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Bleistiftskizze: Gerahmtes Landschaftsfoto mit Anhänger, dessen orangefarbenes Wachssiegel eine Hand mit Lupe prüft, als Bild für Content Credentials
KI im Marketing

Content Credentials

C2PA

Woher stammt dieses Bild, und war KI im Spiel? Content Credentials sind der digitale Beipackzettel, der genau das an die Datei heftet — fälschungssicher, aber leicht zu verlieren.

Auch bekannt alsContent Credential

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Content Credentials?

Du scrollst durch LinkedIn und siehst in der Ecke eines Bildes ein kleines „CR“. Ein Klick, und du erfährst: mit KI erstellt, signiert von einem bestimmten Programm, an einem bestimmten Tag. Das sind Content Credentials.

Die Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA) vergleicht sie mit einer Nährwerttabelle für digitale Inhalte. Technisch ist es ein Paket aus Einzelangaben, das kryptografisch signiert an der Datei hängt. Wird die Datei danach verändert, merkt man das. Fachleute nennen das manipulationsanzeigend.

  • C2PA ist das Gremium und der technische Standard.
  • Content Credentials heißt die Kennzeichnung, die du als Nutzer siehst — mit dem Symbol „CR“.
  • Content Authenticity Initiative (CAI) ist die von Adobe angeführte Initiative, die den Standard verbreitet.

Gegründet wurde die C2PA im Februar 2021 unter anderem von Adobe, Microsoft, der BBC und Intel. Heute sitzen auch Google, Meta, OpenAI, Amazon, Sony und TikTok im Lenkungskreis.

Wer setzt und zeigt Content Credentials?

Wer

Was passiert

Google Vertex AI

signiert Bilder und Videos aus Gemini und Veo automatisch

Leica M11-P

erste Kamera mit eingebauten Credentials (2023)

LinkedIn

zeigt das CR-Symbol, auch bei Anzeigen

Google Bilder

wertet die Angaben in „Über dieses Bild“ aus

Bei LinkedIn zeigt ein Klick aufs Symbol, ob KI genutzt wurde, mit welcher App oder welchem Gerät der Inhalt entstand, wer ihn erstellt und wer ihn signiert hat. Das gilt auch für Einzelbild- und Videoanzeigen mit hochgeladenem Material. LinkedIn sagt selbst, dass noch nicht alle KI-Inhalte erkannt werden.

Google kündigte 2024 außerdem an, die Angaben in seinen Werbesystemen einzubinden und künftig bei der Durchsetzung von Richtlinien zu nutzen.

Content Credentials und die Kennzeichnungspflicht

Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung, dass Anbieter generativer KI ihre Ausgaben maschinenlesbar als künstlich kennzeichnen. Content Credentials sind eine Möglichkeit, das umzusetzen. Das Gesetz schreibt C2PA aber nicht vor.

Für dich als Unternehmen kommt eine zweite Pflicht dazu: Wer Deepfakes veröffentlicht, muss das für Menschen sichtbar offenlegen. Ein unsichtbares Metadaten-Etikett allein reicht dafür nicht. Die EU-Kommission hat im Juni 2026 einen freiwilligen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte veröffentlicht, mit eigenen Symbolen für die Kennzeichnung.

Häufige Fehler

Fehler 1 · „Mit Credentials ist das Bild echt“

Nein. Laut C2PA-Erklärdokument sagt die Herkunft nichts darüber, ob ein Inhalt wahr ist. Belegt ist nur, wer ihn signiert hat und dass er seitdem nicht verändert wurde.

Fehler 2 · „Kein CR-Symbol heißt keine KI“

Metadaten gehen verloren — durch einen Screenshot, einen Export oder eine Plattform, die sie beim Hochladen entfernt. Ein fehlendes Symbol beweist gar nichts.

Fehler 3 · Credentials versehentlich löschen

Wer ein KI-Bild noch einmal durch ein Tool schickt, das Metadaten entfernt, verliert den Nachweis. Dann setzt auch LinkedIn kein Symbol mehr — und du hast keinen Beleg für eine saubere Kennzeichnung.

Fehler 4 · Credentials mit Wasserzeichen verwechseln

Ein digitales Wasserzeichen steckt unsichtbar in den Pixeln und übersteht einen Screenshot eher, trägt aber kaum Details. Content Credentials sind ausführlich, aber leicht zu entfernen. Deshalb kombinieren Anbieter oft beides.

So nutzt du Content Credentials

  • Prüfen: Lade ein Bild bei Content Credentials Verify hoch (contentcredentials.org/verify) und sieh nach, was drinsteht.
  • Erhalten: Exportiere KI-Bilder so, dass Metadaten bleiben, und lade das Original hoch, keinen Screenshot.
  • Selbst setzen: Adobe Photoshop und Lightroom können Credentials beim Export anhängen.
  • Sichtbar kennzeichnen: zusätzlich zur Metadaten-Kennzeichnung, sobald ein Bild realistisch echte Personen oder Ereignisse zeigt.

Häufige Fragen

Was bedeutet das CR-Symbol auf LinkedIn?

Das Bild oder Video trägt Content Credentials. Ein Klick zeigt, ob KI genutzt wurde, mit welcher App oder welchem Gerät es entstand, wer es erstellt und wer es signiert hat.

Wie prüfe ich, ob ein Bild Content Credentials hat?

Mit dem kostenlosen Prüfwerkzeug auf contentcredentials.org/verify. Auch Google Bilder zeigt die Angaben unter „Über dieses Bild“.

Kann man Content Credentials entfernen?

Ja, leicht — etwa per Screenshot oder Export ohne Metadaten. Verändern lassen sie sich dagegen nicht unbemerkt, weil sie signiert sind.

Beweisen Content Credentials, dass ein Foto echt ist?

Nein. Sie belegen die Herkunft und dass die Datei seit der Signatur unverändert ist. Ob das Gezeigte wahr ist, sagen sie nicht.

Reichen Content Credentials für die Kennzeichnungspflicht nach dem AI Act?

Für Anbieter können sie die maschinenlesbare Kennzeichnung umsetzen. Wer als Unternehmen Deepfakes veröffentlicht, muss zusätzlich sichtbar darauf hinweisen.

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