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Bleistiftskizze: Brunnen mit Kurbel, orange hervorgehobener voller Eimer, Pfeile zu fünf Blättern an einer Leine, als Bild für monatlich planbaren Umsatz
KPIs & Rechner

Monthly Recurring Revenue

MRR

Die Leitkennzahl für jedes Abo-Geschäft. Der MRR zeigt, mit wie viel Umsatz du im nächsten Monat sicher rechnen kannst — ohne Einmalposten, ohne Steuern, ohne Testphasen.

Auch bekannt alsmonatlich wiederkehrender Umsatzmonatlich wiederkehrende Umsätze

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Monthly Recurring Revenue?

Monthly Recurring Revenue, kurz MRR, beantwortet eine Frage, die jedes Abo-Geschäft nachts wach hält: Wie viel Umsatz kommt nächsten Monat sicher rein, auch wenn ich keinen einzigen neuen Kunden gewinne?

Gemeint ist der wiederkehrende Umsatz aus allen aktiven, bezahlten Abonnements, umgerechnet auf einen Monat. Stripe beschreibt den MRR als das planbare wiederkehrende Einkommen, das Kunden Monat für Monat erzeugen. Deshalb ist er die Leitkennzahl für SaaS-Tools, Mitgliedschaften, Wartungsverträge und Retainer.

Was nicht in den MRR gehört:

  • Einmalzahlungen wie Einrichtungsgebühren, Beratungstage oder Hardware
  • Steuern — die Umsatzsteuer ist nicht dein Umsatz
  • Testphasen und Gratis-Pläne — wer nichts zahlt, bringt keinen MRR
  • Nutzungsabhängige Preise — Stripe nimmt sie aus dem MRR heraus, weil sie schwanken

Wie wird der MRR berechnet?

Im Kern addierst du die Monatsbeträge aller zahlenden Kunden. Der Knackpunkt ist das Normalisieren: Jahresabos teilst du durch zwölf, Quartalsabos durch drei.

Grundformel

MRR = Summe der monatlichen Abo-Beträge aller zahlenden Kunden

Beispiel aus der Stripe-Doku: 100 Kunden zu 100 $ im Monat plus 50 Kunden zu 600 $ im Jahr → (100 × 100) + (50 × 600 ÷ 12) = 12.500 $ MRR

Spannender als die Summe ist, woher die Veränderung kommt. Dafür zerlegst du den MRR in Bewegungen:

Bewegung

Was passiert

New MRR

Neukunden zahlen zum ersten Mal

Expansion

Bestandskunden rüsten auf

Reactivation

Ehemalige Kunden kommen zurück

Contraction

Bestandskunden stufen herunter

Churned MRR

Kunden kündigen ganz

Daraus ergibt sich der Net New MRR: New + Expansion + Reactivation − Contraction − Churned. MRR am Monatsende = MRR am Monatsanfang + Net New MRR.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Rechnungen, an denen du siehst, warum die Bewegungen mehr verraten als die Summe.

Case A · SaaS-Tool

Kleiner Tool-Anbieter im März

8.000 €

MRR am 1. März

+395 €

Net New MRR

588 New + 250 Expansion + 99 Reactivation − 150 Contraction − 392 Churn = +395 € → 8.395 € MRR

Plus 4,9 % zum Vormonat. Aber: Die Kündigungen fressen zwei Drittel des Neugeschäfts auf. Da liegt der Hebel.

Case B · Bestandskunden

Expansion gleicht Churn aus

1.000 $

MRR von 100 Kunden

102,5 %

Umsatz nach einem Monat

10 Kündigungen (−100 $) und 5 Upgrades auf 25 $ (+125 $) = 1.025 $

Rechenbeispiel aus der Stripe-Doku: Weniger Kunden, trotzdem mehr Umsatz. Genau das misst die Net Revenue Retention.

Zur Einordnung: Private B2B-SaaS-Firmen wuchsen 2025 im Median um 22 % im Jahr, gebootstrappte um 20 % (SaaS Capital, über 1.000 Unternehmen). Wer seine Net Revenue Retention von 90–100 % auf 100–110 % hebt, wächst laut derselben Studie im Median rund 5 Prozentpunkte schneller.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Einmalzahlungen mitrechnen

Die Einrichtungspauschale von 2.000 € sieht im Monatsbericht toll aus. Wiederkehrend ist sie nicht. Wer sie in den MRR packt, plant den nächsten Monat mit Geld, das nie kommt.

Fehler 2 · Jahresverträge nicht durch zwölf teilen

Dann springt der MRR im Abschlussmonat nach oben und fällt danach in sich zusammen. Das Diagramm sieht aus wie ein Herzschlag — und sagt nichts über dein Geschäft.

Fehler 3 · Rabatte ignorieren

Ein Kunde auf dem 99-€-Plan mit 50 % Dauerrabatt bringt 49,50 €, nicht 99 €. Stripe zieht dauerhafte Rabatte immer ab und nennt den Abzug den konservativeren Ansatz. Sonst rechnest du dir auch den Customer Lifetime Value schön.

Fehler 4 · MRR mit Umsatz oder Cashflow verwechseln

Der MRR ist eine Planungsgröße. Für die Buchhaltung zählt der Umsatz, für die Liquidität der Cashflow. Alle drei Zahlen dürfen und werden auseinanderliegen.

So nutzt du den MRR richtig

  • Bewegungen statt Summe anschauen — wächst du durch Neukunden oder durch Bestandskunden? Das Zweite ist günstiger.
  • Churned MRR einzeln verfolgen — die Churn Rate nach Köpfen verschleiert, wenn ausgerechnet die großen Kunden gehen.
  • Monat und Jahr nicht mischen — 22 % Wachstum im Jahr sind etwas völlig anderes als 22 % im Monat.
  • Tool nutzen — Stripe Billing, Chargebee, Recurly oder Paddle rechnen den MRR mit. ChartMogul und Baremetrics zerlegen ihn in Bewegungen. Am Anfang reicht auch eine Tabelle.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den MRR bei Jahresabos?

Teil den Jahresbetrag durch zwölf. Ein Jahresabo für 1.188 € bringt 99 € MRR, auch wenn der Kunde alles im Voraus zahlt. Quartalsabos teilst du durch drei.

Gehören Einrichtungsgebühren und Rabatte in den MRR?

Einrichtungsgebühren nicht, sie wiederholen sich nicht. Rabatte ziehst du ab, zumindest dauerhafte. Bei befristeten Rabatten lässt Stripe dich wählen; der Abzug ist die vorsichtigere Variante.

Was ist der Unterschied zwischen MRR und ARR?

ARR (Annual Recurring Revenue) ist der wiederkehrende Umsatz pro Jahr, meist MRR × 12. MRR passt zu Monatsabos und jungen Firmen, ARR eher zu Jahres- und Mehrjahresverträgen im B2B.

Zählen Testphasen und Kunden mit offener Rechnung zum MRR?

Testphasen nicht, da fließt noch kein Geld. Kunden mit überfälliger Rechnung zählt Stripe weiter mit; erst wenn das Abo als unbezahlt gilt, fällt der Betrag aus dem MRR.

Was ist ein gutes MRR-Wachstum?

Das hängt stark von Größe und Alter ab. Private B2B-SaaS-Firmen wuchsen 2025 im Median um 22 % im Jahr (SaaS Capital). Junge Firmen mit kleiner Basis wachsen pro Monat oft zweistellig, das flacht mit der Größe ab.

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