Startseite > Lexikon > SEO > Linkspam

Bleistiftskizze zum Begriff Linkspam
SEO

Linkspam

Linkspam sind Links, die nur gesetzt werden, um Google zu täuschen — gekauft, getauscht oder automatisch erzeugt. Meist zählt Google sie heute einfach nicht mehr. Manchmal wird es teurer.

Auch bekannt alsLink-SpamLink-SchemataLink Schemes

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Linkspam?

Links sind für Google so etwas wie Empfehlungen. Wer viele gute Empfehlungen bekommt, rankt besser. Linkspam ist der Versuch, sich diese Empfehlungen zu erschleichen.

Google definiert es in seinen Spam-Richtlinien so: Links zu oder von einer Website, die hauptsächlich erstellt werden, um das Suchranking zu manipulieren. Früher sprach Google auch von „Link Schemes“, also Linkschemata.

Typische Beispiele aus Googles Richtlinie:

  • Links gegen Geld, Waren oder Leistungen kaufen oder verkaufen — auch Produkttests mit Linkpflicht
  • Übermäßiger Linktausch, Partnerseiten nur zum gegenseitigen Verlinken
  • Automatisch erzeugte Links
  • Bezahlte Artikel, Gastbeiträge oder Pressemitteilungen mit rankingwirksamen Links und optimierten Ankertexten
  • Minderwertige Verzeichnis- und Lesezeichen-Links
  • Versteckte Links in Widgets, Links in Footern vieler fremder Websites
  • Forenspam mit Keyword-Ankern

Wie Google gegen Linkspam vorgeht

Der Kampf läuft seit über zehn Jahren. Die wichtigsten Stationen:

Jahr

Was passierte

2012

Penguin-Update gegen Linkschemata, rund 3 % der deutschen Suchanfragen betroffen

2016

Penguin wird Teil des Kernalgorithmus, entwertet Spam statt ganze Seiten abzustrafen

2019

Neue Attribute sponsored und ugc, nofollow wird zum Hinweis

2021

Link-Spam-Update, Kennzeichnung von Affiliate-Links verlangt

2022

Link-Spam-Update mit SpamBrain, gilt für alle Sprachen

Seit Dezember 2022 setzt Google dafür SpamBrain ein, sein KI-System gegen Spam. Es erkennt Websites, die Links kaufen, und Websites, die nur existieren, um Links weiterzureichen. Im Webspam-Report für 2022 meldete Google 50-mal mehr erkannte Linkspam-Seiten als beim Update davor.

Wichtig für dich: Google will solche Links vor allem neutralisieren. Sie zählen dann einfach nicht. Wer sein Ranking auf gekauften Links gebaut hat, verliert es trotzdem — nur ohne Brief.

Wenn ein Mensch draufschaut: die manuelle Maßnahme

In groben Fällen verhängt ein Google-Mitarbeiter eine manuelle Maßnahme. Du siehst sie in der Google Search Console unter „Manuelle Maßnahmen“. Es gibt zwei Typen: „Unnatürliche Links zu Ihrer Website“ und „Unnatürliche Links von Ihrer Website“.

  • Links exportieren: In der Search Console unter „Links“ die verweisenden Websites herunterladen.
  • Entfernen lassen: Betreiber anschreiben und um Löschung oder nofollow bitten.
  • Rest ablehnen: Was sich nicht entfernen lässt, mit dem Disavow-Tool für ungültig erklären.
  • Überprüfung anfordern: In der Search Console beschreiben, was du getan hast.

Google warnt: Wer nur ablehnt, ohne ernsthaft Links entfernen zu lassen, riskiert eine Absage. Bei Link-Fällen dauert die Prüfung oft länger als die üblichen Tage bis Wochen.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Jeden gekauften Link für verboten halten

Sponsoring, Anzeigen, Affiliate-Links — alles erlaubt, solange der Link richtig gekennzeichnet ist. Google verlangt das ausdrücklich auch für Affiliate-Links, die ein Plugin automatisch erzeugt.

Fehler 2 · Vorsorglich alles per Disavow ablehnen

Google sagt klar: Die meisten Websites brauchen das Disavow-Tool nicht. Es ist für viele Spam-Links gedacht, die eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen. Eine zu breite Liste kann gute Links mit entwerten.

Fehler 3 · Gastbeiträge für sauberes Linkbuilding halten

Ein bezahlter Gastbeitrag mit Keyword-Link steht ausdrücklich in Googles Liste. Gastbeiträge sind gut für Reichweite und Expertise. Der Link darin sollte dann sponsored oder nofollow tragen, wenn Geld oder Gegenleistung im Spiel war.

Fehler 4 · Jeden Absturz auf Linkspam schieben

Steht in der Search Console keine manuelle Maßnahme, liegt es oft an etwas anderem: einem Core Update, technischen Fehlern, stärkerer Konkurrenz. Algorithmische Entwertung zeigt Google nicht an. Prüf die anderen Ursachen, bevor du Links jagst.

So bleibst du sauber

  • Bezahlte Links kennzeichnen: rel="sponsored" für Werbung und Affiliate, rel="ugc" für Links in Kommentaren und Foren.
  • Links verdienen statt kaufen: Studien, Werkzeuge, Ratgeber und Pressearbeit, die andere freiwillig verlinken.
  • Backlinks im Blick behalten: den Bericht „Links“ der Search Console regelmäßig ansehen, für tiefere Analysen Ahrefs, Semrush, SISTRIX oder Majestic.
  • Bei Angeboten skeptisch sein: „100 Backlinks für 49 €“ ist genau das, was SpamBrain sucht.

Häufige Fragen

Ist Linkkauf verboten?

Nur, wenn der Link nicht gekennzeichnet ist. Gekaufte Links für Werbung oder Sponsoring sind laut Google in Ordnung, wenn sie rel="sponsored" oder rel="nofollow" tragen. Verstöße sind gekaufte Links, die das Ranking beeinflussen sollen.

Woran erkenne ich eine Abstrafung wegen Linkspam?

Eine manuelle Maßnahme siehst du in der Search Console unter „Manuelle Maßnahmen“. Entwertet Google Links nur automatisch, bekommst du keinen Hinweis. Dann siehst du höchstens, dass Rankings ohne erkennbaren anderen Grund nachlassen.

Muss ich das Disavow-Tool nutzen?

Meist nicht. Google empfiehlt es nur bei vielen Spam-Links, die eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen. Die Datei darf bis zu 100.000 Zeilen haben, ein neuer Upload ersetzt die alte Liste, und es dauert einige Wochen, bis sie wirkt.

Kann mir ein Konkurrent mit Spam-Links schaden?

Google entwertet solche Links in aller Regel automatisch, sie zählen dann einfach nicht. Kommt trotzdem eine manuelle Maßnahme, hilft der beschriebene Weg: Links dokumentieren, ablehnen, Überprüfung anfordern.

Was ist der Unterschied zwischen nofollow, sponsored und ugc?

sponsored kennzeichnet bezahlte Links und Werbung, ugc Links aus Nutzerbeiträgen wie Kommentaren, nofollow alle anderen Links, denen du nicht folgen lassen willst. Seit 2019 behandelt Google alle drei als Hinweise. Für bezahlte Links bevorzugt Google sponsored.

Begriff teilenHat dir die Definition geholfen? Schick sie weiter.