Was sind Impressionen?
Eine Impression ist eine einzelne Einblendung: Deine Anzeige, dein Suchergebnis oder dein Beitrag erscheint auf einem Bildschirm. Google Ads sagt es knapp: Der Wert gibt an, wie oft deine Anzeige präsentiert wurde.
Wichtig ist, was nicht gezählt wird: Menschen. Scrollt jemand dreimal an deiner Anzeige vorbei, sind das drei Impressionen. Wie viele verschiedene Leute du erreicht hast, misst die Reichweite.
Wie zählen die Plattformen?
Jede Plattform zählt anders. Deshalb lassen sich Impressionen zwischen Plattformen kaum vergleichen.
Plattform
Impression zählt, wenn …
Google Ads
die Anzeige ausgeliefert wurde
Search Console
dein Link auf der Ergebnisseite steht
LinkedIn-Beiträge
der Beitrag angezeigt wurde (Schätzung)
Facebook, Instagram
heißt jetzt „Aufrufe“
In der Search Console reicht es, dass dein Link auf der geladenen Ergebnisseite steht — scrollen muss niemand, außer bei endlos ladenden Seiten wie der mobilen Bildersuche. AI Overviews zählen nach denselben Regeln. Meta hat 2024 im organischen Bereich die Impressionen durch „Aufrufe“ ersetzt, zuerst bei Instagram, dann bei Facebook. Die alten Impressions-Kennzahlen in der Schnittstelle sind seit November 2025 abgeschaltet.
Impressionen in anderen Kennzahlen
Allein sagen Impressionen wenig. Spannend werden sie als Nenner:
- Click-Through-Rate: Klicks ÷ Impressionen. Googles eigenes Beispiel: 5 Klicks bei 100 Impressionen ergeben 5 %.
- Cost per Mille: Kosten ÷ Impressionen × 1.000 — der Preis für tausend Einblendungen.
- Frequenz: Impressionen ÷ Reichweite — wie oft jede erreichte Person die Anzeige im Schnitt gesehen hat.
- Engagement Rate: bei LinkedIn das Verhältnis von Interaktionen zu Impressionen.
Rechenbeispiel · Display-Kampagne
Lokale Kampagne für ein Fitnessstudio
20.000
Impressionen
5.000
erreichte Personen
Frequenz = 20.000 ÷ 5.000 = 4
Jede Person hat die Anzeige im Schnitt viermal gesehen. Bei 150 € Kosten liegt der CPM bei 7,50 €.
Rechenbeispiel · Suchergebnis
Ratgeberseite in der Search Console
8.000
Impressionen
80
Klicks
CTR = 80 ÷ 8.000 × 100 = 1 %
Viele Einblendungen, kaum Klicks: Titel und Beschreibung überarbeiten, bevor du neue Inhalte schreibst.
Wann gilt eine Anzeige als sichtbar?
Weil „ausgeliefert“ so wenig sagt, gibt es einen Branchenstandard für sichtbare Impressionen. Der Media Rating Council hat ihn festgelegt, Google misst danach mit Active View:
- Display: mindestens 50 % der Anzeige eine Sekunde lang im sichtbaren Bereich
- Große Formate ab 242.500 Pixeln: 30 % für eine Sekunde
- Video: mindestens 50 % sichtbar, während zwei Sekunden laufen
Wie viel davon erreicht wird, misst der Prüfdienst IAS. Für 2025 kommt er weltweit auf 67,9 % sichtbare Display-Anzeigen und 79,7 % bei Video. Rund ein Drittel der bezahlten Banner-Einblendungen war also nicht einmal technisch zu sehen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Impressionen mit Reichweite verwechseln
„Wir hatten 50.000 Impressionen, also haben uns 50.000 Leute gesehen.“ Nein. Vielleicht waren es 10.000, die die Anzeige je fünfmal gesehen haben. LinkedIn trennt das sauber: Impressionen auf der einen Seite, erreichte Mitglieder ohne Wiederholungen auf der anderen.
Fehler 2 · Impressionen als Erfolg feiern
Impressionen messen, dass ausgeliefert wurde. Nicht, dass es gewirkt hat. Für Bekanntheit sind sie ein Anfang, für alles andere zählen Klicks, Anfragen und Umsatz.
Fehler 3 · Plattformen gegeneinander vergleichen
Eine Impression in der Search Console ist etwas anderes als eine bei LinkedIn oder in einer Display-Kampagne. Vergleiche Impressionen nur innerhalb derselben Plattform, am besten über die Zeit.
Fehler 4 · Sichtbarkeit ignorieren
Bei Display-Werbung zahlst du schnell für Einblendungen am Seitenende, die keiner sieht. Achte auf die Sichtbarkeitsrate im Bericht. Google bietet mit vCPM sogar eine Abrechnung nur nach sichtbaren Impressionen.
So nutzt du Impressionen richtig
- Als Nenner, nicht als Ziel: Schau auf CTR, CPM und Frequenz.
- Zusammen mit Reichweite: Erst beides zusammen zeigt, ob du viele Leute erreichst oder wenige sehr oft.
- In der Search Console: Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks sind dein schnellster Hebel.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Impressionen und Reichweite?
Impressionen zählen Einblendungen, Reichweite zählt Personen. Sieht eine Person deine Anzeige dreimal, sind das drei Impressionen, aber eine Person Reichweite. Teilst du Impressionen durch Reichweite, bekommst du die Frequenz.
Ab wann gilt eine Anzeige als gesehen?
Nach dem Branchenstandard des Media Rating Council gilt eine Display-Anzeige als sichtbar, wenn mindestens die Hälfte eine Sekunde lang im sichtbaren Bereich ist, bei Video zwei Sekunden. Ob jemand wirklich hinschaut, misst auch das nicht.
Warum zeigen Instagram und Facebook keine Impressionen mehr?
Meta hat 2024 im organischen Bereich auf „Aufrufe“ umgestellt, zuerst bei Instagram, dann bei Facebook. Aufrufe zählen ebenfalls jede Anzeige des Inhalts, auch wiederholte. In der Programmierschnittstelle sind die alten Impressions-Kennzahlen seit November 2025 abgeschaltet.
Wie zählt die Search Console Impressionen?
Eine Impression zählt, wenn ein Link zu deiner Website auf der Google-Ergebnisseite erscheint — scrollen muss der Nutzer dafür in der Regel nicht. Mehrere Links auf dieselbe Seite in einem Element zählen einmal. AI Overviews folgen denselben Regeln.
Sind viele Impressionen gut?
Nur in Verbindung mit anderen Zahlen. Viele Impressionen bei niedriger Klickrate zeigen, dass du zwar gesehen, aber nicht angeklickt wirst. Für Bekanntheitskampagnen sind sie ein sinnvoller Zwischenwert, als alleiniges Erfolgsmaß taugen sie nicht.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Impressionen
- Search Console-Hilfe: Klicks, Impressionen und Position
- LinkedIn-Hilfe: Beitragsanalyse
- Google Ads-Hilfe: Klickrate (CTR)
- Media Rating Council: Viewable Ad Impression Guidelines
- Google Ads-Hilfe: Active View
- IAS: Media Quality Report, 21. Ausgabe
- Meta for Developers: Page Insights API Updates