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Bleistiftskizze: Sieben Sitzende vor einer Bühne mit Briefumschlag auf Staffelei, eine orange Figur verlässt die Reihe, als Bild für die Abmelderate
KPIs & Rechner

Abmelderate

Jeder Newsletter kostet dich ein paar Leser. Die Abmelderate zeigt, wie viele — und ob das noch normal ist oder ein Warnsignal.

Auch bekannt alsUnsubscribe RateAbmeldequote

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die Abmelderate?

Du verschickst deinen Newsletter an 10.000 Leute, und am nächsten Tag sind 40 weniger auf der Liste. Ist das viel? Die Abmelderate beantwortet das: Sie zeigt, welcher Anteil der Empfänger sich nach einer bestimmten Mail abgemeldet hat.

Klaviyo beschreibt sie als Maß dafür, wie oft Abonnenten sich vom E-Mail-Marketing abmelden. Gezählt wird jede Abmeldung über den Abmeldelink oder die Einstellungsseite, die auf eine bestimmte Aussendung zurückgeht.

Wie wird sie berechnet?

Standard-Formel

Abmelderate = eindeutige Abmeldungen ÷ zugestellte E-Mails × 100

Beispiel: 10.000 versendet, 200 Bounces, 40 Abmeldungen → 40 ÷ 9.800 × 100 = 0,41 %

  • Zugestellt, nicht versendet: Bounces gehören nicht in den Nenner, diese Empfänger haben die Mail nie gesehen. So rechnet zum Beispiel Klaviyo.
  • Eindeutig: Jeder Empfänger zählt einmal, bezogen auf diese eine Aussendung.

Die Zahlen findest du im Kampagnenbericht deines Newsletter-Tools, etwa bei Mailchimp, Brevo, Klaviyo, HubSpot oder MailerLite. Nicht jedes Tool dokumentiert seine Formel. Vergleichst du Werte aus zwei Tools, rechne lieber einmal selbst nach.

Was ist eine gute Abmelderate?

Benchmark

Abmelderate

Mailchimp, alle Branchen (2023)

0,22 %

MailerLite, Schnitt (2024)

0,08 %

MailerLite, Schnitt (2025)

0,22 %

Klaviyo, Empfehlung

unter 0,3 %

MailerLite hat für 2025 rund 3,6 Millionen Kampagnen aus 181.000 Konten ausgewertet. Die Spanne nach Branche ist groß: Foto und Video lagen bei 0,40 Prozent, Restaurants bei 0,39 Prozent, Recht bei nur 0,09 Prozent. Mailchimps Zahl stammt von Ende 2023 und basiert auf Kampagnen mit mindestens 1.000 Abonnenten.

Warum die Rate seit 2024 steigt

Bei MailerLite hat sich die durchschnittliche Abmelderate von 2024 auf 2025 fast verdreifacht. MailerLite führt das wahrscheinlich auf den Abmelde-Knopf in Gmail zurück.

Seit Februar 2024 verlangt Google von Absendern mit mehr als 5.000 Mails am Tag, dass Werbemails eine Ein-Klick-Abmeldung unterstützen. Technisch läuft das über zwei Zeilen im Kopf der Mail nach dem Standard RFC 8058. Gmail zeigt dann oben einen eigenen Abmelde-Knopf. Yahoo verlangt dasselbe und will Abmeldungen innerhalb von zwei Tagen umgesetzt sehen.

Abmelden ist also leichter geworden. Ein Vergleich mit deinen Werten von 2023 hinkt deshalb.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Eine niedrige Rate feiern

Wenig Abmeldungen können heißen: Die Leute mögen dich. Oder: Sie finden den Link nicht und klicken auf „Spam“. Schau deshalb immer auch auf die Spam-Beschwerden. Gmail und Yahoo setzen dort eine harte Grenze von 0,3 Prozent.

Fehler 2 · Den Abmeldelink verstecken

Hellgrau auf Weiß, Login nötig, drei Bestätigungsseiten: Das senkt die Abmelderate und treibt die Spam-Klicks hoch. Es verstößt gegen die Regeln von Gmail und Yahoo — und in Deutschland gegen § 7 UWG, der für Werbemails eine gültige Adresse für die Abmeldung verlangt. Das ist keine Rechtsberatung; frag im Zweifel nach.

Fehler 3 · Jeden Ausreißer ernst nehmen

Ein Gewinnspiel-Mailing bringt viele Abmeldungen, eine Mail an frisch importierte Kontakte auch. Bewerte die Rate über mehrere Aussendungen, nicht über eine.

Was du gegen zu viele Abmeldungen tust

  • Erwartung setzen: Sag bei der Anmeldung, was kommt und wie oft.
  • Frequenz prüfen: Steigt die Rate nach einer Erhöhung der Taktung, geh zurück.
  • Segmentieren: Wer nur Rabatte will, braucht keine langen Fachartikel.
  • Pause statt Abschied: Biete auf der Abmeldeseite „weniger Mails“ oder „Pause“ an.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Abmelderate?

Eindeutige Abmeldungen geteilt durch zugestellte E-Mails, mal 100. Zugestellt heißt: versendete Mails minus Bounces. Bei 40 Abmeldungen und 9.800 zugestellten Mails sind das 0,41 Prozent.

Was ist eine gute Abmelderate?

Mailchimp und MailerLite messen im Schnitt rund 0,2 Prozent je Aussendung, Klaviyo empfiehlt, unter 0,3 Prozent zu bleiben. Je nach Branche liegen die Werte zwischen etwa 0,1 und 0,4 Prozent.

Warum ist meine Abmelderate gestiegen?

Seit 2024 bieten Gmail und Yahoo einen eigenen Abmelde-Knopf an, das macht Abmelden leichter. Bei MailerLite stieg der Schnitt von 0,08 auf 0,22 Prozent. Prüf außerdem Frequenz, Inhalt und ob neue Kontakte auf der Liste sind.

Muss jede Newsletter-Mail einen Abmeldelink haben?

Ja. In Deutschland verlangt § 7 UWG für Werbemails eine gültige Adresse, an die Empfänger eine Abmeldung richten können. Gmail und Yahoo fordern zusätzlich einen sichtbaren Link und die Ein-Klick-Abmeldung.

Was ist One-Click-Unsubscribe?

Eine Abmeldung mit einem einzigen Klick, ohne Bestätigungsseite. Technisch läuft sie über zwei Kopfzeilen der Mail nach RFC 8058. Gmail und Yahoo verlangen sie seit 2024 von Absendern großer Mengen.

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