Was ist ein Lead-Formular?
Der klassische Weg zum Lead: Anzeige anklicken, Landingpage lädt, Formular ausfüllen, abschicken. Bei jedem Schritt springen Leute ab. Ein Lead-Formular kürzt das ab. Es öffnet sich direkt in Facebook, Instagram, LinkedIn, Google oder TikTok.
Google beschreibt es so: Mit Lead-Formularen können Nutzer direkt über deine Anzeige Informationen an dich senden. Name und E-Mail sind oft schon aus dem Profil vorausgefüllt. Die Person muss nur noch bestätigen.
Plattform
So heißt es dort
Meta
Lead Ads mit Instant-Formular
Google Ads
Assets mit Lead-Formular
Lead Gen Forms
TikTok
Instant Form
Bei Google gibt es das Formular für Such- und Performance-Max-Kampagnen mit dem Ziel „Leads“. Bei allen vier Plattformen musst du eine Datenschutzerklärung verlinken, sonst geht nichts.
Lead-Formular oder Landingpage?
LinkedIn nennt für seine Lead Gen Forms eine durchschnittliche Conversion Rate von 13 % und stellt dem rund 4 % für Landingpages gegenüber. Das ist eine Herstellerzahl, aber die Richtung kennen viele aus der Praxis: Weniger Reibung bringt mehr Abschlüsse.
Lead-Formular
Plus
wenig Aufwand, vorausgefüllt, kein Laden einer Seite
Minus
weniger Überlegung, Daten liegen erst in der Plattform
Der Haken: Wer mit einem Tipp abschickt, hat sich vorher wenig mit dir beschäftigt. Auf einer Landingpage lesen die Leute dein Angebot, bevor sie Daten eintippen. Mehr Leads heißt deshalb nicht mehr Aufträge. Prüf immer, wie viele Leads zu einem Gespräch oder einem Marketing Qualified Lead werden.
Achtung: Die Leads laufen ab
Lead-Formulare speichern die Kontakte erst einmal bei der Plattform. Und dort bleiben sie nicht für immer:
Google Ads
Leads aus Lead-Formular-Assets
60 Tage
gespeichert
30 Tage
per CSV abrufbar
Regelmäßig abholen oder per Webhook ins CRM
Für den Download brauchst du Standard- oder Administratorzugriff.
LinkedIn · TikTok
Leads aus Lead Gen Forms und Instant Forms
90 Tage
90 Tage
TikTok
Danach sind die Daten gelöscht
LinkedIn löscht alle Lead-Daten nach 90 Tagen, TikTok speichert sie 90 Tage im Ads Manager.
Deshalb gehört zu jedem Lead-Formular eine Anbindung: direkt an HubSpot oder Salesforce, über einen Webhook oder über Automatisierungen mit n8n, Make oder Zapier. Für n8n gibt es sogar einen eigenen Trigger für Facebook Lead Ads.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Leads in der Plattform liegen lassen
Kampagne läuft, Leads kommen, keiner holt sie ab. Nach 60 oder 90 Tagen sind sie weg. Richte die Übergabe ins CRM ein, bevor du die erste Anzeige schaltest.
Fehler 2 · Zu langsam nachfassen
Wer ein Formular in der Mittagspause abschickt, erinnert sich drei Tage später kaum noch daran. Melde dich am selben Tag, am besten innerhalb weniger Stunden. Eine automatische Bestätigungsmail hilft, dass dein Name hängen bleibt.
Fehler 3 · Zu viele Felder
LinkedIn erlaubt bis zu zwölf Felder, empfiehlt aber nur drei oder vier. Jedes Feld mehr kostet Abschlüsse. Frag nur, was du für den ersten Kontakt wirklich brauchst.
Fehler 4 · Nur die Menge messen
Ein Cost per Lead von 8 € sieht super aus — bis du merkst, dass keiner davon ans Telefon geht. Miss bis zum Gespräch oder Auftrag, nicht nur bis zum Formular.
So setzt du ein Lead-Formular richtig auf
- Starkes Angebot: Checkliste, Rückruf, Erstgespräch — ein klarer Grund, die Daten zu geben.
- Drei bis vier Felder: Name, E-Mail, eine Qualifizierungsfrage, etwa zur Firmengröße.
- Datenschutz klären: Link zur Datenschutzerklärung, die Formular-Daten dort erwähnen. Art. 13 DSGVO verlangt Informationen bei der Erhebung, unter anderem zu Verantwortlichem und Zweck.
- Automatisch weiterleiten: ins CRM, mit Benachrichtigung an den, der anruft.
- Qualität prüfen: nach zwei Wochen nachsehen, wie viele Leads erreichbar und passend waren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lead-Formular und Landingpage?
Das Lead-Formular öffnet sich in der Werbeplattform und ist meist vorausgefüllt. Die Landingpage liegt auf deiner Website, du hast mehr Platz für dein Angebot und volles Tracking. Formulare bringen oft mehr, Landingpages oft bessere Leads.
Wie lange kann ich die Leads herunterladen?
Bei Google Ads werden Leads 60 Tage gespeichert, per CSV bekommst du die letzten 30 Tage. LinkedIn und TikTok halten die Daten 90 Tage. Am sichersten ist eine automatische Übergabe ins CRM.
Brauche ich eine Datenschutzerklärung?
Ja. Alle großen Plattformen verlangen einen Link darauf, und nach Art. 13 DSGVO musst du bei der Erhebung über Verantwortlichen, Zweck und Rechtsgrundlage informieren.
Sind Leads aus Lead-Formularen schlechter?
Nicht automatisch, aber oft weniger überlegt. Mit einer Qualifizierungsfrage, einem Prüfschritt oder einer Telefonbestätigung hebst du die Qualität. Vergleich am Ende die Kosten pro Gespräch.
Wie viele Felder sollte ein Lead-Formular haben?
So wenige wie möglich. LinkedIn empfiehlt drei oder vier. Was du später noch wissen musst, fragst du im ersten Gespräch.