Was ist eine Entität?
Tipp „Jaguar“ in eine Suchmaschine. Meinst du das Tier oder die Automarke? Das Wort ist dasselbe, die Sache dahinter nicht. Genau diese Sache nennen Suchmaschinen eine Entität: ein eindeutig bestimmbares Ding, egal wie man es schreibt.
Google beschreibt Entitäten schlicht als „Person, Ort oder Ding“. Typische Entitäten:
- Personen — etwa eine Unternehmerin oder ein Autor
- Organisationen — dein Unternehmen, ein Verein, eine Behörde
- Orte — eine Stadt, ein Geschäft, ein Gebäude
- Produkte und Werke — ein Buch, eine Software, ein Film
- Begriffe und Ereignisse — „Conversion Rate“, eine Messe
2012 hat Google das Prinzip auf die Formel „things, not strings“ gebracht: Dinge statt Zeichenketten. Ein Keyword ist eine Zeichenkette, die jemand eintippt. Die Entität ist das, was er damit meint.
Wo Google Entitäten speichert
Google sammelt Entitäten in einer riesigen Datenbank, dem Knowledge Graph. Jede Entität ist dort ein Knoten, die Beziehungen sind die Verbindungen: „Person X gründete Firma Y“, „Firma Y sitzt in Stadt Z“.
Jahr
Knowledge Graph laut Google
2012
über 500 Mio. Objekte, über 3,5 Mrd. Fakten
2020
über 5 Mrd. Entitäten, über 500 Mrd. Fakten
Neuere offizielle Zahlen hat Google nicht veröffentlicht. Sichtbar wird der Knowledge Graph im Knowledge Panel, dem Infokasten neben den Suchergebnissen. Ein solches Panel entsteht laut Google automatisch, wenn es im Netz genug Informationen über eine Entität gibt. Eine öffentliche Schwester-Datenbank ist Wikidata mit über 120 Millionen Einträgen.
Warum Entitäten für die KI-Suche zählen
KI-Antworten in AI Overviews oder ChatGPT nennen Marken, Produkte und Personen. Damit deine Marke dort auftaucht, muss das System sie als eindeutige Entität kennen — und wissen, wofür sie steht.
Was dabei hilft, zeigt eine Auswertung von Ahrefs (2025, 75.000 Marken): Am stärksten hing die Zahl der Nennungen in AI Overviews damit zusammen, wie oft die Marke im Web erwähnt wird. Backlinks spielten eine deutlich kleinere Rolle:
Studie · AI Overviews
Was mit Nennungen zusammenhängt
0,664
Markennennungen im Web
0,218
Zahl der Backlinks
Erwähnungen hängen dreimal so stark mit KI-Nennungen zusammen wie Links.
Korrelationen, keine Ursachen — und nur Marken mit gewisser Größe. Für kleine Marken ist das ein Hinweis, kein Gesetz.
Studie · Verteilung
Marken nach Web-Erwähnungen
169
Nennungen, oberstes Viertel
26 %
Marken ganz ohne Nennung
Das zweite Viertel kam nur noch auf 14 Nennungen.
KI-Sichtbarkeit ist extrem ungleich verteilt: Wer viel erwähnt wird, wird viel genannt.
Google sagt zugleich: Für AI Overviews und den KI-Modus brauchst du kein spezielles Markup und keine besonderen Dateien. Es gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Entität und Keyword gleichsetzen
Wer nur Keywords zählt, optimiert auf Wörter. Suchmaschinen verstehen aber Themen und Zusammenhänge. Ein Text über „Jaguar“, der nie klar macht, ob Tier oder Auto, ist für Google schwer einzuordnen.
Fehler 2 · Uneinheitliche Angaben im Netz
Auf der Website heißt die Firma „Müller Haustechnik GmbH“, im Branchenbuch „Haustechnik Müller“, auf Facebook steht eine alte Adresse. Für Maschinen sieht das nach drei verschiedenen Dingen aus. Halte Name, Adresse und Beschreibung überall gleich.
Fehler 3 · Ein Knowledge Panel erzwingen wollen
Mit Markup allein bekommst du kein Panel. Es entsteht, wenn das offene Web genug über dich weiß. Personen und Marken können ein bestehendes Panel beanspruchen; lokale Unternehmen sollen laut Google stattdessen ihr Unternehmensprofil pflegen.
So machst du deine Marke zur eindeutigen Entität
- Strukturierte Daten für dein Unternehmen setzen (Organization oder LocalBusiness). Laut Google hilft das, dich von Namensvettern zu unterscheiden. Yoast SEO gibt das Grundgerüst schon aus.
- Profile verknüpfen: Im Feld sameAs der strukturierten Daten nennst du deine offiziellen Profile, etwa LinkedIn, Instagram oder ein Bewertungsportal.
- Google-Unternehmensprofil anlegen und aktuell halten — für lokale Betriebe der wichtigste Schritt.
- Über dich schreiben lassen: Fachartikel, Interviews, Branchenverzeichnisse. Erwähnungen machen dich für Maschinen greifbar.
- Klar schreiben: In deinen Texten Begriffe sauber benennen, Zusammenhänge erklären, Personen und Produkte beim Namen nennen.
Prüfen kannst du das mit Google-eigenen Werkzeugen: dem Test für Rich-Suchergebnisse, der Natural Language API (sie erkennt Entitäten in einem Text und unterstützt Deutsch) und dem Schema Markup Validator.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Entität und Keyword?
Ein Keyword ist die Zeichenfolge, die jemand eintippt. Die Entität ist die Sache, die er meint. „Jaguar“ ist ein Keyword, dahinter stecken mindestens zwei Entitäten: das Tier und die Automarke.
Brauche ich einen Wikipedia-Eintrag, um eine Entität zu sein?
Nein. Wikipedia und Wikidata helfen großen Marken, sind für kleine Unternehmen aber selten erreichbar. Wichtiger sind einheitliche Angaben auf deiner Website, im Google-Unternehmensprofil und in deinen Profilen, verknüpft über strukturierte Daten.
Hilft Schema-Markup bei ChatGPT und AI Overviews?
Google sagt, für seine KI-Funktionen ist kein spezielles Markup nötig. Strukturierte Daten helfen trotzdem, weil sie deine Marke eindeutig beschreiben — sie müssen aber zum sichtbaren Text passen. Erwähnungen im Web scheinen für KI-Nennungen mehr zu bewirken.
Wie bekomme ich ein Knowledge Panel?
Es entsteht automatisch, wenn Google genug Informationen über dich findet. Ein bestehendes Panel kannst du über ein offizielles Profil beanspruchen. Für lokale Unternehmen ist das Google-Unternehmensprofil der richtige Weg.
Quellen
- Google: Introducing the Knowledge Graph
- Google: A reintroduction to our Knowledge Graph and knowledge panels
- Wikidata: Statistiken
- Ahrefs: AI Overview Brand Correlation
- Google Search Central: KI-Funktionen und deine Website
- Google Search Central: Strukturierte Daten für Organisationen
- Google-Hilfe: Knowledge Panel beanspruchen