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Bleistiftskizze zum Begriff Erklärvideo
Video & Visuals

Erklärvideo

Ein Erklärvideo macht in ein, zwei Minuten verständlich, was du anbietest oder wie etwas funktioniert. Gut gemacht, spart es dir hundert gleiche Erklärungen am Telefon.

Auch bekannt alsExplainer-VideoErklärfilmExplainer Video

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist ein Erklärvideo?

Wie oft erklärst du am Telefon, wie dein Angebot funktioniert? Wenn die Antwort „ständig“ ist, brauchst du ein Erklärvideo.

Ein Erklärvideo ist ein kurzer Film, der ein Produkt, einen Dienst oder einen Ablauf verständlich macht. Typisch sind drei Dinge: eine kleine Geschichte, Bild und Ton zusammen und der Mut, nur das Wichtigste zu zeigen. Vollständigkeit ist nicht das Ziel — Verstehen schon.

Der klassische Bau in drei Schritten:

  • Problem: Das kennt der Zuschauer. „Du verlierst jede Woche Stunden mit Rechnungen.“
  • Lösung: So hilft dein Angebot. Konkret, nicht als Feature-Liste.
  • Nächster Schritt: Was soll er jetzt tun? Termin buchen, testen, anrufen.

Welche Arten von Erklärvideos gibt es?

Stil

Passt für

2D-Animation

abstrakte Dienste, Software

Legetechnik

einfache Abläufe, kleines Budget

Whiteboard

Zusammenhänge Schritt für Schritt

Screencast

Software, Online-Tools

Realfilm

Handwerk, Menschen, Vertrauen

Bei der Legetechnik schieben Hände ausgeschnittene Figuren und Bilder über eine Fläche. Beim Screencast nimmst du deinen Bildschirm auf und sprichst dazu. Dazu kommen inzwischen KI-Avatare, die einen Text vorsprechen — schnell gemacht, aber oft spürbar künstlich.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Kürzer, als du denkst. Zwei große Videoplattformen haben das an echten Daten ausgewertet:

Benchmark A · Vidyard

Wer schaut bis zum Ende?

65 %

bei Videos unter 1 Min.

20 %

bei Videos über 20 Min.

Über 940.000 Business-Videos aus 2024

Am meisten geschaut wird im ersten Viertel jedes Videos.

Benchmark B · Wistia

Wie viel wird angesehen?

52 %

bei Videos unter 1 Min.

50 %

bei Produktvideos

Über 13 Millionen Videos ausgewertet

Die meisten Zuschauer steigen um die Hälfte der Laufzeit aus.

Die beiden Zahlen messen Verschiedenes — Vidyard den Anteil, der bis zum Schluss bleibt, Wistia den Anteil der Laufzeit, der gesehen wird. Die Lehre ist aber dieselbe: Der Kern gehört nach vorn. Für die meisten Erklärvideos reichen 60 bis 120 Sekunden.

Der Klassiker: Dropbox

Das berühmteste Erklärvideo der Start-up-Welt ist eine schlichte Bildschirmaufnahme. Bevor Dropbox fertig war, zeigte Gründer Drew Houston in einem kurzen Video, wie Dateien zwischen Rechnern synchronisiert werden. Laut Houston wuchs die Warteliste für die Beta danach über Nacht von 5.000 auf 75.000 Menschen.

Die Lehre daraus: Nicht die Animation hat überzeugt, sondern dass man sofort verstanden hat, welches Problem gelöst wird. Ein teures Video mit schwammiger Botschaft verliert gegen eine ehrliche Bildschirmaufnahme mit klarer Botschaft.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Mit dem Firmenlogo anfangen

Zehn Sekunden Logo-Animation, dann „Wir sind ein junges, dynamisches Team …“ — und weg ist der Zuschauer. Starte mit dem Problem, das er kennt. Die Marke kommt mit, wenn die Lösung kommt.

Fehler 2 · Feature-Liste statt Nutzen

„Mit 47 Funktionen und Cloud-Anbindung“ erklärt nichts. „Du schreibst die Rechnung in zwei Minuten statt zwanzig“ schon. Pro Video eine Hauptbotschaft.

Fehler 3 · Video im Blogtext verstecken

Google zeigt Videos nur dann in den Videoergebnissen, wenn sie auf einer Seite stehen, deren Hauptzweck genau dieses Video ist. Ein Video am Ende eines langen Artikels zählt nicht. Gib wichtigen Erklärvideos eine eigene Seite mit Titel, Beschreibung und strukturierten Daten vom Typ VideoObject.

Fehler 4 · Ohne Untertitel produzieren

Viele schauen unterwegs ohne Ton. Untertitel gehören deshalb ins Video. Für Onlineshops und andere Online-Angebote an Verbraucher kommt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz dazu, das seit Juni 2025 gilt; Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen sind ausgenommen.

So entsteht ein Erklärvideo

  • Eine Frage wählen, die Kunden wirklich ständig stellen.
  • Skript schreiben — rund 130 bis 150 gesprochene Wörter ergeben etwa eine Minute.
  • Storyboard skizzieren: Was ist in welcher Szene zu sehen?
  • Stil wählen und produzieren — selbst mit Canva, Loom oder CapCut oder mit einem Dienstleister.
  • Untertitel anlegen, Vorschaubild gestalten, auf eigener Seite einbinden.
  • Messen: Zuschauerbindung in YouTube Studio oder Wistia — und ob danach mehr Anfragen kommen.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Meist 60 bis 120 Sekunden. Daten von Vidyard zeigen: Videos unter einer Minute sehen 65 % der Zuschauer bis zum Ende, bei sehr langen Videos sind es nur noch 20 %. Wichtiger als die Gesamtlänge ist, dass die Kernbotschaft in den ersten Sekunden kommt.

Was kostet ein Erklärvideo?

Das hängt stark von Stil, Länge und Sprecher ab. Eine Bildschirmaufnahme kostet dich nur Zeit, Vorlagen in Canva oder Animationstools gibt es ab kleinen Monatsbeiträgen. Professionelle Animation von einer Agentur ist deutlich teurer — hol dir mehrere Angebote mit gleichem Skript ein.

Was ist der Unterschied zwischen Erklärvideo und Imagefilm?

Der Imagefilm zeigt dein Unternehmen und weckt Gefühle für die Marke. Das Erklärvideo erklärt ein konkretes Produkt oder einen Ablauf, vom Problem bis zur Lösung. Viele Unternehmen brauchen eher das Erklärvideo, weil es direkt Fragen von Kunden beantwortet.

Kann ich ein Erklärvideo mit KI erstellen?

Ja, Tools wie Synthesia oder HeyGen lassen KI-Avatare einen Text sprechen, KI-Stimmen ersetzen den Sprecher. Das geht schnell und günstig, wirkt aber oft künstlich. Ab August 2026 schreibt die EU-KI-Verordnung zudem eine Kennzeichnung für täuschend echte KI-Inhalte vor.

Wo binde ich mein Erklärvideo am besten ein?

Auf der Seite, auf der die Frage entsteht — Produktseite, Startseite, Landingpage. Für die Google-Suche zusätzlich auf einer eigenen Seite, auf der das Video die Hauptsache ist. Und auf YouTube, weil viele dort direkt nach Erklärungen suchen.

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