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Bleistiftskizze: Hand füllt Kreise auf einem Bogen mit zehn Antwortreihen, unten ein orange gefärbtes rundes Siegel als Bild für den SUS-Gesamtwert
Web, UX & Conversion

System Usability Scale

SUS

Zehn Fragen, fünf Kreuze pro Frage, eine Zahl am Ende: Die System Usability Scale ist der Klassiker, um zu messen, wie benutzerfreundlich Menschen deine Website oder App finden.

Auch bekannt alsSUS-FragebogenSUS-Score

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die System Usability Scale?

Du hast fünf Leute deine neue Website testen lassen. Alle sagen „ganz gut“. Und jetzt? Mit „ganz gut“ kannst du nichts vergleichen. Die System Usability Scale macht daraus eine Zahl.

Die SUS ist ein Fragebogen mit zehn Aussagen. Jede Testperson kreuzt nach der Nutzung an, wie sehr sie zustimmt — von 1 (stimme gar nicht zu) bis 5 (stimme voll zu). Heraus kommt ein Wert von 0 bis 100. Entwickelt hat sie John Brooke 1986 bei Digital Equipment, veröffentlicht wurde sie 1996. Sie ist frei nutzbar, Brooke bittet nur darum, die Quelle zu nennen.

Die Aussagen wechseln sich ab: ungerade sind positiv formuliert, gerade negativ. So kreuzt niemand mechanisch fünfmal ganz rechts an. Sinngemäß fragen sie:

  • ob man das System gern regelmäßig nutzen würde
  • ob es unnötig kompliziert oder einfach zu bedienen ist
  • ob man technische Hilfe bräuchte
  • ob die Funktionen zusammenpassen oder uneinheitlich wirken
  • ob man es schnell lernt, sich sicher fühlt oder vorher viel lernen musste

Wie wird der SUS-Wert berechnet?

Einfach aufaddieren geht nicht, weil die Hälfte der Aussagen negativ ist. Brookes Regel:

  • Ungerade Aussagen (1, 3, 5, 7, 9): Antwort minus 1
  • Gerade Aussagen (2, 4, 6, 8, 10): 5 minus Antwort
  • Jede Aussage bringt so 0 bis 4 Punkte, zusammen 0 bis 40.
  • Die Summe mal 2,5 ergibt den SUS-Wert von 0 bis 100.

SUS-Formel

SUS = (Summe ungerade − 5 + 25 − Summe gerade) × 2,5

Brookes eigenes Beispiel: Antworten 5, 4, 2, 1, 2, 3, 2, 4, 5, 2 → Punkte 4, 1, 1, 4, 1, 2, 1, 1, 4, 3 = 22 → SUS = 55

Bei mehreren Testpersonen rechnest du den Wert für jede Person einzeln aus und nimmst dann den Mittelwert. Fehlt eine Antwort, zählt sie nach Brooke als Mitte, also 3.

Was ist ein guter SUS-Wert?

Der Durchschnitt liegt bei 68. Die Forscher Jeff Sauro und James Lewis haben daraus eine Notenskala gebaut, Grundlage sind 446 Studien mit über 5.000 Antworten:

SUS-Wert

Note

84,1–100

A+ (beste 5 %)

80,8–84,0

A

71,1–80,7

C+ bis A−

65,0–71,0

C (Mittelfeld)

51,7–64,9

D bis C−

0–51,6

F (untere 15 %)

Brookes Beispiel mit 55 Punkten wäre also eine Note D: schlechter als rund zwei Drittel der Vergleichsstudien. Ein Wert von 80 liegt dagegen schon im besten Fünftel.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Den Wert als Prozent lesen

68 heißt nicht „68 % benutzerfreundlich“. Es heißt: Mittelfeld. Erst die Notenskala sagt dir, wo du stehst.

Fehler 2 · Das Umpolen vergessen

Wer alle zehn Antworten einfach addiert, bekommt Unsinn. Die geraden Aussagen werden mit „5 minus Antwort“ gewertet. Nimm den Rechner oder eine fertige Vorlage.

Fehler 3 · Einzelne Fragen auswerten

„Frage 4 war schlecht, also brauchen wir mehr Hilfe-Texte!“ Brooke schreibt ausdrücklich, dass einzelne Aussagen für sich nichts bedeuten. Die SUS ist ein Gesamturteil.

Fehler 4 · Fragen umbauen

„System“ durch „Website“ zu ersetzen ist üblich und unproblematisch. Fragen streichen, umformulieren oder die Skala auf sieben Stufen ändern ist es nicht: Dann passen Formel und Vergleichswerte nicht mehr.

So setzt du die SUS ein

Die SUS misst, wie Menschen die Bedienung empfinden — nicht, ob sie ihre Aufgaben schaffen. Laut MeasuringU hängen SUS-Wert und tatsächliche Leistung nur schwach zusammen. Sie ergänzt deshalb einen Usability-Test, sie ersetzt ihn nicht.

  • Zeitpunkt: direkt nach der Nutzung, vor jedem Gespräch über den Test.
  • Stichprobe: Schon mit wenigen Personen nutzbar, aber dann unscharf — gib die Spanne mit an.
  • Vergleich: Am meisten bringt die SUS im Vorher-nachher-Vergleich: alte Seite gegen neue Seite.
  • Werkzeug: Google Forms oder Typeform plus Tabelle reichen.

Häufige Fragen

Was ist ein guter SUS-Wert?

Der Durchschnitt liegt bei 68 Punkten. Ab 80,8 Punkten gehörst du nach der Skala von Sauro und Lewis zu den besten 10 %, unter 51,7 zu den unteren 15 %.

Ist der SUS-Wert ein Prozentwert?

Nein. Er reicht zwar von 0 bis 100, ist aber kein Anteil. 68 bedeutet Durchschnitt, nicht „68 % benutzerfreundlich“.

Wie viele Testpersonen brauche ich?

Nutzbar ist die SUS schon mit sehr wenigen Personen, das Ergebnis schwankt dann aber stark. Für belastbare Vergleiche nimm eher ein bis zwei Dutzend und gib immer die Spanne an.

Darf ich die Fragen anpassen?

„System“ durch „Website“ oder „App“ zu ersetzen ist üblich. Fragen weglassen oder umformulieren solltest du nicht, sonst kannst du die Vergleichswerte nicht mehr nutzen.

SUS oder NPS — was soll ich messen?

Beides misst Verschiedenes. Die SUS misst wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit, der Net Promoter Score die Bereitschaft zur Weiterempfehlung. Die beiden hängen zusammen, aber die SUS erklärt nur gut ein Drittel der Weiterempfehlung.

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