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Bleistiftskizze: Person sortiert Briefe in Regalfächer, orange hervorgehoben ein Drahtkorb mit übrigen Umschlägen, als Bild für Channelzuordnung
Tracking & Analytics

Standard-Channelgruppe

Organische Suche, E-Mail, Direkt, Nicht zugewiesen: Google Analytics 4 sortiert jeden Besuch in eine Schublade. Nach welchen Regeln das passiert — und warum dein Newsletter oft in der falschen landet.

Auch bekannt alsDefault Channel GroupStandard-Channel-Gruppierung

5 Min

Lesezeit

28.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die Standard-Channelgruppe?

Woher kommen deine Besucher? Aus Google, aus dem Newsletter, von Instagram? Google Analytics 4 beantwortet das mit Channels — Schubladen, in die jeder Besuch einsortiert wird. Die Regeln dafür heißen Standard-Channelgruppe.

GA4 schaut sich dafür Quelle, Medium, Kampagnenname und die verweisende Seite an. Bei Google Ads kommen eigene Regeln aus dem Auto-Tagging dazu. Zwei Dinge musst du wissen:

  • Die Regeln sind fest. Du kannst die Standard-Channelgruppe nicht bearbeiten.
  • Groß- und Kleinschreibung ist egal. „E-Mail“ und „e-mail“ landen im selben Channel.

Stand Oktober 2026 kennt die Liste 19 Channels, darunter Organische Suche, Bezahlte Suche, E-Mail, Direkt, Verweis, Soziale Netzwerke (organisch und bezahlt), Display und seit Mai 2026 auch KI-Assistent. Dazu kommt „Nicht zugewiesen“ für alles, was nirgends passt.

Nach welchen Regeln sortiert GA4?

Für Links, die du selbst mit UTM-Parametern versiehst, entscheidet vor allem das Medium. Ein Auszug aus Googles Regeln:

utm_medium

Channel

email, e-mail

E-Mail

organic

Organische Suche

social, sm

Soziale Netzwerke

cpc, ppc, paid…

je nach Quelle bezahlt

referral, link

Verweis

display, banner

Display

affiliate

Affiliates

ai-assistant

KI-Assistent

Bei bezahltem Medium entscheidet die Quelle mit: Steht sie auf Googles Liste der Suchmaschinen, wird es Bezahlte Suche; ist es ein soziales Netzwerk, wird es Bezahlte soziale Netzwerke. Steht sie auf keiner Liste, landet der Besuch unter „Sonstiges (bezahlt)“. Die Listen der Such-, Social- und Videoseiten stellt Google zum Download bereit.

Beispiele aus der Praxis

Zwei Fälle, die ständig vorkommen — abgeleitet direkt aus Googles Regeln:

UTM-Werte

Landet in

source=newsletter, medium=email

E-Mail

source=newsletter, medium=newsletter

Nicht zugewiesen

source=instagram, medium=social

Soziale Netzwerke (organisch)

source=flyer, medium=qr

Nicht zugewiesen

source=flyer, medium=cpc

Sonstiges (bezahlt)

Der Newsletter ist der Klassiker: „newsletter“ als Medium klingt logisch, steht aber nicht in Googles Liste. Ergebnis: Deine wichtigste Kampagne taucht im Bericht nicht unter E-Mail auf.

Eigene Channelgruppen anlegen

Reichen dir die Standard-Regeln nicht, legst du eine benutzerdefinierte Channelgruppe an — zum Beispiel mit einem eigenen Channel „Print“ für QR-Codes. Das geht unter Verwaltung → Datenanzeige → Channelgruppen.

  • Anzahl: zwei eigene Gruppen je Property, in Analytics 360 fünf.
  • Größe: bis zu 50 Channels je Gruppe.
  • Reihenfolge: Ein Besuch landet im ersten Channel, dessen Regel passt.
  • Rückwirkend: Eigene Gruppen gelten in Berichten auch für alte Daten — nicht aber für Zielgruppen und nicht, wenn du eine Gruppe zur primären machst.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Kreative Medium-Werte

„newsletter“, „pdf“, „qr“, „print“ — alles verständlich, alles „Nicht zugewiesen“. Halte dich bei utm_medium an Googles Wörter und pack die Details in utm_source oder utm_campaign.

Fehler 2 · Den Channel für kaputt halten

Viel Traffic unter „Nicht zugewiesen“ ist kein GA4-Fehler, sondern ein Zeichen, dass Werte nicht zu den Regeln passen. Schalte im Bericht auf Quelle/Medium um und schau, was sich dahinter versteckt.

Fehler 3 · Drei Dimensionen verwechseln

GA4 hat den Channel dreimal: für die Sitzung, für die erste Nutzerinteraktion und bezogen auf Schlüsselereignisse nach deinem Attributionsmodell. Die Zahlen weichen voneinander ab, weil sie verschiedene Fragen beantworten. Vergleiche immer dieselbe Dimension.

So hältst du deine Channels sauber

  • Namensliste anlegen: Eine Tabelle mit erlaubten utm_medium-Werten — email, social, paid_social, cpc, referral.
  • Kleinschreibung nutzen: Für die Channels egal, für Quelle und Kampagne in den Berichten nicht.
  • Google Ads mit Auto-Tagging: Dann sortiert GA4 die Kampagnen selbst richtig ein.
  • Monatlich prüfen: Was steckt unter „Nicht zugewiesen“?

Häufige Fragen

Kann ich die Standard-Channelgruppe ändern?

Nein, die Regeln sind fest. Du kannst aber bis zu zwei eigene Channelgruppen anlegen, in Analytics 360 bis zu fünf, mit je bis zu 50 Channels.

Warum landet so viel Traffic unter „Nicht zugewiesen“?

Weil keine Regel passt — meist wegen eigener utm_medium-Werte wie „newsletter“ oder „qr“. Mit Googles Standardwörtern wie „email“ oder „social“ verschwindet der Großteil davon.

Wirken eigene Channelgruppen rückwirkend?

In Berichten ja. Für Zielgruppen gelten Änderungen nur ab jetzt, und wenn du eine eigene Gruppe zur primären machst, füllt sie sich ebenfalls erst ab diesem Zeitpunkt.

Wo landet Traffic aus ChatGPT?

Seit Mai 2026 im eigenen Channel „KI-Assistent“. Die KI-Übersichten und der KI-Modus von Google zählen weiter zur Organischen Suche.

Spielt Groß- und Kleinschreibung bei UTM-Werten eine Rolle?

Für die Channel-Zuordnung in GA4 nicht. In Berichten nach Quelle oder Kampagne erscheinen „Newsletter“ und „newsletter“ aber als zwei Zeilen — deshalb lieber durchgehend klein schreiben.

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