Was ist die Hook-Rate?
Der Hook ist der Haken am Anfang deines Videos: die ersten Sekunden, die entscheiden, ob jemand hängen bleibt. Die Hook-Rate misst, wie gut dieser Haken greift.
Wichtig zu wissen: Die Hook-Rate ist keine offizielle Kennzahl der Plattformen. Weder Meta noch TikTok haben eine Spalte dafür. Sie ist ein Praxiswert aus dem Performance Marketing, gebaut aus zwei Zahlen, die jeder Werbemanager liefert.
Wie wird sie berechnet?
Hook-Rate
Hook-Rate = 3-Sekunden-Wiedergaben ÷ Impressionen × 100
Beispiel: 28.000 Wiedergaben ab 3 Sekunden bei 100.000 Impressionen → Hook-Rate = 28 %
Die Bausteine heißen je nach Plattform anders:
- Meta: „3-Sekunden-Videowiedergaben“. Laut Marketing-API zählt eine Wiedergabe, wenn das Video insgesamt mindestens 3 Sekunden lief — oder bei kürzeren Videos fast vollständig.
- TikTok: Hier gibt es 2-Sekunden- und 6-Sekunden-Aufrufe. Eine 2-Sekunden-Wiedergabe zählt, wenn das Video in einer Impression mindestens 2 Sekunden läuft. Für die Hook-Rate nimmst du meist den 2-Sekunden-Wert.
- Nenner: Impressionen, nicht Reichweite. Mit Reichweite bekommst du einen Wert pro Person — der ist nicht mit dem anderen vergleichbar.
Im Werbeanzeigenmanager von Meta kannst du die Rechnung als eigene Kennzahl speichern. Dann steht die Hook-Rate neben jeder Anzeige, ohne dass du rechnen musst.
Was ist eine gute Hook-Rate?
Die ehrliche Antwort: Belastbare Benchmarks gibt es nicht. Agenturen und Tool-Anbieter nennen grob 20 bis 35 % als üblichen Bereich für kalte Zielgruppen im Feed — aber keine dieser Quellen legt Datensatz, Jahr oder Branche offen.
Besser als jeder fremde Wert ist dein eigener. Nimm den Median deiner Video-Ads der letzten Monate als Messlatte und vergleiche neue Motive damit. So misst du Fortschritt, nicht Folklore.
Rechenbeispiel
Wert
Impressionen
40.000
3-Sek.-Wiedergaben
9.200
Hook-Rate
23 %
Wiedergaben bis Ende
2.300
Davon dran geblieben
25 %
Ausgedachte Zahlen zur Veranschaulichung: Der Einstieg holt knapp jeden Vierten ab, und davon bleibt wieder jeder Vierte bis zum Schluss. Beide Werte zusammen zeigen, ob dein Problem am Anfang oder in der Mitte liegt.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Äpfel mit Birnen vergleichen
Feed, Stories und Reels verhalten sich unterschiedlich, kalte und warme Zielgruppen auch. Wer die Hook-Rate einer Retargeting-Kampagne neben die einer Neukunden-Kampagne legt, vergleicht zwei verschiedene Welten.
Fehler 2 · Die Hook-Rate für das Ziel halten
Ein reißerischer Einstieg ohne Bezug zum Produkt hebt die Hook-Rate — und bringt Leute, die nicht kaufen. Die Hook-Rate ist ein Frühindikator für das Motiv. Was zählt, sind Klicks, Anfragen und Verkäufe danach.
Fehler 3 · Mit Ton planen
Viele schauen im Feed ohne Ton. Wenn dein Hook nur gesprochen funktioniert, greift er bei denen nicht. Untertitel und eine klare Bildaussage in den ersten Sekunden helfen.
Fehler 4 · Wiedergabe-Start mit 3 Sekunden verwechseln
„Videowiedergaben“ und „3-Sekunden-Wiedergaben“ sind nicht dasselbe. Nimmst du den Start der Wiedergabe in den Zähler, wird deine Hook-Rate zu schön.
So verbesserst du die Hook-Rate
- Bewegung im ersten Bild: kein Standbild, kein Logo-Intro.
- Kernbotschaft sofort: Problem oder Ergebnis in den ersten Sekunden zeigen.
- Text im Bild und Untertitel: für alle, die stumm schauen.
- Hochformat: Im mobilen Feed füllt es den Bildschirm.
- Mehrere Einstiege testen: gleiches Video, drei verschiedene erste Sekunden.
Häufige Fragen
Zeigt der Meta-Werbeanzeigenmanager die Hook-Rate an?
Nicht von sich aus. Du legst sie als eigene Kennzahl an: 3-Sekunden-Videowiedergaben geteilt durch Impressionen. Danach steht sie wie jede andere Spalte im Bericht.
Was ist eine gute Hook-Rate?
Es gibt keinen belastbaren Benchmark. Agenturen nennen grob 20 bis 35 % für kalte Zielgruppen, ohne offengelegte Daten. Vergleiche lieber mit dem Median deiner eigenen Anzeigen.
Wie berechne ich die Hook-Rate bei TikTok?
Meist mit den 2-Sekunden-Aufrufen geteilt durch die Impressionen. Die Plattform misst 2 statt 3 Sekunden, deshalb sind TikTok- und Meta-Werte nicht direkt vergleichbar.
Was ist der Unterschied zwischen Hook-Rate und Hold-Rate?
Die Hook-Rate misst den Einstieg: Bleiben Leute stehen? Die Hold-Rate misst, wie viele danach dranbleiben, etwa bis zum Ende oder bis 15 Sekunden. Für die Hold-Rate gibt es mehrere Formeln.
Ist eine hohe Hook-Rate immer gut?
Nicht unbedingt. Ein Einstieg, der nur neugierig macht, aber nichts mit dem Angebot zu tun hat, holt die falschen Leute ab. Schau immer, was nach den ersten Sekunden passiert.