Was ist hreflang?
Du hast einen Shop für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Gleicher Text, aber andere Preise und Versandkosten. Woher soll Google wissen, welche Seite es dem Wiener zeigen soll? Genau dafür gibt es hreflang.
Laut Google sagt hreflang der Suchmaschine, welche Seiten Sprach- oder Regionsvarianten desselben Inhalts sind. Google kann dann jedem Suchenden die passende Fassung zeigen. Ein Ranking-Bonus ist das nicht, es geht um die richtige Zuordnung.
Wie sieht hreflang aus?
Am häufigsten steht hreflang als Link im <head> jeder Seite. Für den DACH-Shop sähe das so aus — auf allen drei Seiten identisch:
- <link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://shop.example/de-de/" />
- <link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://shop.example/de-at/" />
- <link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://shop.example/de-ch/" />
- <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://shop.example/" />
Statt im HTML geht es auch im HTTP-Header (praktisch für PDFs) oder in der XML-Sitemap. Google nennt alle drei Wege gleichwertig; mehrere parallel bringen keinen Vorteil.
Regel
Konkret
Sprache
ISO 639-1: de, en, fr
Region
optional, ISO 3166-1: de-AT
Rückverweis
jede Seite nennt alle, auch sich
URLs
vollständig, mit https
x-default
Seite für alle anderen
Ein Ländercode allein geht nicht. Google bringt dazu das Beispiel be: Das ist Belarussisch, nicht Belgien. Und x-default ist die Seite für alle, deren Sprache oder Region du nicht abdeckst — oft eine Sprachauswahl.
Wie oft geht das schief?
Sehr oft. Ahrefs hat 2023 rund 375.000 Domains mit hreflang untersucht. 67 % hatten mindestens ein Problem.
Ahrefs-Studie · 2023
Die häufigsten Lücken
56 %
ohne x-default
18 %
ohne Verweis auf sich selbst
Mehr als die Hälfte vergisst die Seite für alle anderen.
x-default ist nicht Pflicht, aber sinnvoll. Den Selbstverweis verlangt Google ausdrücklich.
Ahrefs-Studie · 2023
Kaputte Verbindungen
17 %
zeigen auf Weiterleitungen oder Fehler
15 %
ohne Rückverweis
Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angabe.
Ein Klassiker nach einem Relaunch: Die alten URLs stehen noch im hreflang.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Einseitige Verweise
Die deutsche Seite verweist auf die englische, die englische aber nicht zurück. Google schreibt dazu klar: Zeigen zwei Seiten nicht aufeinander, werden die Angaben ignoriert.
Fehler 2 · Falsche Codes
en-UK sieht richtig aus, ist es aber nicht. Der Ländercode für Großbritannien ist GB, also en-GB. Auch Kürzel wie EU wirken laut Google nicht.
Fehler 3 · Canonical auf die falsche Sprache
Die österreichische Seite trägt ein Canonical auf die deutsche. Damit sagst du Google: „Nimm lieber die deutsche“ — und die AT-Seite verschwindet. Jede Sprachfassung zeigt in der Regel per Canonical auf sich selbst. Bei Ahrefs zeigte hreflang bei 8 % der Domains auf nicht-kanonische Seiten.
Fehler 4 · Verweise auf tote oder umgeleitete Seiten
Hreflang muss auf die endgültige URL zeigen, nicht auf eine Weiterleitung. Nach jedem Umbau gehört die Liste geprüft.
So setzt du hreflang um
- Brauchst du es überhaupt? Nur eine Sprache, ein Land: nein.
- WordPress: Mehrsprachigkeits-Plugins wie WPML und Polylang setzen hreflang automatisch. Bei Polylang gilt x-default allerdings nur für die Startseite.
- Gleiche Sprache, mehrere Länder: Regionscodes plus eine allgemeine Seite als Rückfall, etwa de oder x-default.
- Prüfen: mit einem Crawler wie Screaming Frog oder dem Site-Audit von Ahrefs oder Semrush.
Häufige Fragen
Brauche ich hreflang, wenn meine Website nur auf Deutsch ist?
Nein. Hreflang lohnt sich erst, wenn es dieselbe Seite in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder gibt. Eine rein deutsche Website ohne Länderversionen braucht es nicht.
Reicht „de“ oder brauche ich de-DE, de-AT und de-CH?
Unterscheiden sich die Seiten für die Länder — Preise, Versand, Rechtliches —, dann die Regionscodes. Ist der Inhalt für alle deutschsprachigen Länder gleich, reicht „de“. Google empfiehlt bei mehreren Regionen derselben Sprache zusätzlich eine allgemeine Seite als Rückfall.
Was ist x-default?
Die Seite für alle, deren Sprache oder Region keine deiner Varianten trifft. Typisch ist eine Sprachauswahl oder die englische Fassung. Pflicht ist x-default nicht, aber mehr als die Hälfte der Websites vergisst sie — und verschenkt damit eine saubere Zuordnung.
Ist eine übersetzte Seite Duplicate Content?
Nein. Laut Google gelten Sprachversionen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt. Bei gleicher Sprache für mehrere Länder helfen hreflang und Canonical zusammen, die Versionen sauber auseinanderzuhalten.
Welcher Weg ist besser: HTML, HTTP-Header oder Sitemap?
Laut Google sind alle drei gleichwertig. HTML im Kopf der Seite ist am verbreitetsten, die Sitemap ist bei sehr vielen Seiten übersichtlicher, der HTTP-Header für Dateien wie PDFs. Nimm einen Weg und bleib dabei.