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Bleistiftskizze: Maler setzt an der Staffelei auf leerer Leinwand einen ersten orangen Farbfleck oben links, als Bild für den ersten sichtbaren Inhalt
SEO

First Contentful Paint

FCP

Der Moment, in dem deine Seite zum ersten Mal etwas zeigt — ein Stück Text, ein Logo, ein Bild. Bis dahin starrt der Besucher auf eine leere Fläche.

5 Min

Lesezeit

04.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist der First Contentful Paint?

Du klickst auf einen Link, und der Bildschirm bleibt weiß. Eine Sekunde, zwei Sekunden. Irgendwann erscheint die erste Zeile Text. Genau dieser Moment ist der First Contentful Paint, kurz FCP.

Google definiert ihn als die Zeit vom Aufruf der Seite, bis irgendein Teil des Inhalts auf dem Bildschirm erscheint. Als Inhalt zählen:

  • Text
  • Bilder, auch Hintergrundbilder
  • SVG-Grafiken, etwa ein Logo
  • Zeichenflächen (Canvas), die nicht nur weiß sind

Eine farbige Hintergrundfläche allein reicht nicht. Die heißt First Paint und kommt meist ein paar Millisekunden früher.

Wie wird FCP gemessen?

Messung

FCP = Zeitpunkt des ersten Inhalts − Beginn des Seitenaufrufs

Beispiel: Server antwortet nach 0,6 s, CSS und Schrift laden bis 1,4 s, dann erscheint die Überschrift → FCP = 1,4 s

In diesen Wert fällt alles, was vor dem ersten Bild passiert: Weiterleitungen, Verbindungsaufbau, die Antwortzeit des Servers (Time to First Byte) und alle Dateien, die der Browser abwarten muss, bevor er zeichnet.

FCP

Bewertung

bis 1,8 s

gut

1,8–3,0 s

verbesserungswürdig

über 3,0 s

schlecht

Die Grenzen gelten für echte Besucher, gemessen am 75. Perzentil. Drei von vier Aufrufen müssen den Wert also schaffen. Im Labortest von Lighthouse ist der Desktop strenger: Grün gibt es dort nur bis 0,9 Sekunden.

Wie wichtig ist FCP für SEO?

Klare Ansage: FCP ist kein Core Web Vital. Die drei Core Web Vitals sind LCP, INP und CLS. Auch der Bericht in der Google Search Console zeigt den FCP nicht.

Im Performance-Wert von Lighthouse zählt er seit Version 10 mit 10 %. Trotzdem lohnt der Blick: Ist der FCP schlecht, kann der LCP kaum gut sein. Wer spät das erste Pixel zeichnet, zeichnet auch das größte spät.

Laut Web Almanac 2025 hatten im Juli 2025 70 % der Websites am Desktop einen guten FCP, auf dem Handy nur 55 %. Ein Grund ist der Server: Eine gute Time to First Byte unter 0,8 Sekunden schafften auf dem Handy nur 44 % der Websites.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Fälle großer Unternehmen. Die Zahlen sind ihre eigenen Angaben.

Case A · Bewertungsportal

Yelp, Buchungsstrecke für Anzeigen

3,25 → 1,80 s

FCP

bis +15 %

Conversion Rate

FCP um 45 % gesenkt

Eigener Bericht von Yelp aus dem Jahr 2021, gilt für eine einzelne Strecke mit sieben Schritten.

Case B · Onlineshop

Rakuten 24, A/B-Test einer Landingpage

−8,45 %

FCP

+33,13 %

Conversion Rate

Dazu 53,37 % mehr Umsatz pro Besucher

Fallstudie bei Google. Optimiert wurden alle Core Web Vitals, nicht nur der FCP.

Häufige Fehler

Fehler 1 · FCP für einen Rankingfaktor halten

Viele Ratgeber werfen FCP mit den Core Web Vitals in einen Topf. Google tut das nicht. Optimier ihn, weil er deinen Besuchern hilft und den LCP mitzieht — nicht, weil du dir direkt bessere Plätze erhoffst.

Fehler 2 · Labor und echte Besucher verwechseln

Der Wert oben in PageSpeed Insights stammt aus einem Labortest mit gedrosseltem Handy. Was deine echten Besucher erleben, steht im Teil darüber, sofern Google genug Daten hat. Beide Zahlen weichen oft deutlich voneinander ab.

Fehler 3 · Nur am Frontend schrauben

Bilder komprimieren hilft beim FCP wenig, wenn der Server eine Sekunde für die erste Antwort braucht. Prüf zuerst die Time to First Byte und Weiterleitungsketten, dann das CSS.

Fehler 4 · Blockierende Dateien unterschätzen

Stylesheets und Skripte im Kopf der Seite halten das Zeichnen an, bis sie geladen sind. Den Lighthouse-Test zu blockierenden Dateien bestanden 2025 nur 13 % der Desktop-Seiten und 15 % der Handy-Seiten.

So verbesserst du den FCP

  • Server beschleunigen: Seiten-Cache einschalten, bei WordPress etwa mit WP Rocket. Ohne Cache rechnet der Server jede Seite neu.
  • Weiterleitungen sparen: Interne Links direkt auf die richtige Adresse setzen, keine Ketten.
  • Blockierendes CSS entschärfen: Das CSS für den ersten Bildschirm direkt in die Seite schreiben, den Rest später laden.
  • Skripte nach hinten: JavaScript im Kopf mit defer oder async laden.
  • Schriften im Griff: Webfonts lokal ausliefern und mit font-display: swap sofort eine Ersatzschrift zeigen.

Häufige Fragen

Was ist ein guter FCP-Wert?

Bis 1,8 Sekunden gilt als gut, bis 3 Sekunden als verbesserungswürdig, darüber als schlecht. Google misst am 75. Perzentil, also an den langsameren Aufrufen. Im Lighthouse-Labortest am Desktop gilt eine strengere Grenze von 0,9 Sekunden.

Ist FCP ein Core Web Vital?

Nein. Die Core Web Vitals sind Largest Contentful Paint, Interaction to Next Paint und Cumulative Layout Shift. FCP zählt im Lighthouse-Wert mit 10 % und ist ein guter Frühindikator für den LCP.

Was ist der Unterschied zwischen FCP und LCP?

FCP misst den ersten sichtbaren Inhalt, egal wie klein — etwa ein Logo. LCP misst, wann das größte sichtbare Element fertig ist, meist das Titelbild oder die Überschrift. LCP ist ein Core Web Vital, FCP nicht.

Warum ist mein FCP auf dem Handy so viel schlechter?

Lighthouse simuliert am Handy ein langsames Netz und eine gebremste Rechenleistung. Dieselbe Seite braucht dort deutlich länger. Entscheidend sind am Ende die Werte deiner echten Besucher.

Wo sehe ich den FCP meiner echten Besucher?

In PageSpeed Insights im oberen Teil mit den Daten echter Nutzer, sofern deine Seite genug Besucher hat. Die Search Console zeigt FCP nicht. Für eigene Messungen gibt es Googles kleine Bibliothek web-vitals.

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