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Bleistiftskizze zum Begriff View-Through-Conversion
Tracking & Analytics

View-Through-Conversion

VTC

Jemand sieht deine Anzeige, klickt nicht, kauft aber zwei Tage später. Zählt das? Die View-Through-Conversion sagt ja — und genau darüber streiten sich Marketer seit Jahren.

Auch bekannt alsView-through ConversionPost-View-Conversion

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist eine View-Through-Conversion?

Eine View-Through-Conversion entsteht, wenn jemand deine Anzeige sieht, nicht darauf klickt und später trotzdem kauft, anfragt oder sich anmeldet. Die Plattform schreibt diesen Abschluss der Anzeige gut — weil sie ausgespielt wurde.

Google beschreibt es in seiner Hilfe so: Nutzer haben eine Anzeige gesehen, aber nicht mit ihr interagiert, und später eine Conversion auf deiner Website ausgeführt. Das Gegenstück ist die normale, klickbasierte Conversion.

Entscheidend ist das Zeitfenster: Nur wer innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Sehen konvertiert, zählt. Je länger das Fenster, desto mehr VTCs — und desto fraglicher, ob die Anzeige wirklich etwas damit zu tun hatte.

Wie die Plattformen zählen

Plattform

View-Fenster

Google Display/Video

Standard 1 Tag, bis 30 Tage

LinkedIn

bis 90 Tage

In Google Ads stehen VTCs normalerweise in einer eigenen Spalte „View-through-Conv.“ und nicht unter „Conversions“ — sie dienen nur dem Bericht, nicht der Gebotssteuerung. Ausnahmen gibt es etwa bei App-Kampagnen. Google zählt die letzte Impression vor der Conversion und schließt Nutzer aus, die mit einer anderen Anzeige interagiert haben. Ohne Drittanbieter-Cookies im Browser lassen sich VTCs gar nicht erfassen.

LinkedIn stellt im Campaign Manager als empfohlenen Standard 90 Tage für Klick und View ein, wählbar sind auch 1, 7 oder 30 Tage. Auch Meta rechnet standardmäßig View-Through-Conversions mit ein, mit einem kurzen Fenster. Jede Plattform hat also ihre eigene Uhr.

Abgrenzung: Engaged-View-Conversion

Bei YouTube gibt es eine strengere Variante: die Engaged-View-Conversion. Sie zählt nur, wenn jemand eine überspringbare Anzeige mindestens 10 Sekunden angesehen hat (bei kürzeren Anzeigen ganz) und dann innerhalb von standardmäßig 3 Tagen konvertiert. Bei Shorts reichen 5 Sekunden.

Der Unterschied ist wichtig: Engaged-View-Conversions zählt Google als Interaktion, sie landen in der Spalte „Conversions“. Reine VTCs nicht. Wer nur auf „Conversions“ schaut, sieht also die eine Sorte und die andere nicht.

Warum VTCs mit Vorsicht zu genießen sind

Eine VTC beweist nur, dass zwei Dinge nacheinander passiert sind. Nicht, dass das eine das andere verursacht hat. Viele, die eine Anzeige sehen, hätten ohnehin gekauft — etwa weil sie längst Kunden sind.

Eine Studie von Gordon, Zettelmeyer und Kollegen (Marketing Science, 2019) verglich 15 große Werbeexperimente bei Facebook mit den üblichen Messmethoden. Das Ergebnis, zitiert in der Pressemitteilung: Die gängigen Methoden überschätzen die Werbewirkung in der Regel. In manchen Fällen unterschätzten sie sie auch. Die Lösung sind Tests mit Kontrollgruppe.

Häufige Fehler

Fehler 1 · VTCs wie Klick-Conversions werten

Ein Klick ist ein Signal, ein View nur eine Möglichkeit. Wer beides addiert und daraus den ROAS rechnet, schönt seine Zahlen. Zeige VTCs getrennt.

Fehler 2 · Lange View-Fenster beim Retargeting

Retargeting erreicht Leute, die deine Seite schon kennen. Viele kaufen sowieso. Mit einem langen View-Fenster schreibt sich die Kampagne diese Käufe gut — und sieht besser aus, als sie ist.

Fehler 3 · Die Spalte übersehen

Umgekehrt ignorieren viele die VTC-Spalte in Google Ads komplett und halten eine Video- oder Display-Kampagne für wirkungslos. Ein Blick in die Spalte kostet nichts. Er zeigt, ob überhaupt etwas passiert.

So gehst du mit VTCs um

  • Kurzes Fenster: 1 Tag ist ein guter Standard, länger nur mit gutem Grund.
  • Getrennt berichten: Klick- und View-Conversions nie in einer Zahl.
  • Gegenprüfen: Steigen die echten Verkäufe in GA4 oder im Shop, wenn die Kampagne läuft?
  • Testen: Conversion-Lift-Studien bei Google und Meta oder ein Test mit und ohne Werbung in einzelnen Regionen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen View-Through- und Click-Through-Conversion?

Bei der Click-Through-Conversion hat jemand auf die Anzeige geklickt und dann konvertiert. Bei der View-Through-Conversion hat er sie nur gesehen. Klicks zeigen Interesse, Views nur Kontakt.

Warum stehen VTCs in Google Ads nicht unter Conversions?

Weil Google sie bei den meisten Kampagnen nur als Bericht führt und nicht für Gebote nutzt. Du findest sie in der eigenen Spalte „View-through-Conv.“, die du über die Spaltenauswahl einblendest.

Welches View-Through-Zeitfenster ist sinnvoll?

Für die meisten Fälle ein Tag, das ist auch Googles Standard. Bei langen Kaufentscheidungen im B2B kann mehr sinnvoll sein, dann aber mit Gegenprüfung über echte Verkäufe.

Sind View-Through-Conversions echte Verkäufe?

Der Verkauf ist echt, die Zuordnung zur Anzeige ist eine Annahme. Ob die Anzeige ihn ausgelöst hat, zeigt nur ein Test mit Kontrollgruppe.

Was ist eine Engaged-View-Conversion?

Die strengere YouTube-Variante: Jemand hat die Anzeige mindestens 10 Sekunden gesehen (bei Shorts 5 Sekunden) und danach konvertiert. Google zählt sie als Interaktion und führt sie unter „Conversions“.

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