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Bleistiftskizze zum Begriff Ankertext
SEO

Ankertext

Die paar Wörter, auf die man klickt. Sie sagen Lesern und Google, was hinter dem Link wartet — und „hier klicken“ sagt gar nichts.

Auch bekannt alsAnchor TextLinktextVerweistextAnchortext

5 Min

Lesezeit

25.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Ankertext?

Wenn du auf einen Link klickst, klickst du auf Wörter. Diese Wörter sind der Ankertext, auch Linktext genannt. Google definiert ihn genau so: der sichtbare Text eines Links.

Er hat zwei Leser. Menschen entscheiden anhand des Ankertexts, ob sie klicken. Und Google liest daraus, worum es auf der verlinkten Seite geht. Bei einem Bild als Link nimmt Google den Alt-Text des Bildes als Ankertext.

Guter und schlechter Ankertext

Google gibt in seiner Anleitung zu Links selbst Beispiele. Der Test dahinter ist simpel: Lies den Ankertext ohne den Satz drumherum. Verstehst du, wohin er führt?

Ankertext

Urteil

„Klicken Sie hier“

zu allgemein

„Weitere Informationen“

zu allgemein

ein ganzer Halbsatz

zu lang

fünf Ein-Wort-Links hintereinander

verwirrend

„Liste der Käsesorten“

gut

Gut ist also: kurz, konkret und passend zum Ziel. Google beschreibt das als prägnant und relevant. Eine feste Zeichenzahl gibt es nicht. Und ein Satz für alle, die jetzt Keywords stapeln wollen: Laut Google verstoßen überflüssige Keywords im Ankertext gegen die Spam-Richtlinien.

Ankertext in Backlinks

Bei Links von fremden Seiten bestimmst du den Ankertext meist nicht selbst. Das ist gut so. Wer ihn steuert, etwa über gekaufte Gastartikel, landet schnell beim Linkspam. Google nennt ausdrücklich Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen als Beispiel.

Googles eigenes Negativbeispiel: Ein Text über Hochzeiten, in dem „Trauringe“, „Hochzeit“, „besten Ring“, „Blumen“ und „Brautkleid“ jeweils auf eine andere Shopseite verlinken. Jeder Leser merkt, dass hier nicht empfohlen, sondern verkauft wird.

2012 griff Google mit dem Penguin-Update gegen Webspam und Link-Schemata durch; in Sprachen wie Deutsch betraf es rund 3 % der Suchanfragen spürbar. Seit 2016 ist Penguin Teil des Kernalgorithmus, seit 2022 neutralisiert das System SpamBrain unnatürliche Links. Heute werden solche Links meist einfach entwertet — der Aufwand war dann umsonst.

Häufige Fehler

Fehler 1 · „Hier klicken“ und „Mehr erfahren“

Verschenkt. Google stuft solche Texte als zu allgemein ein, und das Prüftool Lighthouse in Chrome meldet englische Varianten wie „click here“ oder „learn more“ als nicht beschreibend. Wer Links überfliegt, etwa mit einem Screenreader, hört zehnmal „hier“.

Fehler 2 · Überall das gleiche Keyword

„Steuerberater Hamburg“ als Ankertext in jedem Backlink sieht nicht natürlich aus, weil es nicht natürlich ist. Eine Anbieterstudie von Ahrefs (2019, englische Keywords) fand nur einen schwachen Zusammenhang zwischen exakten Keyword-Ankern und Rankings und rät: Versuch nicht, die Verteilung zu steuern.

Fehler 3 · Ganze Sätze verlinken

Je länger der Link, desto unklarer, worum es geht. Verlinke den Kern, nicht den Satz drumherum.

Fehler 4 · Bild-Links ohne Alt-Text

Ein verlinktes Logo ohne Alt-Text ist ein Link ohne Ankertext. Google weiß nicht, wohin er führt, und ein Screenreader liest im schlimmsten Fall den Dateinamen vor.

Ankertext bei internen Links

Hier hast du alles selbst in der Hand — nutze es. Google rät, bei internen Links besonders auf den Ankertext zu achten. Und jede wichtige Seite sollte von mindestens einer anderen Seite deiner Website verlinkt sein. Eine magische Zahl von Links pro Seite gibt es laut Google nicht.

  • Beschreibe das Ziel: „Preise für Wartungsverträge“ statt „hier“.
  • Variiere natürlich: Dieselbe Seite darf mal „Wartungsvertrag“, mal „Preise für die Wartung“ heißen.
  • Prüf regelmäßig: Der Linkbericht der Google Search Console zeigt die häufigsten Texte, mit denen andere auf dich verlinken. Screaming Frog findet interne Links ohne Ankertext.

Häufige Fragen

Ist Ankertext dasselbe wie Linktext?

Ja. Google benutzt beide Wörter gleich. Im Englischen heißt es Anchor Text, weil der Link im HTML ein a-Element ist — a wie anchor, Anker.

Darf mein Keyword im Ankertext stehen?

Ja, wenn es natürlich klingt und die Zielseite beschreibt. Bei internen Links ist das sogar sinnvoll. Problematisch wird es, wenn Keywords gestapelt oder Backlinks gezielt mit Keyword-Ankern gestreut werden — das wertet Google als Linkspam.

Wie lang sollte ein Ankertext sein?

So kurz, dass er auf einen Blick passt, und so lang, dass er ohne Umgebung verständlich ist. Meist sind das zwei bis fünf Wörter. Google nennt keine feste Länge, nur „prägnant“.

Wo sehe ich, mit welchen Texten andere auf meine Seite verlinken?

Im Linkbericht der Google Search Console. Dort steht eine Tabelle mit den häufigsten verweisenden Texten externer Links. Links ohne Text, etwa Bilder ohne Alt-Text, erscheinen dort als „(leer)“.

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