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Bleistiftskizze zur Conversion Rate
KPIs & Rechner

Conversion Rate

CR

Die wichtigste Kennzahl im Performance Marketing. Sie misst, wie viel Prozent deiner Besucher oder Klicks tatsächlich das tun, was du dir wünschst — kaufen, anmelden, anfragen.

Auch bekannt alsKonversionsrateConv. RateCVR

3 Min

Lesezeit

24.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die Conversion Rate?

Die Conversion Rate beantwortet eine einzige, brutal direkte Frage: Wie viele der Leute, die du auf deine Seite holst, tun am Ende das, was du willst?

Das „was du willst“ ist die Conversion selbst — und die kann fast alles sein:

  • Ein Kauf im Shop
  • Eine Anmeldung zum Newsletter
  • Ein Download deines Whitepapers
  • Eine ausgefüllte Kontaktanfrage
  • Ein Klick auf „Termin buchen“

Wichtig: Eine Conversion ist nicht automatisch ein Kauf. Wenn du Leads sammelst, ist die ausgefüllte Anfrage deine Conversion. Wenn du Reichweite willst, kann es ein Video-View > 75% sein. Du legst fest, was zählt.

Wie wird sie berechnet?

Die Formel ist einfach — aber der Nenner ist es, wo die meisten Fehler passieren.

Standard-Formel

CR = Anzahl Conversions ÷ Anzahl Sitzungen × 100

Beispiel: 80 Käufe bei 4.000 Sitzungen → CR = 2,0 %

Klingt simpel. Wird komplex, sobald du dich fragst: Auf was beziehe ich das eigentlich?

  • Sitzungs-basiert: Käufe / Sitzungen — Standard im E-Commerce, auch GA4-Default.
  • Nutzer-basiert: Käufe / einzigartige Nutzer — relevant, wenn Nutzer typischerweise mehrfach kommen, bevor sie kaufen.
  • Klick-basiert: Conversions / Klicks — Standard in Google Ads und Meta Ads. In Google Ads werden im Schnitt rund 8 % der Klicks zu einer Anfrage (LocaliQ 2026, US-Daten).

Was ist eine gute Conversion Rate?

Die ehrliche Antwort: es kommt drauf an. Auf die Branche, das Geschäftsmodell, den Traffic-Mix. Aber Benchmarks helfen, eine Vorstellung zu bekommen, ob du im Spielfeld bist oder daneben.

Landingpages

Median

Alle Branchen

6,6 %

Onlineshops

4,2 %

Dienstleister

6,1 %

SaaS

3,8 %

Die Werte stammen aus dem Conversion Benchmark Report 2024 von Unbounce: über 41.000 Landingpages, gemessen wird der Anteil der Besucher, die konvertieren. Für einen ganzen Onlineshop liegt die Rate pro Sitzung deutlich niedriger — bei Shopify-Shops im Median um 1,4 %, die besten 20 % schaffen ab 2,7 % (Littledata, Stand Oktober 2026). Vergleich also nie die Landingpage deiner Kampagne mit deinem ganzen Shop.

Was diese Zahlen nicht sagen: Sie sagen nichts über CPA oder ROAS. Eine CR von 6 % bei einem CPC von 15 € kann katastrophal sein. Eine CR von 1 % bei 30 Cent CPC ist ein Goldesel. Schau Conversion Rate nie isoliert an.

Beispiele aus der Praxis

Hier sind zwei Szenarien, an denen du sehen kannst, wie sich die Rechnung verändert — und warum die rohe Prozentzahl nicht reicht.

Case A · E-Commerce

Online-Shop für nachhaltige Mode

12.400

Sitzungen / Monat

186

Käufe

CR = 186 / 12.400 × 100 = 1,5 %

Etwa der Median von Shopify-Shops (1,4 %) — solide, aber die besten 20 % liegen ab 2,7 %.

Case B · B2B-Service

Marketing-Beratung, Anfrageformular

2.100

Sitzungen / Monat

78

Anfragen

CR = 78 / 2.100 × 100 = 3,7 %

Ordentlich für eine ganze Website. Wichtiger als die Rate: Wie gut sind die Anfragen? Davon hängt alles ab.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Den falschen Nenner nehmen

„Wir haben 5 % CR!“ — auf was? Alle Sitzungen? Nur Paid-Traffic? Nur Desktop? Eine Rate ohne Nenner-Definition ist Marketing-Folklore.

Fehler 2 · CR mit Bounce Rate verwechseln

Bounce ist die Quote der Sitzungen ohne Interaktion. CR ist die Quote der Sitzungen mit Conversion. Beide sind nicht komplementär. Eine Seite kann gleichzeitig 70 % Bounce und 4 % CR haben.

Fehler 3 · CR ohne Volumen feiern

Eine Landing Page mit 12 % CR und 50 Sitzungen pro Monat ist nicht „besser“ als eine mit 2 % und 20.000 Sitzungen. Am Ende zählt das Produkt aus CR × Traffic.

Fehler 4 · A/B-Tests zu früh beenden

Statistische Signifikanz braucht Volumen. Wer nach 200 Sitzungen pro Variante eine 30%-CR-Steigerung sieht und feiert, sieht meistens Rauschen. Zum Vergleich: Bei 2 % CR brauchst du schon für den Nachweis von +30 % rund 10.000 Besucher pro Variante. Plan deinen Test mit einem Sample-Size-Rechner, bevor du startest.

Wie optimiere ich die Conversion Rate?

CRO (Conversion Rate Optimization) ist ein eigenes Handwerk. Die wichtigsten Hebel:

  • Botschaft & Wertversprechen auf der Landing Page — in unter 8 Wörtern verständlich?
  • Reibung reduzieren — weniger Formularfelder, weniger Klicks bis zum Ziel.
  • Vertrauenssignale — Social Proof, Logos, Reviews above the fold.
  • Page Speed — schon Zehntelsekunden zählen: In einer Deloitte-Studie für Google brachten 0,1 Sekunden schnellere Mobilseiten im Handel 8,4 % mehr Conversions.
  • Mobile-First — rund 60 % aller Seitenaufrufe in Deutschland kommen vom Smartphone, auf Landingpages aus Anzeigen oft über 80 %. Wenn das Erlebnis dort hakt, hakt die CR.
  • Testen statt raten — A/B-Tests mit ausreichendem Sample.

Häufige Fragen

Ist CR oder ROAS wichtiger?

Weder noch — sie messen unterschiedliche Dinge. CR sagt, wie effizient deine Seite konvertiert. ROAS sagt, wie wirtschaftlich deine Werbeausgabe ist. Eine hohe CR bei unprofitablem ROAS ist ein Verlustgeschäft. Schau beide gemeinsam an.

Warum unterscheiden sich CR-Werte zwischen GA4, Shopify und Google Ads?

Weil jedes Tool anders zählt. Google Ads bucht eine Conversion auf den Tag des Klicks, GA4 auf den Tag des Abschlusses. Dazu kommen andere Attributionsmodelle, andere Definitionen von „Sitzung“ und Besucher, die Cookies ablehnen oder Werbeblocker nutzen. Vergleiche Zahlen deshalb innerhalb derselben Quelle — und Google-Ads-Werte erst, wenn sie mindestens zwei Wochen alt sind.

Wie viele Sitzungen brauche ich für aussagekräftige CR-Werte?

Mehr, als du denkst. Bei ein paar hundert Sitzungen schwankt die Rate von Monat zu Monat stark — schau dann lieber auf Quartale. Für A/B-Tests gilt: Bei 2 % CR und einer erhofften Steigerung um 10 % brauchst du rund 80.000 Besucher pro Variante. Mit 10.000 pro Variante erkennst du erst Sprünge um etwa ein Drittel.

Sollte ich Micro- oder Macro-Conversions tracken?

Beide. Macro (Kauf, Anfrage) sind dein Business-Outcome. Micro (Newsletter, Scroll-Tiefe, Video-View) sind Frühindikatoren. Wenn dein Volumen für Macro-CR zu klein ist (<30 / Monat), optimiere zuerst auf Micro.

Wie schnell lässt sich die CR steigern?

Langsamer, als Konferenz-Folien versprechen. Laut Optimizely bringt nur etwa jeder achte A/B-Test eine messbare Verbesserung — fast genauso oft wird es schlechter. Wer stetig testet, legt Schritt für Schritt zu. Große Sprünge kommen meist daher, dass du einen groben Fehler behebst. Sei skeptisch bei spektakulären Case Studies.

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