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Bleistiftskizze zum Begriff Reach / Reichweite
KPIs & Rechner

Reach / Reichweite

Wie viele Menschen deine Anzeige oder deinen Beitrag mindestens einmal gesehen haben. Jeder zählt nur einmal — genau das unterscheidet sie von den Impressionen.

Auch bekannt alsReichweiteReachNetto-Reichweite

4 Min

Lesezeit

26.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Reichweite?

Dein Plakat hängt eine Woche an der Bushaltestelle. Frau Hansen fährt jeden Tag vorbei, sieht es also fünfmal. Für die Reichweite zählt sie trotzdem nur einmal. Reichweite fragt: Wie viele verschiedene Menschen haben es gesehen?

So definieren die Plattformen den Begriff:

  • Meta — wie viele Meta-Konten deine Anzeigen mindestens einmal gesehen haben.
  • Google Ads — wie viele Menschen eine Anzeige gesehen haben, bereinigt um mehrere Geräte derselben Person.
  • LinkedIn — wie viele Mitgliedskonten mindestens eine Impression hatten.
  • TikTok — wie viele Nutzerkonten mindestens einmal eine Anzeige gesehen haben.

Das Gegenstück sind die Impressionen: Sie zählen jeden einzelnen Kontakt. Fünf Mal vorbei an der Haltestelle sind fünf Impressionen, aber eine Person Reichweite.

Reichweite und Frequenz

Aus Reichweite und Impressionen ergibt sich die Frequenz: wie oft jede erreichte Person deine Anzeige im Schnitt gesehen hat. Meta, Google, LinkedIn und TikTok rechnen sie gleich.

Frequenz

Frequenz = Impressionen ÷ Reichweite

Beispiel von Google: 1.000 Impressionen bei 200 erreichten Nutzern → Frequenz = 5

Über mehrere Tage gilt: erst alle Impressionen und alle Nutzer zusammenzählen, dann teilen. Google rechnet das so vor: (1.400 + 1.000) ÷ (700 + 200) ergibt rund 2,7 — und nicht den Mittelwert der Tagesfrequenzen.

Eine allgemeingültige „beste Frequenz“ gibt es nicht. Die oft zitierte Regel „drei Kontakte“ hat keine belastbare Quelle. Meta schreibt nur, dass die Frequenz im Schnitt bei ein bis zwei pro Anzeigengruppe liegen kann oder höher. Und: Steigt die Frequenz, während die Ergebnisse sinken, ist das ein Zeichen für Werbemüdigkeit.

Wie viel organische Reichweite ist normal?

Wer ohne Werbebudget postet, erreicht nur einen kleinen Teil seiner Follower. Socialinsider hat Beiträge von Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet — Reichweite je Beitrag geteilt durch Follower:

Follower

Instagram

Facebook

1.000–5.000

6,7 %

4,4 %

10.000–50.000

5,5 %

2,7 %

100.000–1 Mio.

3,5 %

0,5 %

Je größer die Seite, desto kleiner der Anteil. Auf Instagram sank die Rate laut derselben Studie um 14 % gegenüber dem Vorjahr. Andere Anbieter rechnen anders und kommen zu anderen Zahlen. Nimm die Werte deshalb als grobe Orientierung, nicht als Messlatte.

Beispiele aus der Praxis

Case A · TV-Kampagne

21 Spots, Zielgruppe Frauen ab 40

26,6 %

Netto-Reichweite

2,6

Kontakte je Person

6,4 Mio. Menschen erreicht, 16,7 Mio. Kontakte

Echte Messdaten der AGF Videoforschung (Mai bis Juli 2026), veröffentlicht vom ZDF Werbefernsehen. 16,7 ÷ 6,4 ergibt die 2,6.

Case B · Instagram-Seite

Café mit 5.000 Followern

5.000

Follower

rund 6 %

Reichweite je Beitrag

Rund 300 Konten sehen einen Beitrag

Abgeleitet aus den Socialinsider-Durchschnittswerten, keine Messung. Für mehr Reichweite: Reels, Kooperationen oder ein kleines Werbebudget.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Reichweiten zusammenzählen

Meta erklärt es so: Anzeigengruppe 1 erreicht A und B, Anzeigengruppe 2 erreicht B und C. Jede hat eine Reichweite von 2 — die Kampagne aber nur 3, nicht 4. Wer Reichweiten von Gruppen, Kampagnen oder Kanälen addiert, zählt Menschen doppelt.

Fehler 2 · Reichweite und Impressionen verwechseln

„Wir hatten 50.000 Reichweite!“ — oder 50.000 Impressionen bei 8.000 Menschen? Für Kosten, Bekanntheit und Frequenz ist das ein riesiger Unterschied. Frag immer nach.

Fehler 3 · Reichweite als genaue Personenzahl lesen

Es sind geschätzte Konten, keine gezählten Menschen. TikTok schreibt ausdrücklich, die Reichweite sei nicht dafür gedacht, die Größe einer Bevölkerung zu messen. Für Trends taugt sie, für Präzision nicht.

Fehler 4 · Reichweite feiern, Wirkung vergessen

Reichweite heißt: gesehen. Nicht: gemerkt, geklickt, gekauft. Ob jemand sich an deine Marke erinnert, misst die Brand Awareness, ob er handelt, die Engagement Rate und die Conversion Rate.

So nutzt du die Reichweite richtig

  • Ziel klären — für Bekanntheit ist Reichweite die Hauptzahl, für Verkäufe nur der Anfang.
  • Immer mit Frequenz ansehen — viel Reichweite bei Frequenz 1 kann zu wenig sein, Frequenz 10 oft zu viel.
  • Zielgruppe als Nenner — 20.000 Menschen von 40.000 möglichen sind stark, von 2 Millionen kaum messbar.
  • Reichweite auf Kampagnenebene ablesen — nicht aus Einzelwerten zusammenrechnen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Reichweite und Impressionen?

Reichweite zählt, wie viele verschiedene Personen oder Konten etwas gesehen haben — jede nur einmal. Impressionen zählen jeden einzelnen Kontakt. Sieht eine Person eine Anzeige dreimal, sind das eine Person Reichweite und drei Impressionen.

Warum ergeben die Reichweiten meiner Anzeigengruppen nicht die Reichweite der Kampagne?

Weil dieselben Menschen in mehreren Anzeigengruppen auftauchen können. Die Kampagne zählt sie nur einmal. Dazu kommt, dass Meta Gesamtwert und Aufschlüsselungen getrennt per Stichprobe schätzt.

Wie berechne ich die Frequenz?

Teile die Impressionen durch die Reichweite. 1.000 Impressionen bei 200 erreichten Personen ergeben eine Frequenz von 5. Bei mehreren Tagen erst alles zusammenzählen, dann teilen.

Was bedeuten Netto- und Brutto-Reichweite?

Die Netto-Reichweite zählt jede erreichte Person einmal und kann höchstens 100 % der Zielgruppe betragen. Die Brutto-Reichweite ist die Summe aller Kontakte, in der Mediaplanung oft als GRP in Prozent ausgedrückt — sie kann deutlich über 100 liegen.

Warum sind Reichweitenwerte nur Schätzungen?

Weil die Plattformen Konten statt Menschen zählen und dafür Stichproben und Modelle nutzen. Meta, LinkedIn und TikTok weisen selbst darauf hin, dass die Werte nicht exakt sind. Für Vergleiche über die Zeit taugen sie trotzdem.

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