Was ist eine Heatmap?
Eine Heatmap legt eine Wärmebild-Ebene über deine Webseite. Je mehr Besucher an einer Stelle klicken, tippen oder hinschauen, desto „heißer“ die Farbe. Microsoft beschreibt sie in der Clarity-Doku als Werkzeug, das zusammengefasste Informationen über das Verhalten der Nutzer leicht auswertbar macht.
Die wichtigsten Arten:
- Klickmap: Wo wird geklickt oder getippt — auch auf Dinge, die gar keine Links sind?
- Scrollmap: Wie viel Prozent der Besucher erreichen welche Tiefe der Seite?
- Attention-Map: Wo verweilen Besucher am längsten?
- Move-Map: Wo bewegt sich die Maus? Nur am Desktop.
So liest du eine Heatmap
Befund
Mögliche Maßnahme
Viele Klicks auf Bild ohne Link
Bild verlinken oder klar machen, dass es keins ist
Wichtiger Button kalt
Höher setzen, deutlicher gestalten
Scrollmap bricht früh ab
Wichtiges nach oben, Einstieg straffen
Wildes Klicken an einer Stelle
Fehler oder Frust suchen
Bei der Scrollmap hilft eine Einordnung: In einer Eyetracking-Studie der Nielsen Norman Group entfielen rund 57 % der Betrachtungszeit auf den ersten Bildschirm und 74 % auf die ersten zwei. Was weit unten steht, sehen deutlich weniger Menschen — die Studie stammt allerdings von 2018 und galt dem Desktop.
Microsoft Clarity zeigt in der Scrollmap für jede Tiefe, wie viele Besucher dort noch ankommen und wie viele abspringen. Auffällige Knicke sind die Stellen, an denen du dir den Inhalt anschauen solltest.
Heatmaps und Datenschutz
Heatmap-Tools speichern oder lesen Daten auf dem Gerät der Besucher. Nach § 25 TDDDG ist das nur mit Einwilligung erlaubt, außer es ist für einen gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Die Datenschutzkonferenz sagt in ihrer Orientierungshilfe: Schon die Messung von Besucherzahlen und A/B-Tests gehören nicht per se zum Basisdienst einer Website. Für Heatmaps von Drittanbietern heißt das in der Praxis: nur nach Zustimmung im Cookie-Banner.
Microsoft Clarity verlangt seit dem 31. Oktober 2025 für Besucher aus dem EWR, Großbritannien und der Schweiz selbst ein gültiges Einwilligungssignal. Ohne Zustimmung zerfallen die Sitzungen in Einzelteile. Eingabefelder maskiert Clarity immer.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Nach 30 Besuchen Schlüsse ziehen
Schon wenige Besuche ergeben ein buntes Bild. Clarity nennt ausdrücklich keine Mindestmenge — eine Heatmap ist kein Signifikanztest. Warte, bis ein paar hundert Besuche pro Gerät zusammen sind, und lies sie als Hinweis, nicht als Beweis.
Fehler 2 · Handy und Desktop mischen
Am Handy sieht deine Seite anders aus, Elemente stehen an anderen Stellen. Eine gemischte Heatmap zeigt Klicks auf Bereiche, die es so nirgends gibt. Filter immer nach Gerät.
Fehler 3 · Mausbewegung für Blicke halten
Move-Maps sehen aus wie Eyetracking, sind es aber nicht. Viele lassen die Maus irgendwo liegen und lesen woanders. Nimm sie höchstens als groben Hinweis.
Fehler 4 · Bewegliche Inhalte übersehen
Aufklappmenüs, Pop-ups und Slider erscheinen im Screenshot der Heatmap oft nicht. Clarity erfasst zudem keine Klicks in eingebetteten Fremdinhalten. Prüf auffällige Stellen deshalb immer an der echten Seite.
So startest du mit Heatmaps
- Tool wählen: Microsoft Clarity ist kostenlos, Hotjar (gehört zu Contentsquare), Mouseflow und Crazy Egg kosten je nach Umfang.
- Einwilligung einbauen: Tool erst nach Zustimmung im Cookie-Banner laden, etwa über Borlabs Cookie oder deine Consent-Management-Plattform.
- Wichtige Seiten zuerst: Startseite, Landingpages, Kasse, Kontaktformular.
- Frage vorher klären: „Findet man den Button?“ statt „Mal schauen, was rauskommt“.
- Testen statt umbauen: Aus dem Befund eine Idee machen, mit einem A/B-Test prüfen.
Häufige Fragen
Darf ich eine Heatmap ohne Cookie-Einwilligung nutzen?
In der Regel nicht. Heatmap-Tools greifen auf das Gerät der Besucher zu, dafür verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung. Die Datenschutzkonferenz zählt schon einfache Messungen nicht automatisch zum Basisdienst. Lade das Tool also erst nach Zustimmung.
Wie viele Besucher braucht eine aussagekräftige Heatmap?
Eine feste Zahl gibt es nicht, die Faustregeln der Anbieter widersprechen sich. Ein paar hundert Besuche pro Gerät sind ein vernünftiger Anfang. Je kleiner die Unterschiede, die du sehen willst, desto mehr brauchst du.
Was ist der Unterschied zwischen Heatmap und Session Recording?
Die Heatmap fasst viele Besuche zu einem Bild zusammen. Ein Session Recording spielt einen einzelnen Besuch nach, Klick für Klick. Die Heatmap zeigt das Muster, das Recording zeigt den Einzelfall.
Ist Microsoft Clarity wirklich kostenlos?
Ja, Microsoft nennt Clarity dauerhaft kostenlos und ohne Stichproben. Der Preis: Die Daten liegen bei Microsoft, und für Besucher aus der EU brauchst du eine saubere Einwilligung.
Funktionieren Heatmaps auf dem Handy?
Ja, statt Klicks werden Taps erfasst, und Scrollmaps funktionieren genauso. Move-Maps gibt es am Handy nicht, weil es keine Maus gibt. Werte Handy und Desktop immer getrennt aus.