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Bleistiftskizze zum Begriff Soft 404
SEO

Soft 404

Die Seite sagt „gibt's nicht“, der Server sagt „alles bestens“. Dieser Widerspruch ist ein Soft 404 — und Google wirft solche Seiten aus der Suche.

Auch bekannt alsSoft-404-FehlerSoft 404-Fehler

6 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Soft 404?

Jede Seite schickt dem Browser einen HTTP-Statuscode mit. 200 heißt „hier ist die Seite“, 404 heißt „gibt es nicht“. Ein Soft 404 entsteht, wenn beides nicht zusammenpasst: Die Seite zeigt eine Fehlermeldung, der Server meldet aber 200.

Google erkennt den Fehler deshalb nicht am Code, sondern am Inhalt — daher „soft“. Laut Google zählen auch leere Seiten und Seiten ohne Hauptinhalt dazu. Solche Seiten schließt Google aus der Suche aus.

Woher kommen Soft-404-Fehler?

Meist steckt keine Absicht dahinter, sondern eine Lücke im System. Google nennt diese typischen Ursachen:

  • Leere interne Suchergebnisse — die Suche findet nichts, die Seite liefert trotzdem 200.
  • Fehlende Dateien — eine JavaScript-Datei lädt nicht, die Datenbank antwortet nicht, die Seite bleibt leer.
  • Blockierte Ressourcen — Google kann Teile der Seite nicht laden und sieht deshalb fast nichts.
  • Massenweiterleitung auf die Startseite — viele alte URLs zeigen auf eine einzige unpassende Seite. Das kann laut Google als Soft 404 gewertet werden.

Dazu kommen Fälle, die naheliegen, ohne dass Google sie wörtlich nennt: leere Kategorieseiten im Shop, Seiten mit nur einem Satz und ausverkaufte Produkte. Laut Google-Mitarbeiter John Mueller landen nicht verfügbare Produktseiten in der Regel als Soft 404 und fallen dann aus der Suche.

Soft 404, 404 oder 410?

Antwort

Was Google macht

200 mit Inhalt

kann indexieren

200 ohne Inhalt

Soft 404, nicht im Index

404 / 410

aus dem Index, seltener gecrawlt

301 auf passende Seite

folgt der Weiterleitung

404 und 410 behandelt Google laut eigener Doku gleich. Ein 404 ist für Google ein starkes Signal, die URL nicht mehr zu crawlen. Ganz vergisst Google eine bekannte URL aber nie.

Beispiele aus der Praxis

Drei typische Fälle und ihre Lösung:

Fall

Lösung

Produkt dauerhaft aus dem Sortiment

301 auf Nachfolger, sonst 404

Leere Shop-Kategorie

befüllen oder 404

Seite rendert für Google leer

Ressourcen freigeben

Beim dritten Fall gibt es die Seite eigentlich. Google sieht sie nur leer, weil zu viele Ressourcen nicht laden: blockiert, zu langsam, zu groß. Hier hilft die URL-Prüfung der Search Console. Sie zeigt dir die Seite so, wie Google sie sieht.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Alles auf die Startseite umleiten

„Dann geht kein Linkwert verloren.“ Doch — und schlimmer noch: Google kann unpassende Massenweiterleitungen als Soft 404 werten und rät ausdrücklich davon ab. Leite nur auf eine Seite weiter, die den alten Inhalt wirklich ersetzt.

Fehler 2 · Aus Angst vor 404 lieber 200 senden

Wer „Seite nicht gefunden“ mit Code 200 ausliefert, um 404-Fehler zu vermeiden, baut den Soft 404 erst selbst. Ein echter 404 schadet nicht.

Fehler 3 · Schöne Fehlerseite, falscher Code

Eine eigene 404-Seite mit Suchfeld und Links ist gut — aber nur für Besucher. Laut Google muss der Server dabei trotzdem den Code 404 senden. Prüf das in den Entwicklertools deines Browsers im Reiter „Netzwerk“.

Fehler 4 · noindex statt 404 für gelöschte Seiten

Eine noindex-Seite fragt Google weiter ab und verbraucht Crawl-Zeit. Für Seiten, die dauerhaft weg sind, ist 404 oder 410 die saubere Antwort.

So findest und behebst du Soft-404-Fehler

  • Bericht öffnen: In der Google Search Console unter „Seitenindexierung“ den Grund „Soft 404“ anklicken. Die Liste zeigt höchstens 1.000 Beispiel-URLs.
  • Jede URL einordnen: Gibt es die Seite wirklich nicht mehr? Dann 404 oder 410. Gibt es Ersatz? Dann 301 dorthin. Gibt es sie, aber sie ist zu dünn? Dann Inhalt ergänzen.
  • Ansicht prüfen: Mit der URL-Prüfung sehen, ob Google die Seite leer sieht.
  • Korrektur melden: Im Bericht „Fehlerbehebung prüfen“ klicken. Das dauert laut Google meist etwa zwei Wochen, manchmal länger.

Für einen Gesamtüberblick lohnt ein Crawl mit dem Screaming Frog SEO Spider. Der hat im Reiter „Content“ einen eigenen Filter für Seiten, die wie Fehlerseiten aussehen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 404 und Soft 404?

Ein 404 ist ein echter Fehlercode: Der Server sagt ehrlich, dass es die Seite nicht gibt. Beim Soft 404 sagt der Server „alles okay“ mit Code 200, die Seite selbst ist aber leer oder zeigt eine Fehlermeldung.

Schadet ein Soft 404 meinem Ranking?

Die betroffene Seite selbst fliegt aus dem Index und bringt keinen Traffic mehr. Der Rest deiner Website wird dadurch nicht abgewertet. Bei sehr großen Websites verschwenden Soft-404-Seiten zusätzlich Crawl-Budget.

Was mache ich mit ausverkauften Produkten?

Kommt das Produkt bald wieder, lass die Seite stehen — auch wenn Google sie zwischenzeitlich als Soft 404 einstufen kann. Ist es dauerhaft weg, leite auf einen passenden Nachfolger weiter oder liefere einen 404. Eine Weiterleitung auf die Startseite ist keine gute Lösung.

Google meldet Soft 404 bei einer Seite, die es wirklich gibt. Was tun?

Mit der URL-Prüfung der Search Console ansehen, wie Google die Seite darstellt. Oft laden Skripte oder Bilder für Google nicht, oder die Seite hat zu wenig eigenen Inhalt. Behebe das und melde die Korrektur im Bericht.

Wie behebe ich Soft 404 bei JavaScript-Seiten?

Google empfiehlt für Single-Page-Apps zwei Wege: per JavaScript auf eine URL weiterleiten, für die der Server einen 404 sendet, oder der Fehlerseite per JavaScript ein noindex mitgeben.

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