Was ist Cost per Mille?
„Mille“ ist Latein für tausend. Der Cost per Mille, kurz CPM, gibt an, was 1.000 Einblendungen deiner Anzeige kosten. Im deutschen Mediageschäft heißt dieselbe Kennzahl Tausend-Kontakt-Preis (TKP) und steht seit Jahrzehnten in den Preislisten von Zeitungen, Radio und Fernsehen.
Wichtig: Gezählt werden Einblendungen, keine Menschen. Das Gabler Wirtschaftslexikon formuliert es deutlich — egal, ob die Kontakte von einem oder von 1.000 Nutzern kommen. Für erreichte Personen gibt es die Reichweite.
So berechnest du den CPM
Standard-Formel
CPM = Werbekosten ÷ Impressionen × 1.000
Beispiel: 250 € Werbekosten, 40.000 Impressionen → CPM = 6,25 €
Umgekehrt planst du damit Budgets: Für 100.000 Einblendungen bei 6 € CPM brauchst du 600 €. Und wenn du den CPM mit dem Klickpreis vergleichen willst: CPC = CPM ÷ (Klickrate × 1.000).
CPM, vCPM und Ziel-CPM
Variante
Was gezählt wird
Wo
CPM
alle ausgelieferten Impressionen
Meta, LinkedIn, Google, TikTok
vCPM
nur sichtbare Impressionen
Google Displaynetzwerk
Ziel-CPM
Gebotsziel: durchschnittlicher Preis pro 1.000 Impressionen
Google-Videokampagnen (YouTube)
TKP im Fernsehen
1.000 Zuschauer einer Zielgruppe
TV-Planung nach AGF
Beim vCPM zählt Google eine Anzeige als sichtbar, wenn mindestens die Hälfte auf dem Bildschirm ist: bei Display-Anzeigen mindestens eine Sekunde, bei Videos zwei Sekunden. Alte CPM-Gebote im Displaynetzwerk stellt Google automatisch auf vCPM um. LinkedIn zählt eine Impression erst, wenn die Anzeige zur Hälfte sichtbar ist — am Desktop eine Sekunde, mobil 300 Millisekunden.
Bezahlt, aber nicht gesehen
Case A · Sichtbarkeit in Deutschland
Wie viele Impressionen gesehen werden konnten
69,5 %
sichtbar, alle Formate
≈ 7,19 €
pro 1.000 sichtbaren bei 5 € CPM
Rund drei von zehn Einblendungen sieht niemand
IAS Media Quality Report, zweites Halbjahr 2023. Die Umrechnung 5 € ÷ 0,695 ist eine Beispielrechnung.
Case B · Umstieg auf vCPM
Höheres Gebot für bessere Ware
1,00 €
bisheriges CPM-Gebot
1,50–2,00 €
empfohlenes vCPM-Startgebot
Du zahlst mehr je 1.000 — aber nur für Sichtbares
Beispiel aus der Google-Ads-Hilfe zur Umstellung von CPM auf vCPM.
Was ist ein guter CPM?
Darauf gibt es keine ehrliche Pauschalantwort. Google, Meta und LinkedIn veröffentlichen keine Durchschnittswerte. Der CPM hängt von Plattform, Format, Zielgruppe und Jahreszeit ab: Eine eng gefasste Zielgruppe von Entscheidern auf LinkedIn kostet deutlich mehr als eine breite Zielgruppe auf Instagram, und vor Weihnachten bieten mehr Werbetreibende mit.
Häufige Fehler
Fehler 1 · CPM als Preis pro 1.000 Menschen lesen
Bei einer Frequenz von drei hast du für 1.000 Impressionen nur rund 333 Menschen erreicht. Wer Personen zählen will, braucht die Reichweite.
Fehler 2 · Durch 1.000 statt mal 1.000
Die Kosten werden durch die Impressionen geteilt und dann mit 1.000 multipliziert. Selbst eine Plattform-Hilfe formuliert das missverständlich — der Rechner oben macht es richtig.
Fehler 3 · Listenpreis mit Auktionspreis vergleichen
Der TKP in Preislisten von Vermarktern ist ein Brutto-Listenpreis vor Rabatten. Der CPM in Meta oder Google entsteht in der Auktion. Beide Zahlen passen nicht direkt zusammen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den CPM?
Werbekosten geteilt durch Impressionen, mal 1.000. 250 € für 40.000 Impressionen ergeben einen CPM von 6,25 €.
Was ist der Unterschied zwischen CPM und TKP?
Keiner in der Rechnung: TKP ist der deutsche Begriff. Im Fernsehen bezieht sich der TKP aber auf 1.000 Zuschauer einer Zielgruppe, nicht auf Anzeigen-Impressionen.
Was ist der Unterschied zwischen CPM und vCPM?
Beim vCPM zahlst du nur für sichtbare Impressionen. Google zählt eine Display-Anzeige als sichtbar, wenn mindestens die Hälfte eine Sekunde lang auf dem Bildschirm war.
CPM oder CPC — was ist besser?
Für Bekanntheit passt die Abrechnung pro Einblendung, für Website-Besuche und Anfragen eher die pro Klick. Entscheidend ist, was am Ende eine Anfrage oder ein Verkauf kostet.