Was sind Sneaky Redirects?
Eine Weiterleitung schickt Besucher an eine andere Adresse als die, die sie aufgerufen haben. Das ist erst mal völlig normal. Sneaky Redirects — bei Google auf Deutsch „irreführende Weiterleitungen“ — sind die Variante mit Hintergedanken: Sie sollen Nutzern etwas anderes zeigen als Suchmaschinen oder Leute auf Inhalte schicken, die mit ihrer Suche nichts zu tun haben.
Google nennt in seinen Spam-Richtlinien zwei typische Beispiele:
- Die Suchmaschine sieht einen bestimmten Inhalt, Nutzer werden auf etwas völlig anderes umgeleitet.
- Desktop-Nutzer sehen eine normale Seite, Mobilnutzer landen auf einer ganz anderen Spam-Domain.
Legitim oder irreführend?
Wichtig: Nicht der Statuscode entscheidet, sondern die Absicht. Eine 302-Weiterleitung ist nicht verdächtiger als eine 301. Google nennt selbst legitime Gründe für Weiterleitungen.
Legitim
Irreführend
Umzug auf eine neue Domain
Googlebot sieht Ratgeber, Nutzer sehen Casino
Mehrere Seiten zu einer zusammenführen
Nur Besucher aus Google werden umgeleitet
Nach dem Login in den Kundenbereich
Handy-Nutzer landen auf Spam
Mobil auf die passende Mobilseite
Mobil auf eine fremde Domain
Ein Grenzfall ohne Spam-Absicht: Wer bei einer separaten Mobil-Domain alle Seiten auf die mobile Startseite schickt, verstößt nicht gegen die Richtlinien. Laut Google können dabei aber Seiten aus dem Index fallen. Jede Desktop-Seite sollte auf ihre gleichwertige Mobilseite führen.
Woher kommen Sneaky Redirects?
Die meisten Betreiber bauen so etwas nicht absichtlich ein. Google nennt in einem Beitrag zu mobilen Sneaky Redirects drei Ursachen:
- Absicht — der Betreiber leitet bewusst um.
- Werbe-Skripte — ein Werbenetzwerk oder Widget leitet Mobilnutzer ohne Wissen des Betreibers weiter.
- Hack — eingeschleuster Code leitet nur bestimmte Besucher um, etwa nur Handys oder nur Besucher, die von Google kommen.
Das Gemeine am Hack: Du siehst ihn nicht. Rufst du deine Website direkt am Rechner auf, ist alles normal. Im Webspam-Bericht für 2016 meldete Google 32 % mehr gehackte Websites als im Vorjahr und mehr Spam, der Nutzer ohne Wissen des Webmasters umleitet.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Nur am Desktop prüfen
Viele Hacks greifen nur am Smartphone oder nur bei Besuchern aus der Google-Suche. Ruf deine Seite deshalb mit dem Handy über ein Google-Ergebnis auf, nicht über ein Lesezeichen.
Fehler 2 · „Ich hab nichts eingebaut, also betrifft es mich nicht“
Die manuelle Maßnahme trifft deine Website, egal wer den Code eingeschleust hat. Wer fremde Werbe-Skripte einbindet, trägt das Risiko mit.
Fehler 3 · Nur die Hälfte aufräumen
Google schreibt: Erst einreichen, wenn alle betroffenen Seiten bereinigt sind. Teilweise aufgeräumt heißt nicht teilweise wieder aufgenommen.
Fehler 4 · Jede Weiterleitung für Spam halten
Aus Angst vor Strafen Weiterleitungen beim Relaunch wegzulassen, ist der teurere Fehler. Saubere 301-Weiterleitungen sind laut Google der zuverlässigste Weg, Adressen umzuziehen.
So findest und entfernst du sie
- Search Console prüfen — die Berichte „Manuelle Maßnahmen“ und „Sicherheitsprobleme“ zeigen, ob Google etwas gefunden hat.
- URL-Prüfung nutzen — damit siehst du, was der Googlebot von einer Seite bekommt, und vergleichst es mit dem, was Nutzer sehen.
- Bedingungen suchen — Google rät, nach Weiterleitungen zu suchen, die vom Referrer oder vom IP-Bereich abhängen. Typische Verstecke: JavaScript, die .htaccess, das CMS und Plugins.
- Werbe-Skripte ausmisten — nur transparente Werbenetzwerke einbinden.
- Überprüfung anfordern — nach dem Aufräumen im Bericht „Manuelle Maßnahmen“. Laut Google dauert die Prüfung mehrere Tage oder Wochen. Solange ein Antrag offen ist, keinen zweiten stellen.
Häufige Fragen
Ist eine 301- oder 302-Weiterleitung ein Verstoß gegen Googles Richtlinien?
Nein. Weiterleitungen beim Umzug, beim Zusammenführen von Seiten oder nach dem Login sind legitim. Irreführend wird es erst, wenn Nutzer und Suchmaschine bewusst Unterschiedliches sehen sollen.
Warum leitet meine Website am Handy auf eine fremde Seite weiter?
Meist steckt ein Hack oder ein Werbe-Skript dahinter, das nur Mobilnutzer umleitet. Prüf eingebundene Werbung, Plugins und die .htaccess und schau in der Search Console unter „Sicherheitsprobleme“ nach.
Wie erkenne ich irreführende Weiterleitungen, wenn ich selbst nichts sehe?
Ruf deine Seite am Smartphone über ein Google-Suchergebnis auf und nutz in der Search Console die URL-Prüfung. Achte in der Webanalyse auf plötzliche Einbrüche bei mobilen Besuchern.
Was ist der Unterschied zwischen Cloaking und Sneaky Redirects?
Beim Cloaking sehen Suchmaschine und Nutzer auf derselben Adresse unterschiedliche Inhalte. Bei Sneaky Redirects wird der Nutzer auf eine andere Adresse geschickt. Google fasst beides in einer manuellen Maßnahme zusammen.
Wie lange dauert die Überprüfung nach einer manuellen Maßnahme?
Laut Google mehrere Tage oder Wochen. Du bekommst eine E-Mail, wenn der Antrag eingeht und wenn die Prüfung abgeschlossen ist.