Was ist Keyword-Recherche?
Wie würde dein Kunde bei Google nach dir suchen? Mit deinen Worten — oder mit seinen? Meist mit seinen. Genau dafür gibt es die Keyword-Recherche: Du findest heraus, welche Suchanfragen deine Zielkunden wirklich eingeben.
Google bringt es in seinem SEO-Leitfaden mit einem Beispiel auf den Punkt: Fachleute nennen etwas anders als Laien. Der Caterer sagt „Wurstplatte“, der Gastgeber sucht vielleicht „Häppchen für 20 Gäste“. Wer nur seine Fachsprache nutzt, wird von Laien nicht gefunden.
Am Ende steht keine lange Liste, sondern eine Entscheidung: Welche Seite deckt welches Thema ab? Dafür prüfst du jedes Keyword auf drei Dinge:
- Suchvolumen: Wie oft wird danach gesucht?
- Suchintention: Was will die Person — lernen, vergleichen, kaufen?
- Erreichbarkeit: Hast du gegen die Seiten auf Platz 1 eine Chance?
So läuft eine Keyword-Recherche ab
- Startbegriffe sammeln: dein Angebot, Fragen aus Kundengesprächen, Support-Mails, Foren.
- Bestand prüfen: In der Google Search Console siehst du, für welche Suchanfragen du schon Impressionen hast.
- Ideen ausweiten: mit Keyword-Tools, Google-Vorschlägen und „Ähnliche Fragen“.
- Bewerten: Volumen, Suchintention (schau dir die Suchergebnisse an), Saison, Schwierigkeit.
- Gruppieren: verwandte Begriffe zu einem Thema bündeln — jedes Bündel bekommt genau eine Seite.
- Priorisieren und nachmessen: Seiten planen, später in der Search Console prüfen, was ankommt.
Warum Suchvolumen nur die halbe Wahrheit ist
Der Google-Keyword-Planer ist die Quelle der meisten Zahlen. Laut Google-Hilfe ist sein Suchvolumen ein Durchschnitt über zwölf Monate, schließt ähnliche Varianten mit ein und wird gerundet. Konten ohne nennenswerte Werbeausgaben sehen oft nur Spannen wie „1.000–10.000“. Sehr kleine Keywords zeigt er gar nicht an.
Wie genau ist das? Ahrefs verglich 2021 rund 72.600 US-Keywords: Nur 45 % der Planer-Werte lagen ungefähr richtig, verglichen mit den echten Impressionen in der Search Console. Ahrefs ist Wettbewerber — die Richtung deckt sich aber mit der Erfahrung vieler SEOs.
Und: Die meisten Keywords sind winzig. In der US-Datenbank von Ahrefs haben fast 93 % aller Keywords weniger als 10 Suchen im Monat. Dazu kommt, dass laut Google rund 15 % der täglichen Suchanfragen völlig neu sind. Keine Datenbank kennt alle Fragen deiner Kunden.
Was KI-Suche ändert
Bei vielen Fragen beantwortet Google heute oben selbst — mit AI Overviews. Ahrefs fand 2026 auf Basis von 300.000 Keywords: Erscheint eine AI Overview, liegt die Klickrate auf Platz 1 im Schnitt 58 % niedriger. Das ist ein Zusammenhang in US-Desktopdaten, kein Beweis — zeigt aber: Neben dem Volumen gehört das Klickpotenzial in die Bewertung.
In ChatGPT fragen Leute anders. Semrush wertete US-Daten aus: Anfang 2026 ließen sich 65 bis 85 % der Prompts keinem klassischen Keyword zuordnen. Die Recherche verschiebt sich deshalb von einzelnen Wörtern zu Fragen und Themen. Das Fundament bleibt: verstehen, was deine Kunden wissen wollen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Nur nach Volumen auswählen
Das Keyword mit den meisten Suchen ist selten das beste. Ein Longtail-Keyword mit 50 Suchen und klarer Kaufabsicht bringt einem KMU oft mehr als ein Begriff mit 20.000 Suchen, für den du nie auf Seite 1 kommst.
Fehler 2 · Die Suchintention ignorieren
Schau vor dem Schreiben in die Suchergebnisse. Zeigt Google dort Onlineshops, wird dein Ratgeber kaum ranken — und umgekehrt.
Fehler 3 · Planer-Zahlen für exakt halten
Gerundet, gemittelt, mit Varianten — und oft zu hoch. Nimm die Zahlen als Größenordnung. Echte Werte für deine eigenen Seiten liefert nur die Search Console.
Fehler 4 · Mehrere Seiten auf dasselbe Keyword
Zwei Artikel zum selben Thema machen sich gegenseitig Konkurrenz. Das nennt man Keyword-Kannibalisierung. Ordne jedes Themenbündel genau einer Seite zu.
Die wichtigsten Tools
Tool
Wofür
Keyword-Planer
Volumen, kostenlos mit Ads-Konto
Search Console
Echte Werte deiner Seiten
Google Trends
Saison und Trend, nur relativ
SISTRIX
Stark im deutschen Markt
Ahrefs, Semrush
Große Datenbanken, Wettbewerb
Google Trends zeigt laut Hilfe keine absoluten Zahlen: Jeder Wert wird ins Verhältnis zu allen Suchen gesetzt und auf 0 bis 100 skaliert. Für Fragen deiner Kunden helfen außerdem AnswerThePublic und die Vorschläge in Googles Suchfeld.
Häufige Fragen
Ist der Google-Keyword-Planer kostenlos?
Ja, du brauchst nur ein Google-Ads-Konto. Ohne nennenswerte Werbeausgaben zeigt er aber oft nur Spannen wie „1.000–10.000“ statt genauer Zahlen. Für eine erste Einschätzung reicht das.
Lohnen sich Keywords mit wenig Suchvolumen?
Oft ja. Fast alle Keywords haben wenige Suchen, und gerade spezielle Fragen haben eine klare Absicht. Eine Seite, die viele solcher Fragen zu einem Thema beantwortet, sammelt zusammen viele Besucher.
Braucht man mit KI-Suche noch Keyword-Recherche?
Ja, aber anders. Statt einzelner Wörter rücken Fragen und Themen in den Mittelpunkt. Wer weiß, was seine Kunden fragen, schreibt Inhalte, die Google und KI-Assistenten gleichermaßen nutzen.
Wie oft sollte ich die Keyword-Recherche wiederholen?
Für neue Themen jedes Mal, für den Bestand etwa einmal im Jahr. Dazwischen zeigt dir die Search Console, für welche neuen Suchanfragen deine Seiten auftauchen.