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Bleistiftskizze zum Begriff Karussell-Post
Social Media

Karussell-Post

Ein Beitrag, viele Bilder: Beim Karussell-Post wischen deine Follower seitlich durch mehrere Slides. Das Format bringt auf Instagram regelmäßig die besten Interaktionswerte — wenn die erste Slide zieht.

Auch bekannt alsCarouselKarussell-BeitragCarousel Post

6 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Karussell-Post?

Ein Karussell-Post ist ein Beitrag im Feed, der nicht aus einem Bild besteht, sondern aus mehreren. Deine Follower wischen seitlich von Slide zu Slide, kleine Punkte unter dem Bild zeigen, wie viele noch kommen.

Instagram hat das Format im Februar 2017 eingeführt: bis zu zehn Fotos oder Videos, alle quadratisch, mit einer gemeinsamen Bildunterschrift. Heute sind es bis zu 20 Slides, und das Format gibt es in leicht anderer Form fast überall:

Plattform

So heißt es

Instagram

Beitrag mit mehreren Fotos, bis 20

LinkedIn

Dokument-Post (PDF)

TikTok

Foto-Modus

Anzeigen

Karussell-Anzeige

Warum Karussells so gut funktionieren

Jedes Wischen ist eine kleine Entscheidung: Ich will mehr sehen. Das hält Leute länger am Beitrag. Und wer nach der dritten Slide noch dabei ist, speichert oder teilt eher.

Die Zahlen stützen das. Das Analyse-Tool Socialinsider hat über 67 Millionen Instagram-Beiträge von Business-Konten ausgewertet. Für 2025 lag die Engagement-Rate von Karussells bei 0,55 %, Reels kamen auf 0,52 %, Einzelbilder auf 0,37 %. Fanpage Karma kam in knapp 700.000 Beiträgen aus dem ersten Halbjahr 2025 zu einem ähnlichen Bild: Karussells holten auf Instagram rund das 1,5-Fache der Engagement-Rate von Reels.

Bei der Reichweite sind die Studien uneinheitlicher. Mal liegt das Karussell vorn, mal das Reel. Faustregel: Reels holen neue Leute, Karussells binden die, die schon da sind.

Beispiele aus der Praxis

Hootsuite hat das an einem kleinen Konto für Vintage-Deko getestet: sechs Karussells gegen sechs Reels, Anfang 2023, gemessen jeweils nach 48 Stunden.

Test A · Karussells

Sechs Karussell-Posts

2.316

Reichweite gesamt

220

Likes gesamt

Rund 75 % mehr Likes als die Reels

Bei gleichem Konto, gleichem Zeitraum und ähnlicher Reichweite.

Test B · Reels

Sechs Reels

2.052

Reichweite gesamt

126

Likes gesamt

Etwas weniger Reichweite, dafür mehr Kommentare (20 zu 16)

Ein einzelnes Konto — ein Hinweis, kein Naturgesetz.

Kleine Konten profitieren übrigens besonders. Bei Instagram-Konten mit 1.000 bis 5.000 Followern kamen Karussells laut Socialinsider im Schnitt auf 993 Views je Beitrag, Reels auf 580, Einzelbilder auf 417.

Die richtigen Maße

  • Instagram organisch: bis zu 20 Slides. Gängig ist das Hochformat 4:5 mit 1.080 × 1.350 Pixeln. Alle Slides bekommen dasselbe Format wie die erste.
  • Meta-Anzeige: 2 bis 10 Karten, quadratisch, mindestens 1.080 × 1.080 Pixel. Jede Karte kann einen eigenen Link haben.
  • LinkedIn organisch: PDF, PowerPoint oder Word hochladen, höchstens 300 Seiten.
  • LinkedIn-Anzeige: 2 bis 10 Karten, 1.080 × 1.080 Pixel — angezeigt wird aber nur mit 312 × 312 Pixeln.
  • TikTok-Anzeige: bis zu 35 Bilder hochladen, Musik ist Pflicht.

Gestalten lässt sich das gut mit Canva, Figma oder Adobe Express. Planungstools wie Metricool, Hootsuite, Buffer oder Later veröffentlichen Karussells direkt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Die erste Slide verschenken

Die erste Slide entscheidet, ob überhaupt jemand wischt. Logo und Titel „Unsere 5 Tipps“ reichen nicht. Stell eine Frage, ein Versprechen oder eine überraschende Zahl nach vorn — den sogenannten Hook.

Fehler 2 · Zu viel Text, zu kleine Schrift

Die meisten sehen dein Karussell auf dem Handy, LinkedIn-Anzeigen sogar nur als kleine Kachel. Eine Aussage pro Slide, große Schrift, viel Luft. Was du nicht in zwei Sekunden lesen kannst, wird weggewischt.

Fehler 3 · Gemischte Formate

Instagram übernimmt das Format der ersten Slide für alle anderen. Wer Hochformat und Querformat mischt, bekommt abgeschnittene Bilder. Leg das Format vorher fest und bau alle Slides in einer Vorlage.

Fehler 4 · Bei Anzeigen die Reihenfolge Meta überlassen

Meta sortiert die Karten einer Karussell-Anzeige von selbst nach Leistung. Erzählt dein Karussell eine Geschichte von Karte 1 bis 5, schalte das ab — sonst kommt das Ende vor dem Anfang.

So baust du ein gutes Karussell

  • Slide 1: der Hook — Frage, Problem oder Zahl.
  • Slides 2 bis vorletzte: pro Slide ein Gedanke, in einer klaren Reihenfolge.
  • Letzte Slide: Zusammenfassung plus Aufforderung: speichern, kommentieren, Link in der Bio.
  • Bildunterschrift: ergänzt, wiederholt nicht. Sie gilt für alle Slides.

Häufige Fragen

Wie viele Bilder darf ein Instagram-Karussell haben?

Bis zu 20 Fotos oder Videos. Bis 2024 waren es zehn, seit August 2024 sind es 20. Ob du alle brauchst, ist eine andere Frage: Meist reichen fünf bis zehn Slides, wenn jede einen klaren Gedanken hat.

Welche Größe ist richtig für Karussell-Slides?

Auf Instagram ist das Hochformat 4:5 mit 1.080 × 1.350 Pixeln gängig, weil es im Feed am meisten Fläche bekommt. Karussell-Anzeigen bei Meta und LinkedIn sind quadratisch mit 1.080 × 1.080 Pixeln.

Wie mache ich ein Karussell auf LinkedIn?

Gestalte die Slides, exportiere sie als PDF und lade das PDF als Dokument hoch. Gib dem Dokument einen Titel, er wird über den Seiten angezeigt. Ein eigenes Karussell-Format gibt es auf LinkedIn seit 2023 nur noch in der Werbung.

Sind Karussells besser als Reels?

Beim Engagement liegen sie in den großen Auswertungen meist vorn, bei der Reichweite ist das Bild gemischt. Reels erreichen eher Leute, die dir noch nicht folgen. Am besten nutzt du beides.

Kann jede Slide einen eigenen Link haben?

Nur in der Karussell-Anzeige. Dort bekommt bei Meta jede Karte einen eigenen Link. Im normalen Instagram-Beitrag gibt es keine klickbaren Links, weder in den Slides noch in der Bildunterschrift.

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