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Bleistiftskizze: Figur trägt Kartons von einem Haus zum anderen, daneben ein orange hervorgehobener Wegweiser mit Pfeil als Bild für die 301-Weiterleitung
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Website-Migration

Neue Domain, neuer Hoster, neue URL-Struktur: Bei einem Umzug kann deine Website über Nacht Sichtbarkeit verlieren. Mit einem sauberen Plan bleibt es bei einer Delle.

Auch bekannt alsDomain-UmzugWebsite-UmzugSite Move

6 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist eine Website-Migration?

Deine Firma heißt jetzt anders, also braucht die Website eine neue Domain. Oder dein Hoster ist zu langsam und du wechselst. Beides ist eine Website-Migration: Die Website zieht um, und Google soll mitziehen.

Google unterscheidet in seiner Dokumentation zwei Fälle. Beim Umzug mit URL-Änderung ändern sich die Adressen, etwa beim Wechsel von HTTP auf HTTPS, auf eine neue Domain oder auf eine neue Pfad-Struktur. Beim Umzug ohne URL-Änderung bleiben die Adressen gleich, nur die Technik dahinter wechselt, zum Beispiel beim Hoster-Wechsel.

Der erste Fall ist der heikle. Jede alte URL hat Rankings, Backlinks und Lesezeichen gesammelt. Ohne Weiterleitung landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite, und all das ist weg.

Welche Umzüge gibt es?

Umzug

Was nötig ist

Neue Domain

301-Weiterleitungen und Adressänderungstool

HTTP → HTTPS

301-Weiterleitungen, kein Adressänderungstool

Neue URL-Pfade

301-Weiterleitungen je Seite

Neuer Hoster

keine Weiterleitungen, DNS sauber umstellen

Das Adressänderungstool in der Google Search Console gilt laut Google nur für den Wechsel von Domain oder Subdomain. Du musst beide Properties mit demselben Konto verwalten, und die alte Startseite muss per 301 auf die neue zeigen. Varianten wie www und ohne www reichst du einzeln ein.

So läuft ein Umzug mit URL-Änderung

  • Neue Website testen: auf einer Testkopie, die Google nicht indexiert.
  • Weiterleitungsplan bauen: eine Tabelle, die jede alte URL einer passenden neuen zuordnet. Ein Crawler wie Screaming Frog liefert die Liste der alten URLs.
  • Weiterleitungen aktivieren: dauerhaft, also mit Statuscode 301 oder 308.
  • Sitemaps einreichen: eine mit den neuen URLs in der Search Console, die alte erst später entfernen.
  • Beobachten: Traffic auf alten und neuen URLs, Fehler im Bericht zur Seitenindexierung.

Wie lange dauert es?

Laut Google dauert es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bis die neuen URLs in den Suchergebnissen stehen. Rankingschwankungen in dieser Zeit sind normal.

Die Weiterleitungen sollen laut Google möglichst lange bestehen bleiben, in der Regel mindestens ein Jahr. Das Adressänderungstool bevorzugt 180 Tage lang die neue Website. Die alte Domain solltest du mindestens ein Jahr behalten, damit niemand sie kauft und missbraucht.

Bei Domain-Umzügen kann es deutlich länger dauern. Eine Auswertung von Search Engine Journal über 892 Domain-Umzüge kam Anfang 2025 auf im Schnitt 523 Tage, bis die neue Domain den Traffic der alten erreichte. 17 Prozent schafften es auch nach 1.000 Tagen nicht. Die Zahlen beruhen auf Traffic-Schätzungen aus SEO-Tools, sie sind ein Richtwert, keine Google-Aussage. Die Botschaft ist trotzdem klar: Ein Domain-Wechsel ist kein Wochenendprojekt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Die Sperre aus der Testphase bleibt stehen

Auf der Testkopie stand „noindex“ oder ein Disallow in der robots.txt. Nach dem Start vergisst man es — und Google darf die neue Website nicht crawlen. Prüf das am ersten Tag als Erstes.

Fehler 2 · Alles auf die Startseite umleiten

Bequem, aber falsch. Google rät davon ab, viele alte URLs auf eine unpassende Seite zu schicken. Jede alte Seite gehört auf ihr inhaltliches Gegenstück. Gibt es keins, ist ein 404 oder 410 ehrlicher.

Fehler 3 · Weiterleitungsketten

Alte URL → zwischenzeitliche URL → neue URL. Der Googlebot folgt laut Google bis zu zehn Weiterleitungen, empfiehlt aber den direkten Weg, höchstens drei bis vier Sprünge. Leite immer direkt aufs Ziel.

Fehler 4 · Weiterleitungen zu früh abschalten

Nach drei Monaten ist alles grün, also fliegen die Weiterleitungen raus? Dann brechen alle Backlinks auf die alten Adressen. Lass sie stehen, mindestens ein Jahr, am besten dauerhaft.

Was du vor dem Umzug tust

  • Vorher messen: Sichtbarkeit in SISTRIX, Ahrefs oder Semrush und die Klicks aus der Search Console festhalten.
  • Top-Seiten sichern: Die 20 Seiten mit dem meisten Traffic und den meisten Backlinks prüfst du nach dem Start einzeln.
  • Beim Hoster-Wechsel: die DNS-Laufzeit (TTL) laut Google mindestens eine Woche vorher auf wenige Stunden senken.
  • In WordPress: Weiterleitungen mit einem Plugin wie Redirection oder dem Redirect-Manager von Yoast SEO Premium verwalten.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich Weiterleitungen nach einem Domain-Umzug behalten?

Laut Google möglichst lange, in der Regel mindestens ein Jahr. Für das Adressänderungstool verlangt Google mindestens 180 Tage. Am sichersten ist, die Weiterleitungen dauerhaft stehen zu lassen.

Verliere ich bei einem Domain-Umzug Rankings?

Schwankungen sind laut Google normal, bis die neuen URLs verarbeitet sind. Das dauert bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger. Mit sauberen Weiterleitungen und Geduld kommen die Rankings meist zurück, garantiert ist das nicht.

Brauche ich das Adressänderungstool auch für HTTPS?

Nein. Das Tool gilt laut Google nur für den Wechsel von Domain oder Subdomain. Bei HTTP auf HTTPS, www auf ohne www oder neuen Pfaden reichen 301-Weiterleitungen.

Muss ich bei einem Hoster-Wechsel etwas für Google tun?

Wenig, weil die URLs gleich bleiben. Google empfiehlt, die DNS-Laufzeit vorher zu senken, die neue Umgebung zu testen und den alten Hoster erst abzuschalten, wenn dort kein Traffic mehr ankommt.

301 oder 302 beim Umzug?

301 oder 308, also dauerhaft. Temporäre Weiterleitungen wie 302 lassen laut Google die alte URL im Index. Bei einem Umzug willst du aber, dass die neue Adresse übernimmt.

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