Was ist Deep Research?
Deep Research ist ein Modus, in dem eine KI selbstständig recherchiert. Statt in Sekunden aus wenigen Quellen zu antworten, macht sie einen Plan, sucht in mehreren Runden, liest die Funde und entscheidet dann, wonach sie als Nächstes sucht. Am Ende steht ein ausführlicher Bericht mit Quellenangaben.
Man spricht von einem agentischen Modus: Die KI arbeitet wie ein Agent einen Auftrag Schritt für Schritt ab. Google beschreibt Gemini Deep Research genau so, mit einem Rechercheplan, den du vorher prüfen und ändern kannst.
Wer bietet Deep Research an?
Anbieter
Start
Google Gemini (Deep Research)
Dezember 2024
ChatGPT (Deep Research)
Februar 2025
Perplexity (Deep Research)
Februar 2025
Microsoft 365 Copilot (Researcher)
März 2025
Claude (Research)
April 2025
Google-Suche (Deep Search im AI Mode)
angekündigt Mai 2025
Die Namen unterscheiden sich, das Prinzip ist gleich. Perplexity spricht von Dutzenden Suchen und Hunderten Quellen in zwei bis vier Minuten. Google beschrieb Deep Search als Query Fan-out „auf der nächsten Stufe“, mit Hunderten Suchen pro Bericht. Wie viele Berichte du bekommst, hängt vom Tarif ab und ändert sich oft.
Wie zuverlässig sind die Berichte?
Viele Quellen heißt nicht automatisch richtige Quellen. Forscher haben die Modi im Juni 2025 mit dem „DeepResearch Bench“ getestet, 100 anspruchsvollen Aufgaben aus 22 Fachgebieten:
Test A · Gemini
Gemini Deep Research
111
Zitate je Bericht
81 %
Zitate, die stimmen
Die meisten Quellen im Test
Viele Belege, aber fast jedes fünfte Zitat stützt die Aussage nicht.
Test B · Perplexity
Perplexity Deep Research
31
Zitate je Bericht
90 %
Zitate, die stimmen
Die höchste Zitiergenauigkeit im Test
Weniger Quellen, dafür treffsicherer zugeordnet.
Heißt im Klartext: Bei jedem zehnten bis fünften Zitat stützt die Quelle die Aussage nicht. Deep Research verringert Halluzinationen, schließt sie aber nicht aus. Anthropic berichtet außerdem, dass frühe Versionen seines Recherche-Agenten SEO-optimierte Content-Farmen gegenüber maßgeblichen Quellen bevorzugten. Das wurde gezielt nachgebessert.
Was Deep Research für deine Website bedeutet
- Mehr Plätze für Zitate: Ein Bericht nennt Dutzende Quellen statt einer Handvoll. Auch Fach- und Nischenseiten haben eine Chance, nicht nur die ersten drei Treffer.
- Substanz gewinnt: Anbieter trainieren ihre Agenten ausdrücklich weg von dünnen Texten. Eigene Daten, klare Fakten mit Quelle und echte Fachkunde werden belohnt.
- Zitat ist nicht Klick: Wer den Bericht liest, öffnet selten die Quellen. Eine Erwähnung ist eher Markenpräsenz als Besucherquelle.
- Fehlzitate möglich: Deine Marke kann mit Aussagen verknüpft werden, die nicht von dir stammen. Prüf ab und zu, was Berichte über dich sagen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Zitiert heißt geprüft
Die Quellenangaben wirken seriös, sind aber nicht immer korrekt zugeordnet. Prüf wichtige Zahlen im Original, bevor du sie in eine Präsentation oder ein Angebot übernimmst.
Fehler 2 · Deep Research mit der normalen Websuche verwechseln
Die Websuche im Chat antwortet in Sekunden aus wenigen Treffern. Deep Research arbeitet minutenlang in mehreren Runden. Für eine schnelle Faktenfrage ist es zu viel, für eine Marktübersicht genau richtig.
Fehler 3 · Namen durcheinanderbringen
Google hat Deep Research in der Gemini-App und Deep Search in der Suche, Microsoft nennt es Researcher, Anthropic schlicht Research. Gemeint ist jeweils ein eigener Recherche-Agent, nicht dieselbe Funktion.
So wirst du zitierfähig
- Eigene Zahlen veröffentlichen: Umfragen, Auswertungen, Preise. Primärdaten sind das, was Agenten suchen.
- Klar und belegt schreiben: Kernaussage zuerst, Zahlen mit Jahr und Quelle.
- Zugänglich bleiben: Seiten müssen für die Crawler der KI-Anbieter erreichbar und ohne Login lesbar sein.
- Selbst testen: Lass ein Deep Research zu deinem Thema laufen und schau, wer zitiert wird und warum.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Deep Research und einer normalen KI-Antwort?
Eine normale Antwort kommt in Sekunden aus wenigen Quellen. Deep Research plant, sucht in vielen Runden, liest Dutzende bis Hunderte Seiten und liefert nach Minuten einen Bericht.
Wie lange dauert ein Deep-Research-Bericht?
Je nach Anbieter und Frage einige Minuten. Perplexity nennt zwei bis vier Minuten, bei anderen Anbietern kann es länger dauern.
Wie zuverlässig sind die Quellen?
In einem Test von 2025 stützten je nach Anbieter 78 bis 90 % der Zitate die jeweilige Aussage. Wichtige Angaben solltest du im Original prüfen.
Ist Deep Research kostenlos?
Teilweise. Die meisten Anbieter bieten wenige Berichte gratis und mehr in bezahlten Tarifen. Die Grenzen ändern sich häufig.
Was ist der Unterschied zwischen Deep Research und Deep Search?
Deep Research heißt die Funktion in der Gemini-App und bei ChatGPT oder Perplexity. Deep Search nannte Google die vergleichbare Stufe im AI Mode der Google-Suche.