Was ist der Knowledge Graph?
Wenn du „Taj Mahal“ googelst — meinst du das Bauwerk in Indien oder den Bluesmusiker? Früher hätte Google nur die Buchstaben abgeglichen. Seit 2012 versucht es zu verstehen, welches Ding gemeint ist. Das Werkzeug dafür ist der Knowledge Graph.
Google beschreibt ihn als Datenbank mit Milliarden Fakten über Personen, Orte und Dinge. Jedes dieser Dinge ist eine Entität, und der Graph speichert, wie sie zusammenhängen: Wer hat welche Firma gegründet, welche Stadt liegt in welchem Land, wer hat welches Buch geschrieben.
Den Leitsatz gab Google bei der Einführung am 16. Mai 2012 aus: „things, not strings“ — Dinge statt Zeichenketten.
Wie groß ist der Knowledge Graph?
Stand
Umfang laut Google
Mai 2012
über 500 Mio. Objekte, über 3,5 Mrd. Fakten
Mai 2020
5 Mrd. Entitäten, über 500 Mrd. Fakten
Die Zahl von 2020 ist die letzte offizielle Angabe von Google. Neuere Werte, die im Netz kursieren, sind Schätzungen von Dritten.
Schon 2012 nannte Google drei Ziele: das richtige Ding finden, wenn ein Begriff mehrdeutig ist; die beste Zusammenfassung liefern; und Zusammenhänge zeigen, nach denen du noch gar nicht gefragt hast.
Woher kommen die Daten?
Laut Google aus vielen Richtungen:
- Öffentliche Webquellen — Wikipedia ist eine häufige, aber nicht die einzige.
- Lizenzierte Daten zu Sport, Börse, Wetter, Musik oder Fernsehen.
- Fachleute, etwa Mediziner bei Gesundheitsthemen.
- Strukturierte Daten von Websites, zum Beispiel für Veranstaltungen.
- Änderungsvorschläge von Personen und Unternehmen, die ihr Knowledge Panel bestätigt haben.
Früher spielte die offene Datenbank Freebase eine große Rolle. Google kündigte 2014 an, ihre Daten nach Wikidata zu überführen, und stellte Freebase danach ein. Wikidata ist seitdem die große offene Wissensdatenbank — mit über 120 Millionen Datenobjekten (Stand Oktober 2026).
Für die KI-Suche wird der Graph wichtiger: Google schreibt, dass sein AI Mode auf aktuelle Quellen wie den Knowledge Graph zugreift. Wer dort sauber als Entität steht, wird von der Maschine leichter richtig eingeordnet.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Graph und Panel verwechseln
Viele sagen „Knowledge Graph“ und meinen die Infobox. Du kannst im Graphen stehen, ohne dass Google ein Panel zeigt — das hängt von der Suche ab.
Fehler 2 · „Mit Schema-Markup bin ich drin“
Organisations-Markup hilft Google, dein Unternehmen eindeutig zuzuordnen, und kann etwa das Logo beeinflussen. Eine Aufnahme in den Knowledge Graph verspricht Google damit nicht.
Fehler 3 · „Ohne Wikipedia keine Chance“
Wikipedia ist eine häufige Quelle, aber nicht die einzige. Entscheidend ist, dass es im offenen Web genug übereinstimmende Informationen über dich gibt.
Fehler 4 · Den Graphen direkt bearbeiten wollen
Das geht nicht. Du kannst über „Feedback“ Fehler melden, dein Knowledge Panel beanspruchen und dann Änderungen vorschlagen — oder an den Quellen arbeiten, aus denen Google liest.
So wirst du als Entität sichtbar
- Eindeutige Website: Eine klare „Über uns“-Seite mit Name, Gründung, Sitz und Ansprechpartnern.
- Strukturierte Daten: Organization- oder Person-Markup mit Logo und sameAs-Verweisen auf deine Profile.
- Einheitliche Angaben: Gleicher Name, gleiche Adresse, gleiche Beschreibung auf allen Plattformen.
- Erwähnungen im Web: Branchenverzeichnisse, Fachartikel, Interviews — unabhängige Quellen, die dich beschreiben.
- Wikidata prüfen: Gibt es einen Eintrag zu dir, sollte er stimmen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Knowledge Graph und Knowledge Panel?
Der Knowledge Graph ist Googles Wissensdatenbank im Hintergrund. Das Knowledge Panel ist die Infobox in den Suchergebnissen, die Fakten aus dieser Datenbank zu einer Person, einem Ort oder einer Organisation anzeigt.
Wie kommt mein Unternehmen in den Knowledge Graph?
Einen Antrag gibt es nicht. Google nimmt Entitäten auf, wenn es im Web genug verlässliche Informationen findet. Eine eindeutige Website, strukturierte Daten, einheitliche Profile und unabhängige Erwähnungen helfen dabei.
Kann ich falsche Angaben korrigieren?
Ja, über den Feedback-Link am Knowledge Panel. Wer sein Panel beansprucht und bestätigt hat, kann zusätzlich Änderungen vorschlagen. Lokale Unternehmen pflegen ihre Angaben über das Google Business Profile.
Brauche ich einen Wikipedia-Artikel?
Nein. Wikipedia ist eine häufige Quelle, aber laut Google nicht die einzige. Für die meisten kleinen Unternehmen ist ein Wikipedia-Artikel ohnehin nicht realistisch — einheitliche Angaben im übrigen Web zählen mehr.
Was hat der Knowledge Graph mit KI-Suche zu tun?
Google schreibt, dass sein AI Mode auf aktuelle Quellen wie den Knowledge Graph zugreift. Wer als Entität klar beschrieben ist, wird von KI-Antworten leichter richtig erkannt und eingeordnet.