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Bleistiftskizze zum Begriff PageRank
SEO

PageRank

Die Idee, mit der Google groß wurde: Ein Link ist eine Empfehlung, und eine Empfehlung von einer wichtigen Seite zählt mehr. PageRank gibt es bis heute — nur sehen kannst du ihn nicht mehr.

Auch bekannt alsPage Rank

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist PageRank?

1998 veröffentlichten die Stanford-Studenten Sergey Brin und Larry Page ein Paper über eine neue Suchmaschine. Deren Kern war PageRank: ein Verfahren, das die Wichtigkeit einer Seite aus den Links berechnet, die auf sie zeigen. Aus dem Projekt wurde Google.

Die Idee ist einfach: Ein Link ist eine Empfehlung. Und wie im echten Leben zählt eine Empfehlung mehr, wenn sie von jemandem kommt, der selbst angesehen ist — und wenn er nicht jedem eine gibt.

Brin und Page erklären das mit einem zufälligen Surfer: Jemand klickt sich wahllos von Link zu Link und springt ab und zu auf eine ganz neue Seite. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf einer bestimmten Seite landet, ist ihr PageRank.

So rechnet PageRank

Im Paper von 1998 steht die Formel so:

Original-Formel

PR(A) = (1 − d) + d × (PR(T1) ÷ C(T1) + … + PR(Tn) ÷ C(Tn))

T1 bis Tn sind die Seiten, die auf A verlinken. C ist die Zahl ihrer ausgehenden Links. d ist der Dämpfungsfaktor, meist 0,85.

In Worten: Jede Seite verteilt ihren PageRank zu gleichen Teilen auf alle ihre ausgehenden Links. Davon kommen 85 % an. Die restlichen 15 % stehen für den Surfer, der aufhört zu klicken und woanders neu anfängt.

Ein Rechenbeispiel mit drei Seiten: A verlinkt auf B und C, B verlinkt auf C, C verlinkt zurück auf A. Rechnet man die Formel so lange, bis sich nichts mehr ändert, kommt das heraus:

Seite

PageRank

C · zwei eingehende Links

1,19

A · ein Link, aber von C

1,16

B · halber Link von A

0,64

C liegt vorn, weil zwei Seiten darauf zeigen. A hat nur einen Link, aber von der stärksten Seite. B bekommt nur die Hälfte von A, weil A zwei Links teilt.

Von der grünen Leiste zum Geheimwert

  • 1998: Das Paper erscheint. Der Prototyp kannte mindestens 24 Millionen Seiten.
  • 2000: Die Google Toolbar zeigt PageRank als grünen Balken von 0 bis 10 an — und eine ganze SEO-Branche jagt ihm nach.
  • 2001: Das US-Patent auf das Verfahren wird erteilt. Inhaber ist die Stanford University.
  • 2016: Google schaltet die öffentliche Anzeige ab, das letzte Update kam im März.
  • 2019: Neben nofollow kommen die Link-Attribute sponsored und ugc dazu; seitdem behandelt Google sie als Hinweis.

Laut Google Patents ist das Patent inzwischen abgelaufen, voraussichtlich 2018. 2017 schrieb Gary Illyes von Google, man nutze PageRank nach 18 Jahren immer noch — neben Hunderten anderer Signale.

Häufige Fehler

Fehler 1 · „PageRank ist tot“

Tot ist nur der grüne Balken. Google rechnet intern weiter mit PageRank. Links bleiben damit ein Signal, auch wenn du die Zahl nicht mehr siehst.

Fehler 2 · Tool-Werte für PageRank halten

Websites, die dir heute „deinen PageRank“ anzeigen, liefern eigene Schätzungen. Auch Domain Authority von Moz oder URL Rating von Ahrefs sind Nachbildungen — nützlich zum Vergleich, aber nicht Googles Wert.

Fehler 3 · Masse statt Gewicht

Hundert Links von Seiten, die selbst niemand verlinkt, bringen wenig. Ein Link von einer starken Seite, die nur wenige Links setzt, kann mehr wert sein. Und gekaufte oder getauschte Links gelten bei Google als Linkspam.

Fehler 4 · Die Formel von 1998 für heute halten

Die Formel zeigt das Prinzip, nicht den heutigen Algorithmus. Welchen Dämpfungsfaktor Google aktuell nutzt und wie genau gewichtet wird, ist nicht öffentlich.

Was heißt das für deine Website?

  • Echte Empfehlungen verdienen: Inhalte schaffen, auf die andere gern verlinken — Studien, Werkzeuge, gute Anleitungen.
  • Intern verlinken: Deine eigenen Links verteilen Gewicht genauso. Google empfiehlt, dass jede wichtige Seite mindestens einen Link von einer anderen Seite deiner Website bekommt.
  • Wichtige Seiten nah an die Startseite: Was über Menü und Startseite verlinkt ist, bekommt mehr ab als eine Seite, die nur aus einem alten Blogartikel erreichbar ist.
  • Werbelinks kennzeichnen: Bezahlte Links mit sponsored markieren, damit sie nicht als Empfehlung zählen.

Häufige Fragen

Kann ich meinen PageRank sehen?

Nein, seit 2016 nicht mehr. Google hat die öffentliche Anzeige abgeschaltet. Tools wie Ahrefs, Moz oder Semrush zeigen eigene Ersatzwerte, die die Linkstärke schätzen.

Was bedeutet der Dämpfungsfaktor 0,85?

Er steht für die Wahrscheinlichkeit, dass der gedachte Surfer weiterklickt. Nur 85 % des PageRanks einer Seite werden über ihre Links weitergegeben, der Rest verteilt sich als Grundwert auf alle Seiten. Den Wert 0,85 nennt das Paper von 1998 — was Google heute nutzt, ist nicht bekannt.

Zählen nofollow-Links für PageRank?

Google behandelt nofollow, sponsored und ugc seit 2019 als Hinweis, nicht mehr als feste Regel. Wie viel Gewicht solche Links bekommen, sagt Google nicht. Rechne nicht damit, dass sie dir helfen.

Wer hat PageRank erfunden?

Larry Page und Sergey Brin, damals Doktoranden an der Stanford University. Sie beschrieben das Verfahren 1998, das Patent ist auf Page als Erfinder und Stanford als Inhaber eingetragen.

Wie verbessere ich meinen PageRank?

Mit Links von angesehenen, thematisch passenden Websites und einer klaren internen Verlinkung. Gekaufte oder getauschte Links verstoßen gegen Googles Richtlinien und können schaden.

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