Was ist das Penguin-Update?
Am 24. April 2012 kündigte Matt Cutts, damals Chef des Webspam-Teams bei Google, einen neuen Algorithmus gegen Webspam an. Gemeint waren vor allem zwei Tricks: Keyword-Stuffing, also das Vollstopfen von Texten mit Suchbegriffen, und Linkschemata, also gekaufte oder getauschte Backlinks. Den Namen Penguin bekam das Update erst danach.
Laut Google veränderten sich durch Penguin bei rund 3,1 Prozent der englischen Suchanfragen die Ergebnisse spürbar. Für Deutsch nannte Google rund 3 Prozent. Zum Vergleich: Das Panda-Update, das ein Jahr vorher auf schwache Inhalte zielte, betraf rund 12 Prozent.
Von der Strafe zum Filter
Jahr
Was passierte
2012
Start, rund 3 % der Anfragen
2013
Penguin 2.0, rund 2,3 % (US-Englisch)
2014
Refresh, unter 1 % (US-Englisch)
2016
Teil des Kernalgorithmus, Echtzeit
Bis 2016 lief Penguin in Schüben. Wer einmal erwischt war, musste nach dem Aufräumen oft Monate auf den nächsten Durchlauf warten, um sich zu erholen. Die Versionsnummern sind übrigens meist Zählung der Branche, offiziell genannt hat Google nur einzelne.
Am 23. September 2016 kam die große Änderung: Penguin wurde Teil des Kernalgorithmus. Seitdem arbeitet er in Echtzeit, Verbesserungen greifen also, sobald Google die Seiten neu crawlt. Und er arbeitet granularer. Google schreibt, Penguin entwerte Spam jetzt über Signale, statt das Ranking der ganzen Website zu treffen.
Heute führt Google Penguin in seiner Übersicht der Ranking-Systeme als ausgemustert, aufgegangen in den Kernsystemen. Die Jagd auf Link-Spam übernimmt sichtbar SpamBrain, Googles KI-System gegen Spam. Seit dem Link-Spam-Update vom Dezember 2022 erkennt es Websites, die Links kaufen oder verkaufen, und neutralisiert diese Links.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Von der „Penguin-Strafe“ reden
Seit 2016 straft Penguin nicht mehr ab, er ignoriert schlechte Links einfach. Eine echte Strafe ist nur die manuelle Maßnahme: Dann hat ein Mensch bei Google deine Seite geprüft, und du siehst es in der Google Search Console.
Fehler 2 · Disavow als Routinepflege
Das Tool, mit dem du Links für ungültig erklärst, ist laut Google nur sinnvoll, wenn viele künstliche Links auf dich zeigen und eine manuelle Maßnahme droht oder schon da ist. In den meisten Fällen erkenne Google selbst, welchen Links es trauen kann. John Mueller von Google sagte 2025, Disavow gehöre nicht zur normalen Website-Pflege.
Fehler 3 · Tool-Scores für Google-Urteile halten
„Toxische Links“-Werte in SEO-Tools sind Schätzungen der Anbieter, keine Google-Signale. Wer danach blind Links entwertet, wirft im schlimmsten Fall gute Links weg.
Was das für dich heute heißt
- Keine Links kaufen: Bezahlte Links sind nur erlaubt, wenn sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind. Das gilt auch für Gastbeiträge gegen Geld.
- Manuelle Maßnahmen prüfen: In der Search Console unter Sicherheit und manuelle Maßnahmen. Steht dort nichts, musst du in Sachen Links meist nichts tun.
- Backlinks gelegentlich ansehen: Der Links-Bericht der Search Console reicht für den Überblick. Tiefer gehen Ahrefs, Semrush oder SISTRIX.
- Rankingverluste nicht reflexhaft auf Links schieben: Viel häufiger stecken Core-Updates oder technische Probleme dahinter.
Häufige Fragen
Gibt es das Penguin-Update heute noch?
Penguin ist seit 2016 Teil des Kernalgorithmus und läuft in Echtzeit. Google führt ihn als ausgemustertes Einzelsystem, gegen Link-Spam arbeiten heute Kernsysteme und SpamBrain.
Wie erkenne ich, ob meine Website von Penguin betroffen ist?
Seit 2016 gibt es kein Datum und keine Meldung mehr. Prüf den Bericht zu manuellen Maßnahmen in der Search Console und schau dir dein Backlink-Profil an.
Muss ich schlechte Backlinks per Disavow entwerten?
Meist nein. Google empfiehlt Disavow nur bei vielen künstlichen Links in Verbindung mit einer drohenden oder bestehenden manuellen Maßnahme.
Was ist der Unterschied zwischen Penguin und Panda?
Panda (2011) bewertet die Qualität von Inhalten. Penguin (2012) richtet sich gegen Webspam, vor allem gegen manipulierte Links.
Sind gekaufte Links erlaubt?
Nur wenn sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sind. Dann geben sie keine Ranking-Kraft weiter und verstoßen nicht gegen Googles Richtlinien.
Quellen