Was ist das Google Business Profile?
Such mal nach „Bäcker in der Nähe“. Was du zuerst siehst, sind keine Websites, sondern eine Karte mit drei Einträgen: Sterne, Öffnungszeiten, Route. Das sind Google Business Profiles — auf Deutsch „Unternehmensprofil bei Google“.
Google beschreibt es so: Mit dem kostenlosen Profil legst du fest, wie dein Unternehmen in Google Maps und in der Google-Suche erscheint. Im November 2021 wurde aus „Google My Business“ das Google Business Profile. Seitdem verwaltest du den Eintrag direkt in der Suche oder in Maps.
Im Profil stehen unter anderem:
- Name, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefon, Website
- Öffnungszeiten, auch Sonderöffnungszeiten an Feiertagen
- Kategorie, also was du bist: „Tischlerei“, „Steuerberater“
- Fotos, Leistungen, Beiträge
- Bewertungen und deine Antworten darauf
Wie entscheidet Google, wer oben steht?
Google nennt drei Faktoren für das lokale Ranking:
Faktor
Was Google prüft
Relevanz
Passt das Profil zur Suche?
Entfernung
Wie nah ist der Betrieb?
Bekanntheit
Wie bekannt ist der Ort?
Bekanntheit speist sich laut Google auch aus Bewertungen, Links und Artikeln über dich im Netz. Und Google stellt klar: Ein besseres lokales Ranking lässt sich nicht einfordern, auch nicht gegen Geld.
Bei der Entfernung kannst du wenig machen. Bei Relevanz und Bekanntheit viel: die richtige Hauptkategorie, vollständige Angaben, aktuelle Fotos und regelmäßige Bewertungen.
Bewertungen: Was zählt und was verboten ist
Bewertungen sind das Herzstück. In der Local Consumer Review Survey 2026 von BrightLocal (1.002 Verbraucher in den USA) gaben 97 % an, Bewertungen zu lesen. 68 % ziehen nur Betriebe ab vier Sternen in Betracht, 74 % achten auf Bewertungen der letzten drei Monate.
Genauso klar sind die Grenzen. Google verbietet Bewertungen gegen Anreiz — Rabatt, Gratisleistung, Geld — und Bewertungen von Mitarbeitern. Verboten ist auch, gezielt nur zufriedene Kunden um Bewertungen zu bitten. Erlaubt ist, alle Kunden ehrlich um ihre Meinung zu bitten.
Beispiele aus der Praxis
Zwei typische Rechnungen aus dem Alltag — ausgedachte Betriebe, echte Mechanik:
Beispiel A · Handwerk
Tischlerei mit Einzugsgebiet
1.400
Profilaufrufe / Monat
35
Anrufe übers Profil
35 ÷ 1.400 × 100 = 2,5 % der Aufrufe werden zum Anruf.
Die Zahlen siehst du in der Leistungsübersicht des Profils. Mehr Anrufe bringt meist ein besseres Titelfoto und die genaue Kategorie.
Beispiel B · Café
Gute Sterne, alte Bewertungen
4,6
Sterne im Schnitt
2
Bewertungen in 3 Monaten
Der Schnitt ist stark, aber die Frische fehlt.
Drei Viertel der Befragten achten auf die letzten drei Monate. Ein Hinweis auf dem Kassenbon mit QR-Code bringt regelmäßig neue.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Keywords in den Firmennamen packen
„Malermeister Schulz – Maler Kiel günstig“ — das sieht man oft. Google verbietet ausdrücklich unnötige Zusätze im Namen. Bei Verstößen kann das Profil gesperrt werden. Der Name ist der Name, wie er auf dem Schild steht.
Fehler 2 · Bewertungen erkaufen
„Fünf Sterne gegen zehn Prozent Rabatt“ verstößt gegen Googles Richtlinien und gegen das Wettbewerbsrecht. Google erkennt solche Muster zunehmend und kann dann neue Bewertungen pausieren.
Fehler 3 · Veraltete Öffnungszeiten
Nichts nervt mehr als ein Kunde vor verschlossener Tür, weil Google „geöffnet“ sagt. Pflege Sonderöffnungszeiten zu Feiertagen und Urlaub. Google empfiehlt ausdrücklich, die Angaben aktuell zu halten.
Fehler 4 · Bewertungen ignorieren oder mit Textbausteinen beantworten
Laut BrightLocal 2026 erwarten 89 % überhaupt eine Antwort, die Hälfte schrecken Antworten nach Vorlage ab. Eine kurze, persönliche Antwort — gerade auf Kritik — wirkt stärker als zehn Fünf-Sterne-Bewertungen.
So richtest du dein Profil ein
- Profil beanspruchen und bestätigen: per Videoanruf, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Postkarten kommen laut Google meist innerhalb von 14 Tagen.
- Hauptkategorie genau wählen, wenige weitere Kategorien dazu.
- Kein Ladenlokal? Einzugsgebiet angeben und die Adresse ausblenden. Postfächer und virtuelle Büros sind nicht erlaubt.
- Fotos von echten Räumen und Leuten statt Stockfotos.
- Jede Bewertung beantworten, am besten innerhalb einer Woche.
Häufige Fragen
Kostet das Google Business Profile etwas?
Nein. Google bietet das Unternehmensprofil kostenlos an. Ein besseres Ranking lässt sich laut Google auch nicht kaufen — Anzeigen in Maps laufen getrennt über Google Ads.
Brauche ich eine Adresse, wenn ich nur zu Kunden fahre?
Nein. Als Servicebetrieb ohne Ladenlokal gibst du ein Einzugsgebiet an und blendest deine Adresse aus. Ein Postfach oder ein virtuelles Büro als Adresse erlaubt Google nicht.
Wie lange dauert die Bestätigung?
Das hängt vom Weg ab. Per Videoanruf, Telefon oder E-Mail geht es oft schnell. Postkarten kommen laut Google meist innerhalb von 14 Tagen, der Code darauf gilt 30 Tage. Die Prüfung danach kann bis zu fünf Werktage dauern.
Darf ich für Bewertungen einen Rabatt geben?
Nein. Bewertungen gegen Anreiz verbietet Google ausdrücklich. Gefälschte Bewertungen zu beauftragen ist zudem nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb stets unzulässig. Du darfst aber alle Kunden ehrlich um eine Bewertung bitten.
Was ist der Unterschied zu Google My Business?
Es ist dasselbe Produkt. Google hat Google My Business im November 2021 in Google Business Profile umbenannt und die Verwaltung in die Suche und Maps verlegt.
Quellen
- Unternehmensprofil-Hilfe: Über Unternehmensprofile
- Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking verbessern
- Unternehmensprofil-Hilfe: Unternehmen bestätigen
- Unternehmensprofil-Hilfe: Richtlinien für die Darstellung
- Google Maps: Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte
- Google-Blog: Schutz für Unternehmen in Maps
- BrightLocal: Local Consumer Review Survey 2026
- UWG, Anhang (stets unzulässige geschäftliche Handlungen)