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Bleistiftskizze zum Begriff Attribution
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Attribution

Vor einem Kauf liegen oft mehrere Kontakte: eine Anzeige, eine Suche, ein Newsletter. Attribution entscheidet, welcher davon den Verdienst bekommt — und damit, wohin dein Budget fließt.

Auch bekannt alsMarketing-AttributionConversion-Attribution

4 Min

Lesezeit

24.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Attribution?

Attribution beantwortet eine Frage, an der sich Marketing-Budgets entscheiden: Welcher Kanal hat diesen Kunden eigentlich gebracht?

Ein Beispiel. Eine Kundin sieht am Montag deine Anzeige auf Instagram. Am Mittwoch sucht sie bei Google nach deinem Produkt und klickt auf eine Anzeige. Am Freitag kommt dein Newsletter, sie klickt und kauft für 300 €.

Drei Kontakte, ein Kauf. Wer hat ihn verdient? Instagram, weil dort alles anfing? Der Newsletter, weil er den Abschluss brachte? Alle drei zu gleichen Teilen?

Die Regel, nach der du diese Frage beantwortest, heißt Attributionsmodell. Den ganzen Weg der Kundin nennt man Customer Journey, jeden einzelnen Kontakt einen Touchpoint.

Welche Attributionsmodelle gibt es?

Sechs Modelle solltest du kennen:

Modell

So wird verteilt

Letzter Klick

Alles an den letzten Kontakt

Erster Klick

Alles an den ersten Kontakt

Linear

Alle Kontakte gleich

Zeitverlauf

Je näher am Kauf, desto mehr

Position

Je 40 % an den ersten und letzten, 20 % an den Rest

Daten

Ein Algorithmus verteilt nach deinen Zahlen

Bei Google sind davon nur zwei übrig: „Letzter Klick“ und „Datengetrieben“. Die anderen vier hat Google 2023 gestrichen, erst in Google Ads, im November auch in Google Analytics 4. Die Begründung: Weniger als 3 % der Conversions liefen noch darüber.

Datengetrieben ist in Google Ads der Standard. Das Modell vergleicht Wege mit und ohne Abschluss und gibt den Kontakten mehr Gewicht, die einen Kauf wahrscheinlicher machen. Wie genau es rechnet, siehst du nicht.

Beispiele aus der Praxis

Zurück zur Kundin mit den drei Kontakten und dem Kauf über 300 €. Je nach Modell erzählt dein Bericht eine andere Geschichte.

Case A · Letzter Klick

Der Newsletter bekommt alles

300 €

für den Newsletter

0 €

für beide Anzeigen

Die Anzeigen sehen wirkungslos aus

Kürzt du daraufhin das Anzeigen-Budget, fehlen dem Newsletter bald die neuen Leser.

Case B · Linear

Alle teilen sich den Kauf

3

Kontakte

100 €

je Kontakt

300 € ÷ 3 = 100 € je Kanal

Gerechter. Ob wirklich jeder Kontakt gleich wichtig war, weiß aber auch dieses Modell nicht.

Warum zeigt jede Plattform andere Zahlen?

Weil jede anders rechnet. Vier Gründe:

  • Jede sieht nur sich selbst: Die Attributionsberichte von Google Ads kennen nur Googles eigene Netzwerke. Meta rechnet einen Kauf der eigenen Anzeige zu, sobald er im Zeitfenster liegt.
  • Zeitfenster: Google Ads zählt standardmäßig 30 Tage nach dem Klick, Meta wahlweise 1 oder 7 Tage, Google Analytics 4 standardmäßig 90 Tage.
  • Klick oder Ansicht: Meta kann auch Käufe zählen, vor denen eine Anzeige nur gesehen wurde — bis zu einen Tag danach. Google Ads weist solche Conversions getrennt aus.
  • Datum: Google Ads bucht die Conversion auf den Tag des Klicks, Google Analytics auf den Tag des Kaufs.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Plattform-Zahlen addieren

Google Ads meldet 40 Käufe, Meta 35 — macht 75? Nein. Dieselbe Bestellung steckt oft in beiden Berichten, weil beide Plattformen sie sich zuschreiben. Zähl nach, was wirklich im Shop angekommen ist.

Fehler 2 · Nur auf den letzten Klick schauen

Der letzte Klick belohnt den Kanal, der die Ernte einfährt. Wer gesät hat, geht leer aus. Kanäle, die Menschen zum ersten Mal auf dich aufmerksam machen, sehen dann schlechter aus, als sie sind.

Fehler 3 · Die Zahlen für vollständig halten

Lehnt jemand Cookies ab oder wechselt vom Handy zum Laptop, reißt der Weg ab. Google füllt solche Lücken mit Schätzungen und nennt das modellierte Conversions. Deine Berichte sind also zum Teil Hochrechnung.

Fehler 4 · Datengetrieben ohne Daten

Ein Algorithmus braucht Futter. Google empfiehlt für das datengetriebene Modell mindestens 200 Conversions und 2.000 Anzeigenkontakte in 30 Tagen. Es läuft auch mit weniger — nur lernt es dann aus sehr wenig.

So gehst du mit Attribution um

  1. Eine Leitwährung festlegen: Vergleiche Kanäle immer in demselben Werkzeug, etwa in Google Analytics 4. Die Berichte der Plattformen nutzt du, um innerhalb der Plattform zu optimieren.
  2. Fenster notieren: Schreib auf, welches Zeitfenster und welches Modell wo eingestellt ist. Sonst vergleichst du Zahlen, die nicht zusammenpassen.
  3. Mit der Kasse abgleichen: Wie viele Bestellungen oder Anfragen gab es wirklich? Diese Zahl ist die einzige ohne Modell.
  4. Bei großen Budgets testen: In einem Lift-Test sieht eine Gruppe deine Anzeigen, eine Kontrollgruppe nicht. Der Unterschied zeigt, was die Werbung zusätzlich gebracht hat.

Häufige Fragen

Welches Attributionsmodell ist das beste?

Keines ist richtig, jedes hat eine Schlagseite. Für die meisten kleinen Konten ist das datengetriebene Modell von Google ein vernünftiger Standard. Wichtiger als die Wahl ist, dass du beim Vergleichen immer dasselbe Modell benutzt.

Was ist ein Attributionsfenster?

Der Zeitraum, in dem ein Kontakt noch für eine Conversion zählt. Kauft jemand 40 Tage nach dem Klick, zählt Google Ads das bei einem Fenster von 30 Tagen nicht mehr mit. Andere Namen dafür: Lookback-Window oder Conversion-Zeitraum.

Warum meldet Meta mehr Conversions als Google Analytics?

Meist aus zwei Gründen. Meta kann auch Käufe zählen, vor denen eine Anzeige nur gesehen wurde. Und Google Analytics teilt den Kauf unter allen beteiligten Kanälen auf, Meta bekommt dort nur seinen Anteil. Beide Zahlen sind nach ihrer eigenen Regel richtig.

Was ist der Unterschied zwischen Attribution und Tracking?

Tracking misst, was passiert: Klicks, Besuche, Käufe. Attribution deutet diese Daten und verteilt den Verdienst. Ohne Tracking gibt es keine Attribution — aber sauberes Tracking macht die Verteilung nicht automatisch richtig.

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