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Bleistiftskizze zum Begriff Untertitel
Video & Visuals

Untertitel

Untertitel machen dein Video lesbar — für Menschen, die nicht hören können, und für alle, die gerade ohne Ton scrollen. Das ist bei Social Media die Mehrheit.

Auch bekannt alsCaptionsClosed CaptionsSubtitles

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Untertitel?

Wann hast du zuletzt ein Video im Bus mit Ton geschaut? Eben. Untertitel sorgen dafür, dass dein Video auch dann ankommt, wenn der Ton aus ist.

Untertitel sind Text, der zeitgleich zum Video erscheint und das Gesprochene wiedergibt. Im Englischen gibt es zwei Begriffe, und der Unterschied ist wichtig:

  • Subtitles: nur der Dialog oder eine Übersetzung. Setzt voraus, dass der Zuschauer den Rest hören kann.
  • Captions: zusätzlich Geräusche, Musik und Sprecherangaben — „[Telefon klingelt]“, „[ruhige Musik]“. Gedacht für Menschen, die nicht hören können, oder für stummes Abspielen.

Im Deutschen sagen wir zu beidem Untertitel. Weltweit haben laut WHO rund 430 Millionen Menschen einen Hörverlust, der sie im Alltag einschränkt.

Open oder Closed Captions?

Art

Eigenschaft

Open Captions

fest ins Bild eingebrannt

Closed Captions

eigene Datei, abschaltbar

Eingebrannte Untertitel sind auf Reels und TikTok Standard: Sie sehen immer gleich aus und gehören zum Design. Der Haken: Niemand kann sie ausschalten oder übersetzen. Untertiteldateien eignen sich für YouTube und deine Website — der Zuschauer schaltet sie ein, wenn er sie braucht, und du kannst mehrere Sprachen anbieten.

SRT oder VTT — welches Format?

Untertiteldateien sind einfache Textdateien mit Zeitstempeln. Die zwei wichtigsten:

  • SRT: der Klassiker. Nummer, Zeitstempel, Text, Leerzeile. Fast jedes Programm kann es. Meta verlangt für Facebook-Videos genau dieses Format, mit Sprachkürzel im Dateinamen, etwa video.de_DE.srt.
  • WebVTT (.vtt): der Web-Standard des W3C. Kann Schrift und Position per CSS gestalten und wird im HTML-Player auf deiner Website eingebunden.

YouTube nimmt beide und noch ein Dutzend weitere an, empfiehlt Einsteigern aber SRT. Wenn du unsicher bist: SRT exportieren, das passt fast überall.

Automatische Untertitel: gut, aber nie ungeprüft

YouTube, Instagram, TikTok und Schnittprogramme wie CapCut oder Premiere erzeugen Untertitel per Spracherkennung. Das spart viel Tipparbeit. Aber YouTube selbst rät, automatische Untertitel immer zu prüfen. Typische Fehlerquellen laut YouTube:

  • Dialekt und Akzent
  • Hintergrundgeräusche und Musik
  • mehrere Menschen, die gleichzeitig sprechen
  • Fachbegriffe und Markennamen

Bringen Untertitel etwas?

Zwei ältere, aber oft zitierte Zahlenreihen aus den USA:

Studie A · Meta

Interne Tests mit Videoanzeigen

+12 %

Wiedergabezeit mit Untertiteln

meist

ohne Ton im mobilen Feed

Untertitel halten Zuschauer länger im Video

Meta-Angabe ohne Methodik, rund 2016.

Studie B · Verizon Media

Umfrage unter 5.616 US-Erwachsenen

69 %

schauen unterwegs ohne Ton

80 %

der Untertitel-Nutzer hören gut

Untertitel sind kein Nischenthema

Verizon Media und Publicis Media, USA, 2019.

Die berühmte Zahl „85 % schauen Facebook-Videos ohne Ton“ ist übrigens keine Facebook-Zahl. Sie stammt aus Selbstangaben einzelner Verlage von 2016 — lass sie weg.

Sind Untertitel Pflicht?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit 28. Juni 2025 für bestimmte Online-Angebote an Verbraucher, etwa Onlineshops und Buchungsstrecken. Das Wort „Untertitel“ steht nicht im Gesetz. Die Verordnung dazu verlangt aber eine Bedienung, die kein Hörvermögen erfordert. In der Praxis werden dafür die WCAG-Richtlinien herangezogen, und die verlangen Captions für aufgezeichnete Videos.

Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten — weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Umsatz. Ebenso Videos, die vor dem 28. Juni 2025 veröffentlicht wurden. Für Marketing-Videos auf Social Media gilt die Pflicht meist nicht. Sinnvoll sind Untertitel trotzdem fast immer.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Untertiteln und Closed Captions?

Closed Captions sind Untertitel in einer eigenen Datei, die der Zuschauer ein- und ausschalten kann. Sie zeigen meist auch Geräusche und Musik. Open Captions sind fest ins Bild eingebrannt. Im Deutschen heißt beides Untertitel.

SRT oder VTT — welches Format brauche ich?

Für YouTube und Facebook ist SRT die sichere Wahl, Meta akzeptiert für Facebook-Videos sogar nur SRT. Für den Videoplayer auf deiner eigenen Website ist WebVTT der Standard. Viele Schnittprogramme exportieren beides.

Wie gut sind automatische Untertitel auf Deutsch?

Bei klarer Aussprache und ruhiger Umgebung oft erstaunlich gut. Bei Dialekt, Musik im Hintergrund, mehreren Sprechern und Fachbegriffen machen sie aber regelmäßig Fehler. YouTube rät selbst, sie immer zu prüfen und zu korrigieren.

Muss ich meine Marketing-Videos wegen des BFSG untertiteln?

Pauschal nein. Das BFSG gilt für bestimmte Online-Angebote an Verbraucher wie Onlineshops, nennt Untertitel nicht wörtlich und nimmt Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen aus. Für Videos in einem Onlineshop solltest du es prüfen lassen. Keine Rechtsberatung.

Verbessern Untertitel mein Google-Ranking?

Dafür gibt es keinen Beleg von Google. Was hilft: Eine Untertiteldatei oder ein Transkript macht den Inhalt des Videos als Text verfügbar. Eingebrannte Untertitel kann eine Suchmaschine dagegen nicht als Text lesen.

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