Der n8n vs Make Vergleich ist eine der häufigsten Fragen, die ich von KMUs und Solopreneuren höre, die ihre Prozesse automatisieren wollen. Die kurze Antwort: Make eignet sich besser für Einsteiger mit vielen App-Verbindungen, n8n punktet bei technischen Teams, die Datenkontrolle und Flexibilität brauchen. Beide Tools automatisieren Workflows visuell — der Unterschied liegt im Detail.
Für kleine Unternehmen unter Zeitdruck ist die Wahl des falschen Tools teuer. Nicht wegen der Lizenzkosten, sondern wegen der Zeit, die du später in Migrationen steckst. Deshalb schauen wir uns beide Tools ehrlich an — mit konkreten Zahlen, echten Anwendungsfällen und einer klaren Empfehlung.
Auf einen Blick: n8n vs Make im Schnellvergleich
Bevor wir in die Details gehen, hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Kriterium | n8n | Make |
|---|---|---|
| Integrationen | 500+ | 3.000+ |
| Self-Hosting | Ja (Open Source) | Nein |
| Einstiegspreis (Cloud) | ab 20 Euro/Monat | ab 9 Euro/Monat |
| Zielgruppe | Technische Teams, Entwickler | Einsteiger, Marketing-Teams |
| Lernkurve | Mittel bis hoch | Niedrig bis mittel |
| DSGVO / Datenkontrolle | Sehr hoch (Self-Hosting) | Mittel (Cloud) |
| Code-Erweiterbarkeit | Ja (JavaScript/Python) | Eingeschränkt |
Was sind n8n und Make?
Beide Tools gehören zur Kategorie der No-Code- und Low-Code-Automatisierungsplattformen. Sie verbinden Apps und Dienste miteinander, ohne dass du für jede Verbindung selbst Code schreiben musst. Du baust sogenannte Workflows — visuelle Abläufe, in denen ein Auslöser eine Kette von Aktionen startet.
Was ist Make?
Make (früher Integromat) ist eine cloudbasierte Plattform aus Tschechien. Sie richtet sich an Nutzer, die ohne technisches Vorwissen loslegen wollen. Mit über 3.000 Integrationen ist Make eine der breitesten Plattformen auf dem Markt. Die visuelle Oberfläche gilt als besonders intuitiv.
Was ist n8n?
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool aus Deutschland. Es lässt sich selbst hosten — deine Daten bleiben auf deinem Server. Außerdem kannst du Workflows mit JavaScript oder Python erweitern. Mit über 500 nativen Integrationen ist die Auswahl kleiner als bei Make, aber durch Custom Nodes und HTTP-Requests fast unbegrenzt erweiterbar.
Funktionen im n8n vs Make Vergleich
Beide Plattformen bieten einen visuellen Workflow-Editor, bedingte Logik, Schleifen und Fehlerbehandlung. Der Unterschied liegt in der Tiefe und Flexibilität.
Workflow-Editor und Benutzerfreundlichkeit
Make nutzt ein rundes, fließendes Design. Neue Nutzer finden sich schnell zurecht — ein Workflow lässt sich in 15 Minuten erstellen. n8n arbeitet mit einem knotenbasierten Editor, der an Entwickler-Tools erinnert. Die Lernkurve ist steiler, dafür bietet er mehr Kontrolle über komplexe Datenstrukturen.
In der Praxis bedeutet das: Ein Marketing-Mitarbeiter ohne IT-Hintergrund kommt mit Make schneller ans Ziel. Ein Entwickler oder technisch versierter Solopreneur schätzt n8ns Flexibilität nach der Einarbeitungszeit.
Fehlerbehandlung und Debugging
n8n hat hier einen klaren Vorsprung. Jeder Knoten zeigt dir live, welche Daten ein- und ausgehen. Du siehst Fehler sofort und kannst einzelne Schritte neu starten, ohne den gesamten Workflow zu wiederholen. Make bietet ebenfalls Fehlerrouten, aber das Debugging ist weniger granular.
Code-Erweiterbarkeit
n8n erlaubt es dir, in jedem Workflow JavaScript oder Python zu schreiben. Damit lassen sich Daten transformieren, APIs ansprechen oder Logik abbilden, die kein Standard-Node abdeckt. Make bietet einige Formeln und Funktionen, aber keinen vollwertigen Code-Editor. Für technische Anwendungsfälle ist n8n deshalb deutlich mächtiger.
Preise und Kostenstruktur im Vergleich
Beim n8n vs Make Vergleich sind die Preismodelle grundlegend verschieden — das beeinflusst die Gesamtkosten erheblich.
Make Preise
Make rechnet nach Operationen ab. Jede Aktion in einem Workflow kostet eine Operation. Der Free Plan enthält 1.000 Operationen pro Monat. Der Core Plan kostet ab 9 Euro/Monat für 10.000 Operationen. Bei komplexen Workflows mit vielen Schritten skalieren die Kosten schnell.
n8n Preise
n8n Cloud startet bei 20 Euro/Monat. Wer n8n selbst hostet, zahlt nur die Serverkosten — ein einfacher VPS kostet ab 5 bis 10 Euro/Monat. Damit lassen sich im Vergleich zur Cloud-Version bis zu 60 Prozent der laufenden Kosten einsparen. Für Unternehmen mit vielen Workflows und hohem Datenvolumen ist Self-Hosting deshalb wirtschaftlich attraktiv.
Was kostet mehr — langfristig?
Make ist günstiger für kleine, einfache Setups mit wenigen Operationen. n8n wird bei wachsendem Volumen günstiger — insbesondere durch Self-Hosting. Wer heute 5 Workflows hat und in 12 Monaten 50, sollte das in die Entscheidung einbeziehen.
Self-Hosting: n8ns größter Vorteil im Vergleich
Self-Hosting bedeutet: Du installierst n8n auf deinem eigenen Server. Deine Daten verlassen nie deine Infrastruktur. Für Unternehmen, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten, ist das keine Kür, sondern oft eine DSGVO-Anforderung.
Warum Self-Hosting für KMUs relevant ist
Viele KMUs verarbeiten personenbezogene Daten in ihren Workflows — Kontaktformulare, CRM-Einträge, E-Mail-Adressen. Bei einem Cloud-Dienst wie Make liegen diese Daten auf Servern des Anbieters. Bei n8n Self-Hosting bleiben sie bei dir. Außerdem fällt die Abhängigkeit von Preisänderungen des Anbieters weg.
Wie aufwendig ist Self-Hosting?
Mit Docker lässt sich n8n in unter 30 Minuten auf einem VPS einrichten. Es gibt fertige Docker-Compose-Dateien und eine ausführliche Dokumentation. Trotzdem braucht es ein Grundverständnis von Servern und Kommandozeile. Wer das nicht mitbringt, startet besser mit n8n Cloud oder Make.
Integrationen: Make führt, n8n holt auf
Make bietet über 3.000 native Integrationen — von Google Workspace über Shopify bis zu Nischen-Tools wie Airtable oder Notion. n8n kommt auf über 500 native Integrationen, ist aber durch HTTP-Request-Nodes und Custom Nodes praktisch unbegrenzt erweiterbar.
Wann reichen 500 Integrationen?
Für die meisten KMU-Workflows reichen 500 Integrationen aus. Die gängigen Tools — HubSpot, Slack, Google Sheets, Stripe, WordPress, Mailchimp — sind alle dabei. Probleme entstehen, wenn du sehr spezifische Nischen-Software nutzt, die n8n noch nicht nativ unterstützt.
Make für Marketing-Stacks
Make ist besonders stark, wenn du viele Marketing-Tools verbinden willst. Die Integrationen für Social-Media-Plattformen, E-Mail-Marketing-Dienste und E-Commerce-Systeme sind zahlreich und gut gepflegt. Die Einrichtung ist für Nicht-Entwickler einfacher als bei n8n.
Anwendungsfälle und Praxis-Beispiele
Der n8n vs Make Vergleich wird am klarsten, wenn man konkrete Szenarien betrachtet.
Wann Make die bessere Wahl ist
- Lead-Routing: Neuer Formular-Eintrag in Typeform, CRM-Eintrag in HubSpot, Slack-Benachrichtigung ans Vertriebsteam. Mit Make in 20 Minuten gebaut.
- Social-Media-Automatisierung: Neuer Blog-Post in WordPress automatisch auf LinkedIn und Instagram posten. Make hat native Verbindungen zu beiden Plattformen.
- E-Commerce-Workflows: Neue Bestellung in Shopify, Rechnungserstellung in Lexoffice, Bestätigungs-E-Mail versenden. Funktioniert ohne eine Zeile Code.
Wann n8n die bessere Wahl ist
- Daten-Transformation: Rohdaten aus einer API holen, mit JavaScript bereinigen und in eine Datenbank schreiben. n8ns Code-Node macht das direkt im Workflow.
- DSGVO-sensible Prozesse: Kundendaten aus einem Kontaktformular verarbeiten, ohne dass sie einen Drittanbieter-Server berühren. Self-Hosting löst das.
- Komplexe Verzweigungen: Workflows mit vielen Bedingungen, Schleifen und Fehler-Fallbacks. n8ns Debugging-Tools machen das wartbar.
Hybride Setups in der Praxis
Manche Teams nutzen beide Tools parallel. Make übernimmt einfache Marketing-Automatisierungen, n8n läuft intern für datensensible Prozesse. Das ist kein Fehler — es ist eine pragmatische Entscheidung. Wichtig ist, dass du weißt, welches Tool welche Aufgabe hat.
Support und Community im Vergleich
Beim n8n vs Make Vergleich wird Support oft unterschätzt. Wenn ein Workflow ausfällt, willst du schnell eine Antwort.
Make Support
Make bietet E-Mail-Support für alle bezahlten Pläne. Die offizielle Dokumentation ist umfangreich und auf Englisch. Die Community auf Reddit und im Make-Forum ist aktiv — Fragen werden meist innerhalb von 24 Stunden beantwortet.
n8n Support und Community
n8n hat eine wachsende Open-Source-Community auf GitHub und im offiziellen Forum. Da n8n aus Deutschland stammt, gibt es auch deutschsprachige Ressourcen. Der Cloud-Plan enthält E-Mail-Support. Für Self-Hosting-Nutzer ist die Community die erste Anlaufstelle.
Klare Empfehlung: Wer sollte n8n oder Make nutzen?
Nach diesem n8n vs Make Vergleich kommt die Frage, die zählt: Was passt zu dir?
Wähle Make, wenn…
- du ohne technisches Vorwissen schnell starten willst
- du viele verschiedene Apps verbinden musst und Wert auf native Integrationen legst
- dein Team aus Marketing- oder Operations-Mitarbeitern besteht, nicht aus Entwicklern
- du ein kleines Budget hast und mit wenigen Operationen pro Monat auskommst
Wähle n8n, wenn…
- Datenschutz und DSGVO-Konformität für dich nicht verhandelbar sind
- du technisches Know-how mitbringst oder jemanden im Team hast, der das hat
- du langfristig Kosten sparen willst und Self-Hosting kein Hindernis ist
- du komplexe, code-erweiterte Workflows brauchst
Und wenn du dir unsicher bist?
Starte mit Make. Die Einstiegshürde ist niedriger, der Free Plan reicht für erste Tests. Wenn du an die Grenzen stößt — bei Datenschutz, Kosten oder Flexibilität — ist der Wechsel zu n8n ein klar definierter nächster Schritt. Eine durchdachte Entscheidung jetzt spart dir eine aufwendige Migration später.
Häufige Fragen
Was ist der größte Unterschied zwischen n8n und Make?
Der größte Unterschied ist Self-Hosting und Flexibilität. n8n lässt sich auf dem eigenen Server betreiben — Daten bleiben in deiner Infrastruktur. Make ist ausschließlich cloudbasiert. Außerdem erlaubt n8n das Schreiben von JavaScript und Python direkt im Workflow, was Make nicht bietet. Make punktet dafür mit über 3.000 nativen Integrationen gegenüber n8ns 500+.
Ist n8n kostenlos nutzbar?
n8n ist als Open-Source-Software kostenlos, wenn du es selbst hostest. Du zahlst dann nur die Serverkosten — ein einfacher VPS kostet ab 5 Euro pro Monat. Die Cloud-Version von n8n startet bei 20 Euro pro Monat. Es gibt keinen dauerhaft kostenlosen Cloud-Plan, aber eine 14-tägige Testphase.
Kann ich von Make zu n8n wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich, aber nicht auf Knopfdruck. Workflows lassen sich nicht direkt importieren — du baust sie in n8n neu. Für einfache Workflows dauert das wenige Stunden. Komplexe Setups mit vielen Szenarien brauchen mehr Zeit. Plane die Migration deshalb sorgfältig und starte mit den wichtigsten Workflows.
Welches Tool ist besser für DSGVO-konforme Workflows?
n8n mit Self-Hosting ist die DSGVO-freundlichere Wahl. Deine Daten verlassen nie deinen Server. Make verarbeitet Daten auf eigenen Servern — das ist für viele Anwendungsfälle unproblematisch, erfordert aber eine Datenschutzprüfung. Wer mit sensiblen Kundendaten arbeitet, sollte n8n Self-Hosting bevorzugen.
Wie viele Integrationen bietet n8n im Vergleich zu Make?
Make bietet über 3.000 native Integrationen, n8n kommt auf über 500. Allerdings lässt sich n8n durch HTTP-Request-Nodes mit praktisch jeder API verbinden, auch wenn keine native Integration existiert. Für die meisten KMU-Workflows reichen n8ns 500 Integrationen aus — gängige Tools wie HubSpot, Slack, Google Sheets und Shopify sind alle dabei.
Fazit: n8n vs Make — kein universelles Richtig oder Falsch
Der n8n vs Make Vergleich zeigt: Beide Tools sind gut — für unterschiedliche Situationen. Make ist der schnellere Einstieg mit mehr nativen Verbindungen. n8n ist die flexiblere, datenschutzfreundlichere Wahl für technisch versierte Teams. Die Entscheidung hängt von deinem Team, deinen Daten und deinem Budget ab.
Was beide Tools gemeinsam haben: Sie sparen dir Stunden manueller Arbeit, wenn du sie richtig einsetzt. Der erste Schritt ist nicht die Wahl des Tools, sondern das Identifizieren deiner wichtigsten wiederkehrenden Aufgaben.
Du bist dir noch nicht sicher, welches Tool zu deinem Setup passt — oder willst direkt loslegen? Meld dich einfach, ich schaue mir deine Situation konkret an.



