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Bleistiftskizze zum Begriff Disavow
SEO

Disavow

Mit dem Disavow-Tool bittest du Google, bestimmte Links auf deine Website zu ignorieren. Klingt nach Rundum-Schutz — ist aber ein Werkzeug für den Notfall, das die allermeisten nie brauchen.

Auch bekannt alsDisavow-ToolLinks entwertenLinks für ungültig erklären

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Disavow?

Disavow ist Englisch und heißt „sich von etwas lossagen“. Im SEO meint es: Du sagst Google, dass bestimmte Links auf deine Website nicht zählen sollen. Das geht über das Disavow-Tool der Google Search Console, auf Deutsch „Links für ungültig erklären“.

Du lädst dafür eine einfache Textdatei hoch. Darin stehen die Adressen oder ganzen Domains, deren Links Google ignorieren soll. Schon beim Start des Tools 2012 nannte Google so eine Datei eine starke Empfehlung, keinen Befehl.

Wann brauchst du das Disavow-Tool?

Laut Google nur dann, wenn beides zutrifft:

  • Es zeigen sehr viele Spam-, künstliche oder minderwertige Links auf deine Website.
  • Diese Links haben eine manuelle Maßnahme ausgelöst oder werden es wahrscheinlich tun.

Trifft das nicht zu, lass die Finger davon. Google bewertet laut eigener Hilfe in den meisten Fällen selbst, welchen Links es vertraut. Seit dem Penguin-Update vom September 2016 arbeitet die Link-Bewertung in Echtzeit und entwertet Spam gezielt, statt ganze Websites abzustrafen. Das System SpamBrain neutralisiert seit dem Link-Spam-Update vom Dezember 2022 auch gekaufte Links.

Situation

Disavow?

Manuelle Maßnahme wegen gekaufter Links

ja, nach Abbau-Versuch

Ein paar Spam-Links aus Linkfarmen

nein, ignoriert Google

Tool zeigt „toxische“ Links

meist nein

Die „Toxic Score“-Werte in Tools wie Semrush oder Ahrefs sind Einschätzungen der Anbieter, keine Google-Werte. Sie sind ein Anlass zum Hinschauen, kein Grund zum Entwerten.

So sieht eine Disavow-Datei aus

Eine Zeile pro Eintrag. Einzelne Seiten schreibst du als volle URL, ganze Domains mit dem Zusatz domain:. Zeilen mit einer Raute am Anfang sind Kommentare.

Beispiel nach Googles Muster

# Zwei Seiten entwerten · http://spam.example.com/stuff/comments.html · http://spam.example.com/stuff/paid-links.html · # Eine ganze Domain · domain:shadyseo.com

Jeder Teil zwischen den Punkten steht in der echten Datei in einer eigenen Zeile.

Die Regeln laut Google-Hilfe:

  • Textdatei mit der Endung .txt, kodiert in UTF-8 oder 7-Bit-ASCII.
  • Höchstens 100.000 Zeilen und 2 MB, Leer- und Kommentarzeilen zählen mit.
  • Eine URL darf höchstens 2.048 Zeichen lang sein.
  • Ganze Unterverzeichnisse lassen sich nicht entwerten — nur Seiten oder ganze Domains.
  • Das Tool funktioniert nur mit einer URL-Präfix-Property, nicht mit einer Domain-Property.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Vorsorglich entwerten

Jeden Monat neue Spam-Domains in die Liste? Unnötig. Google schrieb schon 2012, die allermeisten Websites bräuchten das Tool überhaupt nicht. Das gilt heute erst recht.

Fehler 2 · Alle Backlinks in die Datei kippen

Bei einer Link-Strafe einfach alles entwerten? Google wertet das ausdrücklich nicht als ernsthaften Versuch. Der Antrag auf erneute Überprüfung kann dann abgelehnt werden — und gute Links sind obendrein weg.

Fehler 3 · Nur die neuen Einträge hochladen

Pro Property gibt es genau eine Liste. Eine neue Datei ersetzt die alte komplett. Wer nur die Ergänzungen hochlädt, macht alle früheren Einträge wieder gültig. Lade immer die vollständige Liste hoch.

Fehler 4 · Sofortige Wirkung erwarten

Google braucht laut Hilfe einige Wochen, bis die Liste wirkt. Und die Links verschwinden nicht aus dem Links-Bericht der Search Console — sie werden nur nicht mehr gewertet.

So gehst du richtig vor

  • Bericht prüfen: Gibt es in der Search Console eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links? Wenn nein, bist du meist schon fertig.
  • Links sammeln: Den Links-Bericht der Search Console exportieren, dazu Daten aus Ahrefs, Semrush oder SISTRIX.
  • Erst abbauen: Die Betreiber der Spam-Seiten anschreiben und um Entfernung bitten. Das verlangt Google bei einer Strafe.
  • Dann entwerten: Was übrig bleibt, als Domain eintragen und die Datei hochladen.
  • Antrag stellen: Bei einer manuellen Maßnahme im Bericht die erneute Überprüfung anfordern.

Häufige Fragen

Muss ich schlechte Backlinks entwerten?

Meist nicht. Google ignoriert Spam-Links in der Regel von selbst. Sinnvoll ist das Disavow-Tool nur, wenn es sehr viele solche Links gibt und sie eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen.

Wie lange dauert es, bis das Disavow wirkt?

Laut Google einige Wochen. Die Links müssen erst neu gecrawlt werden. Im Links-Bericht der Search Console bleiben sie trotzdem sichtbar.

Kann ich ein Disavow rückgängig machen?

Ja. Du lädst eine neue, korrigierte Datei hoch, die die alte ersetzt, oder du löschst die Liste über „Cancel Disavowals“ ganz.

Wo finde ich das Disavow-Tool?

Unter der Adresse search.google.com/search-console/disavow-links. Es funktioniert nur mit einer URL-Präfix-Property, nicht mit einer Domain-Property, und hochladen dürfen nur Inhaber der Property.

Schützt Disavow vor Angriffen mit Spam-Links?

Kaum nötig. Google entwertet Spam-Links heute automatisch, statt die verlinkte Website abzustrafen. Gezielte Spam-Links von Konkurrenten sind deshalb selten ein Grund, das Tool zu nutzen.

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