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Bleistiftskizze: Ein kantiger und ein runder Roboter tauschen auf einem Tisch eine orange Karte, daneben geschlossene Schränke, als Bild für A2A
KI im Marketing

Agent2Agent-Protokoll

A2A

Damit KI-Agenten verschiedener Hersteller miteinander arbeiten können, brauchen sie eine gemeinsame Sprache. A2A ist diese Sprache — ein offener Standard, hinter dem inzwischen über 150 Organisationen stehen.

Auch bekannt alsAgent-to-Agent ProtocolA2A-ProtokollAgent2Agent Protocol

6 Min

Lesezeit

07.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist das Agent2Agent-Protokoll?

Dein Kampagnen-Agent in HubSpot soll beim Agenten deiner Druckerei Preis und Liefertermin für 5.000 Flyer erfragen. Beide stammen von unterschiedlichen Herstellern. Wie verständigen sie sich? Genau dafür gibt es das Agent2Agent-Protokoll, kurz A2A.

A2A ist ein offener Standard für die Kommunikation zwischen KI-Agenten. Ein Protokoll ist eine Verständigungsregel — so wie HTTP regelt, wie Browser und Webserver reden. Die Agenten bleiben dabei „opak“: Keiner sieht das Innenleben des anderen, also Speicher, Werkzeuge oder Logik. Sie tauschen nur aus, was sie über die Schnittstelle herausgeben.

  • April 2025: Google stellt A2A mit mehr als 50 Partnern vor, darunter Salesforce, SAP, PayPal und Atlassian.
  • Juni 2025: A2A wird ein Projekt der Linux Foundation, unterstützt von über 100 Firmen wie AWS, Microsoft und Cisco.
  • März 2026: Version 1.0 erscheint als erste stabile Fassung.
  • August 2026: A2A wechselt zur Agentic AI Foundation, wo auch das Model Context Protocol liegt.

Wie funktioniert A2A?

Die Spezifikation in Version 1.0 kennt eine Handvoll Bausteine:

Baustein

Was er tut

Agent Card

Visitenkarte: wer der Agent ist, was er kann, wie man sich anmeldet

Task

eine Aufgabe mit Status von „eingereicht“ bis „erledigt“

Message

ein Gesprächszug mit Text, Datei oder Daten

Artifact

das Ergebnis, etwa ein Dokument oder Bild

Die Agent Card liegt als kleine Datei auf der Website des Anbieters, unter einem festen Pfad. So findet ein anderer Agent heraus, ob er hier richtig ist. Aufgaben können lange laufen und unterwegs nachfragen — etwa wenn eine Freigabe oder eine Zusatzinformation fehlt. Technisch läuft alles über bekannte Web-Standards. Wer mitreden will, muss sich anmelden: Anfragen ohne gültige Zugangsdaten muss der Server ablehnen.

Wo A2A schon eingesetzt wird

Messbare Ergebnisse aus der Praxis gibt es noch keine. Google nannte 2025 aber erste Einsätze:

  • Adobe verbindet seine Agenten per A2A mit Agenten aus dem Google-Cloud-Umfeld, um Content-Abläufe über mehrere Systeme zu steuern.
  • Tyson Foods und Gordon Food Service lassen ihre Agenten Produktdaten und Leads in Echtzeit austauschen.
  • ServiceNow bündelt eigene, Kunden- und Partner-Agenten in einem gemeinsamen Netz.

Unterstützt wird A2A inzwischen direkt von Google Cloud, AWS und Microsoft Azure sowie von Frameworks für Agenten wie LangGraph und CrewAI. Offizielle Software-Bausteine gibt es für sechs Programmiersprachen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · A2A und MCP für Konkurrenten halten

Beide ergänzen sich. Die A2A-Doku bringt es auf den Punkt: A2A verbindet die Agenten miteinander, MCP verbindet jeden Agenten mit seinen eigenen Werkzeugen. Das Beispiel dort: Ein Werkstatt-Agent spricht per A2A mit dem Mechaniker-Agenten, der Mechaniker nutzt per MCP Diagnosegerät und Handbuch.

Fehler 2 · A2A für ein Produkt halten

A2A ist weder eine KI noch ein Tool zum Installieren. Es ist eine Regel. Nutzen hast du nur, wenn deine Plattformen sie umsetzen — und das entscheidet meist der Anbieter, nicht du.

Fehler 3 · Fremden Agenten blind vertrauen

Die Agenten sehen sich zwar nicht gegenseitig in die Karten. Aber was dein Agent herausgibt, ist draußen. Jeder fremde Agent ist ein Vertragspartner, bei Kundendaten mit allen Pflichten nach DSGVO. Kläre, welche Daten dein Agent teilen darf.

Fehler 4 · Alten Anleitungen folgen

Bis März 2026 gab es nur Vorversionen. Version 1.0 hat einiges geändert, auch den Dateinamen der Agent Card. Prüf bei Anleitungen das Datum.

Was heißt das für dich?

Als kleines Unternehmen baust du A2A nicht selbst. Wichtig wird es, wenn du Werkzeuge auswählst: Kann der Agent deines CRM oder Shopsystems mit anderen sprechen, oder bleibt er eine Insel? Und wer selbst Leistungen anbietet, sollte im Blick behalten, dass künftig auch die Agenten der Kunden anfragen — per A2A und, beim Bezahlen, über das darauf aufbauende Agent Payments Protocol.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen A2A und MCP?

MCP verbindet einen KI-Agenten mit Werkzeugen und Daten, etwa CRM, Kalender oder Datenbank. A2A verbindet Agenten miteinander, auch über Hersteller- und Firmengrenzen hinweg. Viele Systeme nutzen beides, beide Projekte liegen inzwischen bei der Agentic AI Foundation.

Brauche ich als kleines Unternehmen A2A?

Nicht direkt. Du nutzt A2A über deine Software, wenn deren Anbieter es eingebaut hat. Interessant wird es, sobald deine Agenten mit denen von Dienstleistern, Lieferanten oder Kunden zusammenarbeiten sollen.

Was ist eine Agent Card?

Eine kleine Datei, die ein Agent auf seiner Website veröffentlicht, wie eine Visitenkarte. Sie nennt, was der Agent kann, unter welcher Adresse er erreichbar ist und wie man sich bei ihm anmeldet. Andere Agenten lesen sie, bevor sie eine Aufgabe schicken.

Kostet A2A etwas?

Das Protokoll selbst ist offen und frei nutzbar, die Software-Bausteine stehen unter einer Open-Source-Lizenz. Kosten entstehen bei den Plattformen und Agenten, die du einsetzt — nicht durch A2A.

Was hat A2A mit Bezahlen zu tun?

Google hat im September 2025 das Agent Payments Protocol vorgestellt, das als Erweiterung von A2A genutzt werden kann. Es regelt, wie ein Agent nachweist, dass er im Auftrag eines Menschen einkaufen darf — über digital signierte Vollmachten.

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