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Bleistiftskizze zum Begriff HTTP-Statuscodes
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HTTP-Statuscodes

Die dreistellige Zahl, mit der ein Server auf jede Anfrage antwortet: 200 heißt alles gut, 404 heißt gibt’s nicht, 503 heißt komm später wieder. Google liest jede einzelne davon mit.

Auch bekannt alsHTTP-StatuscodeStatuscodeStatuscodes

5 Min

Lesezeit

26.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind HTTP-Statuscodes?

Jedes Mal, wenn dein Browser oder der Googlebot eine Seite abruft, antwortet der Server mit einer dreistelligen Zahl. Das ist der HTTP-Statuscode. Er sagt in einem Wort, wie die Anfrage ausgegangen ist — noch bevor irgendein Inhalt geladen wird.

Festgelegt sind die Codes in der Norm RFC 9110 von 2022. Die erste Ziffer bestimmt die Klasse:

Klasse

Bedeutung

1xx

Info: Anfrage angekommen, läuft

2xx

Erfolg: alles in Ordnung

3xx

Weiterleitung: woanders schauen

4xx

Fehler der Anfrage, z. B. nicht gefunden

5xx

Fehler des Servers

Im offiziellen Verzeichnis der IANA stehen 64 Einträge, darunter viele, die kaum jemand braucht. Für deine Website zählen eine Handvoll.

Die wichtigen Codes und was Google daraus macht

  • 200 OK: Die Seite ist da. Google reicht sie zur Indexierung weiter — garantiert ist die Aufnahme damit aber nicht.
  • 301 und 308: dauerhaft umgezogen. Für Google ein starkes Signal, dass die neue Adresse die richtige ist.
  • 302 und 307: vorübergehend woanders. Zählt für Google kaum als Signal für die neue Adresse, die alte kann im Index bleiben.
  • 304 Not Modified: unverändert seit dem letzten Abruf — spart Rechenzeit.
  • 404 Not Found und 410 Gone: gibt es nicht (mehr). Google behandelt alle 4xx außer 429 gleich: Neue 404-Seiten werden nicht verarbeitet, schon indexierte fallen raus.
  • 429 Too Many Requests: zu viele Anfragen. Google bremst dann das Crawlen.
  • 500 und 503: Serverfehler oder gerade nicht verfügbar. Google crawlt langsamer, indexierte Seiten bleiben erst einmal erhalten.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Situationen, in denen der richtige Code über Rankings entscheidet:

Case A · Relaunch

Neue URL-Struktur nach dem Umbau

301

von jeder alten auf die passende neue URL

≥ 1 Jahr

Weiterleitungen stehen lassen

Google empfiehlt permanente Weiterleitungen, Ketten mit höchstens drei Sprüngen.

Rechne mit einigen Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, und mit Ranking-Schwankungen in der Zeit.

Case B · Wartung

Shop ist für ein Update offline

503

statt Fehlerseite mit 200

1–2 Tage

höchstens

503 sagt Google: komm später wieder — die Seiten bleiben im Index.

Liefert eine URL mehrere Tage lang 503, kann sie laut Google aus dem Index fallen. Ein Retry-After-Header sagt, wann es weitergeht.

Eine Sonderrolle hat die robots.txt. Antwortet sie mit einem Serverfehler, crawlt Google die Website laut eigener Spezifikation zwölf Stunden gar nicht und nutzt danach bis zu 30 Tage die zuletzt gespeicherte Fassung. Sie sollte also auch während einer Wartung erreichbar bleiben.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Fehlerseiten mit 200 (Soft 404)

Die Seite sagt „Nichts gefunden“, der Server aber „200 OK“. Google merkt das trotzdem und meldet in der Search Console einen Soft 404. Fehlerseiten brauchen einen echten 404.

Fehler 2 · Alles auf die Startseite umleiten

Beim Relaunch schnell alle alten URLs auf die Startseite schicken? Google kann solche Weiterleitungen als Soft 404 werten. Besser: jede alte Seite auf ihr passendes neues Gegenstück.

Fehler 3 · 302 statt 301 beim Umzug

Viele Systeme leiten standardmäßig mit 302 weiter. Für einen dauerhaften Umzug ist das falsch: Die alte Adresse bleibt womöglich im Index. Google rät: permanente Weiterleitung, wenn sie nicht zurückgenommen wird.

Fehler 4 · Weiterleitungsketten

Alt → Zwischenstand → neu → noch neuer. Googlebot folgt bis zu zehn Sprüngen, empfiehlt aber höchstens drei. Schleifen und zu lange Ketten zeigt die Search Console als Weiterleitungsfehler.

So prüfst du deine Statuscodes

  • Search Console, Bericht „Seiten“: zeigt Soft 404, nicht gefunden, Serverfehler und Weiterleitungsfehler.
  • URL-Prüfung in der Search Console für einzelne Adressen.
  • Browser-Entwicklertools: Reiter „Netzwerk“, Spalte „Status“.
  • Crawler wie Screaming Frog für die ganze Website, inklusive Weiterleitungsketten.
  • Online-Tools wie httpstatus.io, um viele URLs auf einmal zu prüfen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?

301 heißt: dauerhaft umgezogen. Google nimmt das als starkes Signal, die neue Adresse zu indexieren. 302 heißt: vorübergehend woanders. Dann bleibt meist die alte Adresse im Index. Für einen Relaunch oder Domainwechsel nimmst du 301 oder 308.

Ist ein 404-Fehler schlecht für mein Ranking?

Nicht an sich. Laut Google ist ein 404 kein Problem, wenn eine Seite ohne Ersatz gelöscht wurde, und 4xx-Fehler bremsen das Crawlen nicht. Schlecht ist es, wenn wichtige Seiten oder interne Links ins Leere laufen — die solltest du umleiten oder reparieren.

404 oder 410 für gelöschte Seiten?

Beides geht. Google behandelt alle 4xx-Codes außer 429 gleich. 410 sagt technisch deutlicher, dass die Seite für immer weg ist. Wichtiger als der Code ist: Gibt es eine passende neue Seite, leite lieber mit 301 dorthin weiter.

Welchen Code brauche ich bei Wartungsarbeiten?

503 Service Unavailable, am besten mit Retry-After-Header. So weiß Google, dass es nur eine Pause ist. Länger als ein, zwei Tage sollte das nicht dauern, sonst können Seiten laut Google aus dem Index fallen. Eine Wartungsseite mit 200 ist der falsche Weg.

Wie finde ich heraus, welchen Statuscode eine Seite liefert?

Am schnellsten über die Entwicklertools im Browser: Reiter „Netzwerk“ öffnen, Seite neu laden, Spalte „Status“ ansehen. Für viele Seiten eignet sich ein Crawler wie Screaming Frog, für Googles Sicht die URL-Prüfung in der Search Console.

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