Was sind GA4 Explorationen?
GA4 Explorationen findest du in Google Analytics 4 links im Menü unter „Expl. Datenanalyse“, englisch „Explore“. Google beschreibt sie als Sammlung fortgeschrittener Techniken, die über die Standardberichte hinausgehen. Auf der deutschen Hilfeseite heißt es, das Tool gebe Zugriff auf Daten und Verfahren, die in den Berichten nicht verfügbar sind.
Der Unterschied zu den Berichten: Die sind fertig gebaut. In einer Exploration stellst du selbst zusammen, was du sehen willst. Zum Beispiel: Welche Kampagne bringt Besucher, die später wiederkommen? Wo steigen Handy-Nutzer im Checkout aus? Was machen Leute direkt vor dem Kauf?
Jede Exploration ist zuerst privat, nur du siehst sie. Teilen kannst du sie ab der Rolle Analyst. Wer nur Leserechte hat, sieht geteilte Explorationen, muss sie zum Ändern aber duplizieren.
Die sieben Techniken
Technik
Wofür
Freies Format
Tabellen und Diagramme frei bauen
Trichter
Abbrüche zwischen Schritten finden
Pfad
Wege vor oder nach einem Ereignis
Kohorte
Wiederkehr von Gruppen über Zeit
Segmentüberschneidung
Schnittmengen von Zielgruppen
Nutzer-Explorer
Einzelne Nutzer im Detail
Nutzer-Lifetime
Wert über die ganze Nutzungsdauer
Im Alltag brauchst du vor allem drei. Das freie Format ist eine Pivot-Tabelle mit bis zu fünf Dimensionen in den Zeilen und zehn Messwerten. Der Trichter zeigt bis zu zehn Schritte. Er kann offen sein, dann zählen Einsteiger auf jeder Stufe, oder geschlossen, dann nur ab dem ersten Schritt. Der Pfad zeigt standardmäßig die fünf häufigsten Wege je Schritt, auf Klick bis zu 20.
Pro Exploration sind bis zu zehn Tabs, zehn Segmente und je 20 Dimensionen und Messwerte drin, pro Property bis zu 200 eigene Explorationen je Nutzer. Ergebnisse exportierst du nach Google Sheets, als CSV, TSV oder PDF.
Grenzen, die du kennen musst
Explorationen laufen auf Ereignisdaten. Wie weit die zurückreichen, regelt die Datenaufbewahrung. In normalen Properties hast du die Wahl zwischen 2 und 14 Monaten, längere Zeiträume gibt es nur in der Bezahlversion GA4 360. Laut Google wirkt diese Einstellung nur auf Explorationen und Trichterberichte, nicht auf die Standardberichte.
Zweite Grenze ist das Sampling, die Stichprobe. Fragt eine Exploration mehr als 10 Millionen Ereignisse ab, wertet GA4 nur einen Teil aus und rechnet hoch. Das Symbol für die Datenqualität oben rechts zeigt dann, wie viel Prozent der Daten drin sind. Kürzerer Zeitraum oder weniger Segmente helfen.
Dritte Grenze sind Schwellenwerte. GA4 blendet Zeilen aus, wenn sonst einzelne Personen erkennbar wären, etwa bei demografischen Daten oder sehr kleinen Nutzerzahlen. Die Schwellen legt Google fest, ändern kannst du sie nicht.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Abweichungen für einen Messfehler halten
Die Exploration zeigt 1.180 Käufe, der Standardbericht 1.214? Meist steckt Sampling, ein Schwellenwert oder die Aufbewahrung dahinter. Schau zuerst aufs Datenqualitäts-Symbol, bevor du das Tracking zerlegst.
Fehler 2 · Offenen und geschlossenen Trichter verwechseln
Im offenen Trichter zählen auch Leute, die erst bei Schritt drei einsteigen. Die Abbruchquoten sehen dann freundlicher aus, als dein Checkout wirklich ist. Für einen Kaufprozess willst du meist den geschlossenen.
Fehler 3 · Glauben, das Team sieht die Analyse
Explorationen sind privat, bis du sie teilst. Für regelmäßige Auswertungen, die andere sehen sollen, ist ein Dashboard in Looker Studio oft der bessere Ort.
So startest du mit Explorationen
- Aufbewahrung auf 14 Monate: Einmal einstellen, sonst fehlen dir später die Daten.
- Mit einer Frage anfangen: „Wo brechen Handy-Nutzer im Checkout ab?“ statt planlos Dimensionen ziehen.
- Vorlage nutzen: GA4 bringt Vorlagen für Trichter, Pfad und Kohorte mit. Anpassen geht schneller als neu bauen.
- Segmente vergleichen: Handy gegen Desktop, neue gegen wiederkehrende Nutzer. Erst der Vergleich macht Zahlen lesbar.
- Grenzen kennen: Für Rohdaten ohne Stichprobe gibt es den Export nach BigQuery, in normalen Properties bis zu 1 Million Ereignisse pro Tag.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Explorationen in GA4?
Links im Menü unter „Expl. Datenanalyse“, in der englischen Oberfläche „Explore“. Dort startest du leer oder mit einer Vorlage.
Warum zeigt meine Exploration nur zwei Monate Daten?
Wegen der Datenaufbewahrung. Steht sie auf 2 Monaten, reichen Explorationen nur so weit zurück. Stell sie in der Verwaltung auf 14 Monate.
Warum weichen Explorationen von den Standardberichten ab?
Meist wegen Sampling ab 10 Millionen Ereignissen, wegen Schwellenwerten zum Schutz einzelner Nutzer oder wegen der Aufbewahrungsgrenze.
Kann ich Explorationen mit dem Team teilen?
Ja, ab der Rolle Analyst. Andere sehen geteilte Explorationen nur lesend und müssen sie zum Bearbeiten duplizieren.
Was tun, wenn die Daten gesampelt sind?
Zeitraum verkürzen, weniger Segmente oder Dimensionen nutzen oder die Rohdaten über den BigQuery-Export auswerten.