidet. Bei Ablehnung geht nichts an Google.
- Advanced: Die Tags laden sofort. Bei Ablehnung senden sie „cookielose Pings“ — Zeitstempel, Browserkennung, verweisende Seite und den Einwilligungsstatus. Laut Google kann auch die IP-Adresse dabei sein.
Aus diesen Pings schätzt Google, was fehlt. Das heißt Modellierung, und sie hat Schwellen: In Google Ads braucht es 700 Anzeigenklicks in sieben Tagen, je Land und Domain. In Google Analytics 4 braucht es täglich 1.000 Ereignisse von Ablehnern an sieben Tagen — und 1.000 zustimmende Nutzer täglich an sieben der letzten 28 Tage.
Ist der Consent Mode Pflicht?
Gesetzlich nein. Google verlangt aber seit März 2024 Einwilligungssignale für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum — über den Consent Mode oder den Branchenstandard TCF. Fehlen sie, landen diese Besucher nicht mehr in deinen Zielgruppen. Bei Verstößen kann Google Remarketing und die Messung von Conversions aussetzen.
Microsoft zieht nach: Für Microsoft Advertising sind solche Signale seit dem 5. Mai 2025 Pflicht.
Das Gesetz dahinter ist ein anderes. In Deutschland regelt § 25 TDDDG, dass du nur mit Einwilligung etwas auf dem Gerät eines Besuchers speichern oder auslesen darfst. Für die Daten selbst gilt die DSGVO. Ob Advanced-Pings ohne Einwilligung zulässig sind, ist ungeklärt. Eine Aussage der Datenschutzbehörden dazu gibt es nicht. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied aber 2025: Schon der Google Tag Manager braucht eine Einwilligung.
Beispiele aus der Praxis
Zwei Rechnungen, die zeigen, warum die Schwellen so wichtig sind. Die Ausgangswerte sind angenommen.
Case A · Analytics
10.000 Besucher im Monat, 45 % lehnen ab
5.500
Besucher sichtbar
183
Zustimmende pro Tag
Modellierung: greift nicht
Nötig wären 1.000 zustimmende Nutzer am Tag. Die Lücke von 4.500 Besuchern bleibt — auch mit Advanced.
Case B · Google Ads
60 Anzeigenklicks am Tag in Deutschland
420
Klicks in 7 Tagen
700
Schwelle
Modellierung: nicht aktiv
Ab 100 Klicks am Tag wäre die Schwelle erreicht. Darunter zählt Google nur, was es direkt beobachtet.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Consent Mode mit dem Banner verwechseln
„Wir haben Consent Mode, wir brauchen kein Banner“ — doch. Der Consent Mode transportiert nur eine Entscheidung. Abfragen muss sie jemand anderes.
Fehler 2 · Der Standardwert fehlt oder kommt zu spät
Der Standard muss gesetzt sein, bevor das erste Google-Tag feuert. Lädt dein Banner zu langsam, sind die Tags schneller — und laufen ohne Vorgabe.
Fehler 3 · Nur zwei von vier Signalen senden
Alte Einbauten kennen nur die beiden Signale von 2020. Ohne ad_user_data und ad_personalization fehlt Google die Erlaubnis für Conversion-Messung und Remarketing.
Fehler 4 · Das Update kommt nie an
Der Besucher stimmt zu, aber das Banner meldet es nicht weiter. Alles bleibt auf „denied“. Du verlierst Daten von Leuten, die einverstanden waren.
Wie richtest du ihn ein?
- Banner-Werkzeug wählen: eine Consent-Management-Plattform, die Version 2 unterstützt. Für WordPress tun das etwa Borlabs Cookie und Real Cookie Banner.
- Standard setzen: alle vier Signale auf „denied“.
- Tags prüfen: Im Google Tag Manager zeigt die Einwilligungsübersicht, welches Tag welche Erlaubnis braucht.
- Testen: Googles Tag Assistant zeigt dir Standardwert und Update. Stehen nach deinem Klick alle vier Signale richtig, passt es.
Häufige Fragen
Ersetzt der Consent Mode das Cookie-Banner?
Nein. Er liefert kein Banner und holt keine Einwilligung ein. Er gibt nur weiter, was der Besucher im Banner gewählt hat. Banner und Consent Mode arbeiten zusammen.
Was passiert, wenn ich den Consent Mode nicht einbaue?
Für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum bekommt Google dann keine Einwilligungssignale. Diese Besucher fehlen in deinen Zielgruppen für Remarketing. Google prüft die Einhaltung und kann Zielgruppen-Funktionen und Conversion-Messung aussetzen. Wer nur Analytics ohne Werbung nutzt, spürt davon weniger.
Ab wann modelliert Google fehlende Daten?
In Google Ads ab 700 Anzeigenklicks in sieben Tagen je Land und Domain. In Google Analytics 4 ab 1.000 Ereignissen pro Tag von Ablehnern und 1.000 zustimmenden Nutzern pro Tag, jeweils über mehrere Tage — und nur mit der Advanced-Variante. Eine Garantie gibt Google nicht.
Wie prüfe ich, ob der Consent Mode richtig läuft?
Mit Googles Tag Assistant. Dort siehst du das erste Einwilligungs-Ereignis mit dem Standardwert und nach deinem Klick im Banner das Update. In Google Ads erscheint der Status unter Diagnose, meist nach 48 Stunden.