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Bleistiftskizze zum Begriff Doorway Pages
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Doorway Pages

Fünfzig Städteseiten, derselbe Text, nur der Ortsname getauscht? Das nennt Google Brückenseiten — und wertet es als Spam.

Auch bekannt alsBrückenseitenDoorway PageBrückenseiteDoorway-Seiten

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Doorway Pages?

Doorway Pages sind Seiten mit nur einem Job: bei einer Gruppe ähnlicher Suchanfragen auftauchen und den Besucher dann weiterschieben. Google nennt sie auf Deutsch Brückenseiten und führt sie in den Spam-Richtlinien unter „Missbrauch von Brückenseiten“.

Laut Google führen solche Seiten Nutzer auf Zwischenseiten, die weniger hilfreich sind als das eigentliche Ziel. Typische Fälle aus Googles eigener Liste:

  • Mehrere Websites, die sich nur in Startseite und Adresse leicht unterscheiden
  • Domains oder Seiten für einzelne Städte, die am Ende alle zur selben Seite führen
  • Seiten, die Besucher nur in den nutzbaren Teil der Website lotsen
  • Viele fast gleiche Seiten, die eher wie Suchergebnisse aussehen als wie eine geordnete Website

Der Klassiker: Städteseiten

Ein Handwerksbetrieb aus Lübeck baut Seiten für „Dachdecker Hamburg“, „Dachdecker Kiel“, „Dachdecker Schwerin“ — gleicher Text, anderer Ortsname. Genau das ist der Fall, den Google beschreibt. Als ein SEO 2019 fragte, ob er 1.300 solcher Seiten bauen solle, antwortete Googles John Mueller laut Search Engine Roundtable knapp: Das klinge nach Doorway Pages, nichts, was er empfehlen würde.

Aber Vorsicht vor dem Umkehrschluss: Standortseiten sind nicht verboten. Entscheidend ist, ob hinter der Seite ein echter Standort oder echter Inhalt steckt.

Brückenseite

Echte Standortseite

Keine Adresse in der Stadt

Echte Adresse vor Ort

Text gleich, nur Ort getauscht

Eigene Inhalte und Ansprechpartner

Schiebt zur zentralen Kontaktseite

Eigenständiger Standort

Nirgends verlinkt

In der Standort-Übersicht

Kein Unternehmensprofil

Eigenes Google-Unternehmensprofil

Das Google Business Profile ist dabei ein guter Prüfstein: Laut Google gibt es höchstens ein Profil pro echtem Standort, virtuelle Büros und Postfächer sind ausgeschlossen. Wer nur eine Zentrale hat, trägt dort sein Einzugsgebiet ein, statt Scheinadressen zu erfinden.

Die fünf Prüffragen von Google

Schon 2015 hat Google mit einem Ranking-Update gezielt Doorway-Kampagnen abgewertet. Im Blogbeitrag dazu stehen fünf Fragen, die bis heute als Checkliste taugen:

  • Ist die Seite fester Teil deiner Website — oder nur ein Trichter in den eigentlich nützlichen Bereich?
  • Soll sie für allgemeine Begriffe ranken, zeigt aber nur sehr spezielle Inhalte?
  • Dupliziert sie Übersichten (Orte, Produkte), die es auf der Website schon gibt, nur für mehr Traffic?
  • Ist sie nur dafür gemacht, Affiliate-Traffic abzugreifen und weiterzuschicken?
  • Ist sie von anderen Teilen deiner Website kaum oder gar nicht erreichbar?

Beantwortest du eine dieser Fragen mit Ja, hast du ein Problem. Eine magische Prozentzahl an „einzigartigem Text“ pro Seite nennt Google übrigens nicht — die Quoten aus Agentur-Blogs sind erfunden.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Glauben, der Ortsname macht die Seite einzigartig

Ein ausgetauschtes Wort ist kein neuer Inhalt. Für Google bleiben das im Wesentlichen ähnliche Seiten.

Fehler 2 · Füllstoff statt Mehrwert

Ein Absatz über die Stadtgeschichte von Kiel macht aus einer Brückenseite keine Standortseite. Die Frage bleibt: Hat der Besucher hier etwas, das er sonst nicht hätte? Referenzprojekte vor Ort, echte Anfahrtszeiten, lokale Preise — das zählt.

Fehler 3 · Eine Domain pro Stadt

Mehrere Microsites für dieselbe Firma sind Googles erstes Beispiel. Werden sie massenhaft erzeugt, greift oft zusätzlich die Richtlinie gegen skalierten Content-Missbrauch, die Google im März 2024 eingeführt hat.

Fehler 4 · KI-Städteseiten für sicher halten

Mit KI lassen sich 300 Varianten in einer Stunde erzeugen. Leicht umformuliert ändert nichts daran, dass es dieselbe Seite ist. Google bewertet den Zweck, nicht das Werkzeug.

Was tun, wenn du Brückenseiten hast?

  • Bestand prüfen — mit Screaming Frog Beinahe-Duplikate und nicht verlinkte Seiten finden, in SISTRIX, Semrush oder Ahrefs die Sichtbarkeit je Verzeichnis ansehen.
  • Zusammenlegen — eine starke Leistungsseite mit Einzugsgebiet schlägt 30 dünne Städteseiten. Alte Adressen per Redirect auf die neue Seite leiten.
  • Echte Standorte ausbauen — eigene Inhalte, Team, Öffnungszeiten, LocalBusiness-Markup und ein passendes Unternehmensprofil.
  • Nach einer manuellen Maßnahme — erst aufräumen, dann in der Search Console „Überprüfung anfordern“ mit Beispielen, was du entfernt hast. Laut Google dauert die Prüfung meist mehrere Tage oder Wochen.

Häufige Fragen

Sind Städteseiten für Dienstleister erlaubt?

Ja, wenn jede Seite echten, eigenen Nutzen hat — zum Beispiel einen Standort, lokale Referenzen oder ortsspezifische Informationen. Nur den Ortsnamen auszutauschen, ist eine Brückenseite.

Was passiert, wenn Google Doorway Pages erkennt?

Die Seiten ranken schlechter oder verschwinden. Bei einer manuellen Maßnahme siehst du das in der Search Console. Nach dem Aufräumen kannst du dort eine erneute Überprüfung beantragen.

Wie viele Städteseiten sind zu viele?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist der Mehrwert je Seite. Zehn gute Standortseiten sind in Ordnung, drei austauschbare schon zu viel.

Ich habe kein Büro in der Stadt. Wie werde ich trotzdem gefunden?

Trag im Google-Unternehmensprofil dein Einzugsgebiet ein, sammle Bewertungen und zeig auf einer starken Leistungsseite echte Projekte aus der Region. Das wirkt dauerhaft, Scheinseiten nicht.

Sind per KI erzeugte Städteseiten Doorway Pages?

Wenn sie sich nur im Ortsnamen und in Formulierungen unterscheiden: ja. Massenhaft erzeugt fallen sie zusätzlich unter Googles Richtlinie gegen skalierten Content-Missbrauch.

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