Was sind Rich Results?
Du suchst ein Rezept für Franzbrötchen. Ein Treffer zeigt nur Titel und zwei Zeilen Text. Der nächste zeigt ein Foto, 4,8 Sterne und „45 Minuten“. Auf welchen klickst du? Eben.
Genau das sind Rich Results: Suchergebnisse, die mehr zeigen als Titel, Adresse und Beschreibung. Google nennt sie Ergebnisse mit grafischen Elementen oder interaktiven Funktionen, die meist auf strukturierten Daten im Code der Seite beruhen. Das sind maschinenlesbare Angaben nach dem Vokabular von Schema.org, am besten im Format JSON-LD.
Der ältere Name ist Rich Snippets. In der aktuellen Google-Dokumentation taucht er nicht mehr auf, im deutschen Sprachgebrauch ist er aber bis heute verbreitet. Gemeint ist dasselbe.
Welche Rich Results zeigt Google heute?
Googles Übersicht der Suchfunktionen listet aktuell rund zwei Dutzend Typen. Für kleine und mittlere Unternehmen zählen vor allem diese:
Typ
Was im Treffer erscheint
Produkt
Preis, Verfügbarkeit, Bewertung
Bewertung
Sterne und Anzahl
Rezept
Bild, Zeit, Sterne
Event
Datum und Ort
Breadcrumb
Pfad statt Adresse
Video
Vorschaubild, Dauer
Lokales Geschäft
Öffnungszeiten, Adresse
Die Liste schrumpft. Das HowTo-Rich-Result zeigt Google seit dem 13. September 2023 nicht mehr. FAQ-Ergebnisse waren ab August 2023 auf bekannte Behörden- und Gesundheitsseiten beschränkt; seit dem 7. Mai 2026 erscheinen sie laut Google-Dokumentation gar nicht mehr. Im Juni 2025 kündigte Google weitere selten genutzte Typen ab, etwa Kursinfos, Gehaltsschätzungen und Fahrzeugangebote — mit dem Hinweis, dass sich am Ranking dadurch nichts ändert.
Was bringen Rich Results?
Sie machen deinen Treffer größer und auffälliger. Das zahlt auf die Click-Through-Rate ein, also den Anteil der Menschen, die nach dem Sehen tatsächlich klicken. Google selbst hat dazu Fallstudien veröffentlicht. Sie sind älter und stammen von Google, taugen aber als Größenordnung:
Case A · Filmportal
Rotten Tomatoes
100.000
Seiten mit Markup
+25 %
Klickrate
Seiten mit strukturierten Daten: 25 % höhere CTR
Verglichen mit Seiten ohne Markup. Frühere Google-Fallstudie ohne Datum.
Case B · Rezeptportal
Food Network
80 %
Seiten umgestellt
+35 %
Besuche
Nach der Umstellung: 35 % mehr Besuche
Frühere Google-Fallstudie. Rezepte sind ein Paradefall: Bild und Sterne fallen in der Liste sofort auf.
Ein Rankingfaktor sind Rich Results nicht in dem Sinne, dass Markup dich nach oben schiebt. Der Effekt läuft über die Klicks: Du stehst gleich weit oben, wirst aber öfter gewählt. Dazu kommt ein zweiter Nutzen: Google nutzt strukturierte Daten, um den Inhalt einer Seite zu verstehen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Unsichtbares auszeichnen
Bewertungen, die nirgends auf der Seite stehen, oder Sterne, die du dir selbst gibst: Google verbietet Markup für Inhalte, die Besucher nicht sehen, und irreführende Angaben. Im besten Fall gibt es dann einfach kein Rich Result, im schlechtesten eine manuelle Maßnahme.
Fehler 2 · Pflichtfelder vergessen
Jeder Typ hat Pflichtangaben. Fehlt eine, ist die Seite gar nicht erst berechtigt. Empfohlene Felder sind freiwillig, machen das Ergebnis aber vollständiger.
Fehler 3 · Noch auf FAQ und HowTo setzen
Viele Ratgeber versprechen weiterhin Aufklapp-Fragen im Suchergebnis. Die gibt es nicht mehr. Bestehendes Markup musst du laut Google nicht entfernen — als Hilfe beim Seitenverständnis bleibt es sinnvoll. Ein Grund für neue Arbeit ist es nicht.
Fehler 4 · Test grün, Haken dran
Der Rich-Results-Test sagt nur: Die Seite darf. Ob Google den Treffer erweitert, hängt auch von Standort, Gerät und Suchverlauf ab. Prüf deshalb in der Search Console, ob die Darstellung wirklich ausgespielt wird.
So kommst du an Rich Results
- Passenden Typ wählen — nur, was zu deinem Inhalt gehört: Produkt im Shop, Event bei Terminen, lokales Geschäft für den Laden.
- Markup einbauen — als JSON-LD, das empfiehlt Google. In WordPress erledigen Yoast oder Rank Math die Grundtypen automatisch.
- Testen — mit dem Rich-Results-Test von Google; für allgemeines Schema.org der Schema Markup Validator.
- Beobachten — Statusberichte und Leistungsbericht in der Google Search Console zeigen, ob Ergebnisse gültig sind und wie sich die Klicks entwickeln.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rich Results und Rich Snippets?
Keiner in der Sache. Rich Snippets ist der ältere Name, Google spricht heute nur noch von Rich Results. Im Deutschen hört man auch „erweiterte Suchergebnisse“.
Garantieren strukturierte Daten ein Rich Result?
Nein. Sie machen deine Seite berechtigt. Ob Google die erweiterte Darstellung zeigt, entscheidet Google je nach Suche, Gerät und Standort — und nur, wenn das Markup zu den Richtlinien passt.
Gibt es FAQ- und HowTo-Rich-Results noch?
Nein. HowTo-Ergebnisse zeigt Google seit September 2023 nicht mehr, FAQ-Ergebnisse seit Mai 2026. Vorhandenes Markup darf bleiben, bringt aber keine Darstellung in der Suche mehr.
Was ist der Unterschied zum Featured Snippet?
Ein Featured Snippet ist die hervorgehobene Antwortbox, bei der der Text vor dem Link steht. Google wählt es aus dem Inhalt der Seite, Markup braucht es dafür nicht. Rich Results beruhen dagegen meist auf strukturierten Daten.
Wie prüfe ich, ob mein Markup funktioniert?
Einzelne Seiten mit dem Rich-Results-Test von Google, die ganze Website über die Statusberichte in der Search Console. Dort siehst du auch Warnungen zu fehlenden Feldern.
Quellen
- Google Search Central: Visual Elements Gallery
- Google Search Central: Einführung in strukturierte Daten
- Google Search Central: Suchfunktionen-Galerie
- Google Search Central Blog: Änderungen bei HowTo und FAQ
- Google Search Central Blog: Vereinfachung der Suchergebnisse
- Google Search Central: Richtlinien für strukturierte Daten
- Google Search Central: KI-Funktionen und deine Website