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Bleistiftskizze zum Begriff Broken Link
SEO

Broken Link

Ein Link, der ins Leere führt. Passiert jeder Website — die Frage ist nur, ob du es merkst, bevor deine Besucher es tun.

Auch bekannt alstoter Linkdefekter Linkkaputter LinkDead LinkLink RotLinkfäule

5 Min

Lesezeit

25.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Broken Link?

Du klickst auf „Unsere Preise“ und landest auf „Seite nicht gefunden“. Das ist ein Broken Link, ein toter Link. Das Ziel gibt es nicht mehr: Die Seite wurde gelöscht oder umbenannt, oder die ganze Domain ist weg.

Technisch meldet der Server dann meist den Statuscode 404 (nicht gefunden) oder 410 (dauerhaft entfernt). Bei verschwundenen Domains kommt gar keine Antwort mehr. Ein Link, der nur umleitet, ist dagegen nicht kaputt — außer das Ziel der Umleitung ist es.

Wie häufig sind tote Links?

Häufiger, als man denkt. Das Pew Research Center hat 2023 knapp eine Million Webseiten aus den Jahren 2013 bis 2023 geprüft. Von den Seiten aus 2013 waren 38 % nicht mehr erreichbar, über alle Jahre ein Viertel. Selbst von den Seiten aus 2021 war gut jede fünfte zwei Jahre später verschwunden. Und das schlägt auf die Links durch:

Bereich

Seiten mit totem Link

Nachrichtenseiten

23 %

Behördenseiten

21 %

Wikipedia (englisch)

54 %

Bei Wikipedia geht es um tote Links in den Quellenangaben. Pew hat dabei bewusst streng gezählt: Seiten, die nur langsam antworteten, galten als erreichbar.

Schaden tote Links dem Ranking?

Einzelne nicht. Google erklärt seit 2011: Dass einige Adressen einer Website einen 404 liefern, schadet ihr in den Suchergebnissen nicht, und der Rest der Seiten rankt weiter wie bisher. Heute schreibt Google: Bereits indexierte Seiten mit 404 fliegen nach und nach aus dem Index, neu entdeckte 404-Seiten werden gar nicht erst verarbeitet.

Der echte Schaden liegt woanders. Besucher landen im Nichts und gehen. Und wenn andere Websites auf eine tote Adresse von dir verlinken, verpufft diese Empfehlung. Hier hilft eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite — für Google laut eigener Doku ein starkes Signal, das neue Ziel zu übernehmen.

Case A · Das Web vergisst

Pew prüft Seiten aus zehn Jahren

38 %

der Seiten von 2013 verschwunden

8 %

der Seiten von 2023 schon weg

Links verfallen jedes Jahr ein Stück weiter

Pew Research Center, Stichprobe aus Common Crawl, Stand Oktober 2023, veröffentlicht Mai 2024.

Case B · Backlinks

Ahrefs zählt verlorene Links

66,5 %

der Backlinks seit 2013 verloren

47,7 %

davon, weil die Seite aus dem Index fiel

Mindestens jeder zweite Backlink ist nach einigen Jahren weg

Anbieterstudie über rund zwei Millionen Websites, aktualisiert 2024. Gemessen werden verlorene eingehende Links, nicht nur 404-Fehler.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Jede 404 als Notfall behandeln

Hast du eine Seite bewusst ersatzlos gelöscht, ist die 404 laut Google kein Problem. Kümmern musst du dich um Seiten, die Besucher oder Links bekommen.

Fehler 2 · Alles auf die Startseite umleiten

Wer jede tote Adresse auf die Startseite schickt, hilft niemandem. Google empfiehlt die 301 nur bei einem echten Ersatz. Gibt es keinen, ist ein ehrliches 404 oder 410 die bessere Antwort.

Fehler 3 · Fehlerseite mit Status 200

Eine schöne Fehlerseite, die dem Browser trotzdem „alles in Ordnung“ meldet, nennt Google Soft 404. Sie landet im Index und verwirrt. Deine Fehlerseite muss den Code 404 senden.

Fehler 4 · Relaunch ohne Weiterleitungen

Neue Website, neue Adressen — und die alten Links von Kunden, Partnern und Google laufen ins Leere. Vor jedem Relaunch gehört eine Liste alter und neuer URLs mit Weiterleitungen dazu.

Tote Links finden und reparieren

  • Google Search Console: Der Bericht zur Seitenindexierung zeigt „Nicht gefunden (404)“ und „Soft 404“.
  • Screaming Frog: durchsucht deine Website nach toten Links, kostenlos bis 500 Adressen.
  • Ahrefs Webmaster Tools und der W3C Link Checker: kostenlose Prüfung der ganzen Website.
  • WordPress: Das Plugin „Redirection“ protokolliert 404-Aufrufe und verwaltet Weiterleitungen.

Tote Links bei anderen sind übrigens auch eine Chance. Beim Broken-Link-Building suchst du verschwundene Seiten, auf die viele verlinken, baust passenden Ersatz und schreibst die Verlinkenden an.

Häufige Fragen

Schaden Broken Links meinem Google-Ranking?

Einzelne 404-Fehler nicht, sagt Google. Sie kosten aber Besucher und verschenken die Kraft von Links, die auf tote Adressen zeigen. Wichtige Seiten mit Besuchern oder Backlinks solltest du deshalb weiterleiten.

Soll ich jede 404-Seite weiterleiten?

Nein. Nur wenn es einen echten Ersatz gibt, etwa eine umgezogene oder aktualisierte Seite. Sonst ist ein 404 oder 410 die ehrliche Antwort — eine Weiterleitung auf die Startseite hilft weder Besuchern noch Google.

Was ist der Unterschied zwischen 404, 410 und Soft 404?

404 heißt nicht gefunden, 410 heißt dauerhaft entfernt — Google behandelt beides weitgehend gleich. Ein Soft 404 ist eine Fehlerseite, die fälschlich „alles in Ordnung“ meldet. Den solltest du beheben.

Wie oft sollte ich nach toten Links suchen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Ein Blick im Monat in die Search Console reicht für die meisten Websites. Nach jedem Relaunch, Umbau oder großen Aufräumen zusätzlich einmal komplett prüfen.

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