Startseite > Lexikon > SEO > x-default

Bleistiftskizze: Postbote mit Brief, der zu keinem von drei kleinen Briefkästen passt, Pfeil zum großen orangefarbenen Briefkasten als Bild für x-default
SEO

x-default

Deine Website gibt es auf Deutsch und Englisch. Was sieht dann jemand aus Italien? Genau dafür gibt es x-default — die Seite für alle, für die du keine eigene Version hast.

Auch bekannt alshreflang x-default

4 Min

Lesezeit

30.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist x-default?

Wer eine Website in mehreren Sprachen betreibt, nutzt das hreflang-Tag. Damit sagst du Google: „Diese Seite gibt es auch auf Englisch, dort, und auf Französisch, da.“ Google zeigt dann jedem die passende Version.

Aber was ist mit allen anderen? Ein Besucher aus Polen passt weder zu Deutsch noch zu Englisch. Hier greift x-default. Google schreibt: Der reservierte Wert wird verwendet, wenn keine andere Sprache oder Region zur Browser-Einstellung des Nutzers passt.

Google hat x-default im April 2013 eingeführt. Laut Google eignet sich der Wert vor allem für Sprachauswahlseiten. Genauso gut kann er auf deine internationale Standardversion zeigen — meistens die englische.

So baust du x-default ein

Ein Beispiel für eine Firma mit deutscher und englischer Website. In den <head> jeder Sprachversion gehören dieselben drei Zeilen:

hreflang

Ziel

de

https://example.com/de/

en

https://example.com/en/

x-default

https://example.com/en/

Im Code sieht jede Zeile so aus: <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/en/">. Hast du eine Sprachauswahlseite, zeigt x-default stattdessen auf https://example.com/.

Google kennt drei gleichwertige Wege: Tags im HTML-Kopf, den HTTP-Header (nützlich für PDFs) oder die XML-Sitemap. Alle drei zu kombinieren bringt keinen Vorteil. Nimm einen Weg und bleib dabei.

Die Regeln, die alle brechen

  • Gegenseitig verweisen: Zeigt Seite A auf B, muss B auf A zeigen. Sonst ignoriert Google die Angaben.
  • Selbstreferenz: Jede Sprachversion listet sich selbst mit auf.
  • Vollständige URLs: mit https:// — keine relativen Pfade.
  • Richtige Codes: Sprache nach ISO 639-1, Region nach ISO 3166-1. Großbritannien ist GB, nicht UK.
  • Kein Land allein: de geht, at allein nicht — nur de-at.

Wie oft das schiefgeht, zeigt eine Ahrefs-Studie von 2023 mit 374.756 Domains, die hreflang nutzen. 67 % hatten mindestens ein Problem.

Fehler

Anteil Domains

x-default fehlt

56,3 %

Selbstreferenz fehlt

18,0 %

Ziel leitet weiter oder ist kaputt

16,9 %

Verweis zurück fehlt

15,3 %

Ahrefs selbst nennt x-default empfohlen, aber nicht zwingend. Auch Gary Illyes von Google schrieb 2023, der Wert werde vermutlich zu selten genutzt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · x-default nur auf der Startseite

x-default gehört in jede Gruppe zusammengehöriger Seiten — zur Startseite, zur Leistungsseite, zu jedem Blogartikel mit Übersetzung. Nur auf der Startseite deckt er genau eine Seite ab.

Fehler 2 · Ziel leitet automatisch weiter

Die Sprachauswahlseite schickt Besucher per IP-Adresse sofort weiter. Der Googlebot crawlt laut Google meist aus den USA — er sieht dann nie die Auswahl, sondern nur die englische Seite. Google rät von solchen Weiterleitungen ab.

Fehler 3 · Auf eine Weiterleitung oder ein Duplikat zeigen

x-default zeigt auf /en, die echte Seite heißt /en/ und leitet um. Klingt pingelig, bricht aber die Zuordnung. Ziel muss immer die finale URL sein, die auch als Canonical angegeben ist.

Fehler 4 · Erfundene Codes

en-UK, EU oder de-EU sehen logisch aus, haben laut Google aber keine Wirkung. Prüf die Codes, bevor du sie überall ausrollst.

Worauf soll x-default zeigen?

  • Sprachauswahlseite: wenn du viele Sprachen und Länder hast und niemanden bevorzugen willst.
  • Englische Version: wenn Englisch deine internationale Standardsprache ist.
  • Deutsche Version: wenn du fast nur im DACH-Raum verkaufst und Englisch nur Nebenrolle spielt.

Häufige Fragen

Ist x-default Pflicht?

Nein. hreflang funktioniert auch ohne. Google empfiehlt den Wert aber für eine saubere Rückfall-Seite, und ohne ihn entscheidet Google selbst, welche Version Besucher aus anderen Ländern sehen.

Worauf soll x-default zeigen?

Auf eine Sprachauswahlseite oder auf deine internationale Standardversion, meist die englische. Google nennt die Sprachauswahlseite als typischen Fall. Wichtig ist, dass das Ziel nicht automatisch weiterleitet.

Brauche ich x-default bei nur zwei Sprachen?

Es schadet nicht und hilft allen, deren Sprache du nicht abdeckst. Bei Deutsch und Englisch zeigt x-default meist auf die englische Version.

HTML, HTTP-Header oder Sitemap — was ist besser?

Für Google sind alle drei gleichwertig. Nimm den Weg, den deine Website am einfachsten pflegen kann. Bei vielen Seiten ist die Sitemap übersichtlicher, für PDFs geht nur der HTTP-Header.

Versteht Bing x-default?

Bing wertet hreflang nach eigener Aussage nur schwach und achtet stärker auf die Angabe der Sprache im Seitenkopf. Yandex unterstützt x-default ausdrücklich. Für Google ist es der Standard.

Begriff teilenHat dir die Definition geholfen? Schick sie weiter.