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Bleistiftskizze zum Begriff Lighthouse
SEO

Lighthouse

Das kostenlose Prüfwerkzeug von Google, das deine Seite mit Punkten von 0 bis 100 bewertet. Hilfreich zum Finden von Baustellen — gefährlich, wenn du die Punkte für dein Ranking hältst.

Auch bekannt alsGoogle Lighthouse

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Lighthouse?

Grüne Kreise, rote Kreise, eine dicke Zahl in der Mitte: Wer schon mal seine Website getestet hat, kennt die Ansicht. Dahinter steckt Lighthouse, ein kostenloses Open-Source-Werkzeug von Google. Es lädt deine Seite einmal unter festen Bedingungen und sagt dir, was es dabei stört.

Das Ergebnis sind Punkte von 0 bis 100 in mehreren Kategorien:

  • Performance — wie schnell die Seite lädt und reagiert
  • Barrierefreiheit — etwa Kontraste, Alt-Texte, Beschriftungen
  • Best Practices — Sicherheit und saubere Technik
  • SEO — technische Grundlagen wie Title, Meta-Description, Indexierbarkeit

Starten kannst du Lighthouse auf mehreren Wegen: in Chrome über die Entwicklertools (Reiter „Lighthouse“, klappt auch hinter einem Login), in PageSpeed Insights, per Kommandozeile oder automatisch bei jedem Deployment.

Wie der Performance-Score entsteht

Der Performance-Score ist ein gewichteter Mittelwert aus fünf Messwerten. Die Gewichte gelten seit Lighthouse 10 und stehen so im aktuellen Code:

Messwert

Gewicht

Total Blocking Time

30 %

Largest Contentful Paint

25 %

Cumulative Layout Shift

25 %

First Contentful Paint

10 %

Speed Index

10 %

Jeder Messwert wird mit echten Websites aus dem HTTP Archive verglichen. Eine 90 heißt: schneller als rund 92 % der gemessenen Seiten. Eine 50 liegt beim 25. Perzentil. Die Bänder: 0–49 rot, 50–89 orange, 90–100 grün.

Und die 100? Google schreibt selbst, sie sei extrem schwer zu erreichen und werde nicht erwartet. Der Schritt von 99 auf 100 kostet etwa so viel Verbesserung wie der von 90 auf 94.

Zählt der Lighthouse-Score fürs Ranking?

Kurz: nein. Googles Ranking-Systeme nutzen die Core Web Vitals — gemessen bei echten Chrome-Nutzern über 28 Tage, Grundlage ist der Chrome UX Report (CrUX). Genau diese Felddaten zeigt auch der Core-Web-Vitals-Bericht in der Google Search Console. Den Lighthouse-Score nennt Google nur als Werkzeug zum Finden von Verbesserungen.

Google geht sogar noch weiter: Einen perfekten Score aus SEO-Gründen zu jagen, sei womöglich nicht die beste Nutzung deiner Zeit. Relevanz schlägt Tempo. Eine langsame Seite mit der besten Antwort rankt trotzdem.

Wie es im Feld aussieht: Laut Web Almanac 2025 (CrUX, Juli 2025) bestehen 48 % der mobilen und 56 % der Desktop-Websites alle drei Core Web Vitals.

Lighthouse oder PageSpeed Insights?

Die beiden werden ständig verwechselt. PageSpeed Insights ist die Weboberfläche von Google. Sie zeigt oben die Felddaten echter Nutzer aus dem Chrome UX Report, sofern genug Daten da sind. Darunter folgen die Labordaten — und die liefert Lighthouse.

Werkzeug

Datenart

Lighthouse

nur Labor

PageSpeed Insights

Feld oben, Labor unten

Search Console

nur Feld

Merksatz: Labordaten helfen beim Finden der Ursache, Felddaten beim Entscheiden, ob es ein echtes Problem gibt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Einem einzelnen Lauf glauben

Der Score schwankt von Test zu Test. Laut Google spielen Werbung, A/B-Tests, Netz, Hardware, Browser-Erweiterungen und Virenscanner mit hinein. Lass mehrere Läufe laufen, in den Entwicklertools am besten im Inkognito-Fenster ohne Erweiterungen.

Fehler 2 · Mobil mit Desktop vergleichen

Mobil drosselt Lighthouse den Prozessor um das Vierfache und simuliert ein langsames Netz. Dass der mobile Score deutlich unter dem Desktop-Wert liegt, ist normal und kein Fehler deiner Seite.

Fehler 3 · SEO 100 für gutes SEO halten

Die SEO-Kategorie prüft nur technische Grundlagen. Bei der Meta-Description schaut Lighthouse etwa nur, ob es eine gibt — die Qualität bewertet es nicht. 100 Punkte heißen: Die Basics stehen. Ob jemand deinen Text lesen will, steht woanders.

Fehler 4 · Labor grün, Feld rot ignorieren

Lighthouse misst ohne echte Klicks. Die Reaktionszeit auf Eingaben (INP) fehlt deshalb im Labor, Total Blocking Time ist nur ein Ersatzwert. Eine Seite kann im Labor glänzen und bei echten Nutzern trotzdem träge reagieren. Für Prioritäten zählen die Felddaten.

So nutzt du Lighthouse sinnvoll

  • Erst Felddaten ansehen — in der Search Console oder oben in PageSpeed Insights. Ist dort alles grün, hat Lighthouse keine Eile.
  • Dann Lighthouse für die Ursachen — die Hinweise unter „Diagnose“ zeigen, welche Datei oder welches Bild bremst.
  • Vor und nach jeder Änderung messen, mit mehreren Läufen.
  • Barrierefreiheit ernst nehmen — die automatischen Prüfungen finden echte Hürden, auch wenn sie nicht alles abdecken.

Häufige Fragen

Ist der Lighthouse-Score ein Rankingfaktor?

Nein. Google nutzt fürs Ranking die Core Web Vitals aus Felddaten echter Chrome-Nutzer. Lighthouse ist ein Labortest und dient zum Finden von Verbesserungen.

Was ist der Unterschied zwischen Lighthouse und PageSpeed Insights?

PageSpeed Insights ist die Weboberfläche. Sie zeigt oben Felddaten aus dem Chrome UX Report und darunter die Labordaten, die von Lighthouse kommen. Lighthouse selbst misst nur im Labor.

Warum schwankt mein Lighthouse-Score bei jedem Test?

Weil Netz, Hardware, Werbung, A/B-Tests und Browser-Erweiterungen den Lauf beeinflussen. Teste mehrmals, im Inkognito-Fenster, und schau auf die Spanne statt auf einen Wert.

Welcher Lighthouse-Score ist gut?

Ab 90 zeigt Lighthouse grün, 50 bis 89 orange, darunter rot. Eine 100 erwartet nicht einmal Google. Wichtiger sind gute Core Web Vitals bei echten Nutzern.

Warum ist der mobile Score viel schlechter als der Desktop-Score?

Mobil simuliert Lighthouse ein Mittelklasse-Smartphone mit langsamem Netz und vierfach gedrosseltem Prozessor. Ein niedrigerer Wert ist deshalb normal.

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