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Bleistiftskizze: Förderband führt Blätter durch eine Glaskabine, eine Person blickt in die orange hervorgehobene leere Schublade darunter, als Bild für ZDR
KI im Marketing

Zero Data Retention

ZDR

Was passiert mit den Kundendaten, die dein n8n-Workflow an ChatGPT oder Claude schickt? Ohne Sondervereinbarung liegen sie beim Anbieter oft noch bis zu 30 Tage. Zero Data Retention ist die Vereinbarung, die das abstellt.

Auch bekannt alsNull-Datenspeicherung

6 Min

Lesezeit

07.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Zero Data Retention?

Du schickst über eine Schnittstelle eine Kundenmail an ein Sprachmodell, damit es eine Antwort entwirft. Die Antwort kommt nach Sekunden. Aber die Mail selbst liegt danach meist noch eine Weile beim Anbieter. Zero Data Retention, kurz ZDR, heißt: Sie liegt dort nicht.

Anthropic formuliert es so: Unter einer ZDR-Vereinbarung speichert der Anbieter Prompts und Antworten nicht, nachdem die Antwort zurückgegeben wurde. Bei OpenAI fallen deine Inhalte damit aus den Protokollen der Missbrauchskontrolle heraus.

Was ohne ZDR gespeichert wird

Die gute Nachricht vorweg: Über die Schnittstelle trainieren OpenAI und Anthropic ohne deine Zustimmung nicht mit deinen Daten. Gespeichert wird trotzdem, vor allem zur Kontrolle von Missbrauch:

Anbieter

Standard ohne ZDR

Anthropic

bis zu 30 Tage

OpenAI

bis zu 30 Tage

Google Vertex AI

Cache bis 24 Stunden

AWS Bedrock

je nach Modus

Mit ZDR fallen diese Fristen weg. Der Weg dahin ist unterschiedlich. Bei Anthropic und OpenAI schaltet der Vertrieb ZDR auf Antrag frei. Bei Google Vertex AI stellst du es selbst ein, etwa indem du den Cache abschaltest. AWS Bedrock hat dafür den Speichermodus „none“. Bei OpenRouter, über den viele n8n-Workflows laufen, gibt es einen Schalter in den Einstellungen oder einen Parameter je Anfrage.

Wo ZDR nicht greift

„Zero“ klingt absolut. In der Praxis gibt es überall Ausnahmen:

  • Gesetz und Verdacht: Anthropic darf auch mit ZDR speichern, wenn ein Gesetz es verlangt oder die Sicherheitsprüfung einen Chat markiert, dann bis zu 2 Jahre.
  • Speichernde Funktionen: Batch-Aufträge, hochgeladene Dateien oder OpenAIs Assistants fallen nicht unter ZDR. Bei Anthropic liegen Batch-Daten 29 Tage.
  • Abos und Oberflächen: ZDR gilt für die Schnittstelle. Dein Claude-Pro- oder ChatGPT-Abo im Browser ist nicht abgedeckt, die Console von Anthropic auch nicht.
  • Websuche: Nutzt du bei Vertex AI die Verknüpfung mit der Google-Suche, speichert Google die Suchanfragen bis zu drei Tage. Abschalten lässt sich das laut Doku nicht.
  • Kontrolle auf Missbrauchsdarstellungen: OpenRouter prüft seit Ende Oktober 2026 auch ZDR-Anfragen darauf.

ZDR und die DSGVO

Die DSGVO verlangt Speicherbegrenzung: Personenbezogene Daten dürfen nur so lange liegen, wie es für den Zweck nötig ist. ZDR hilft dir, das bei KI-Anbietern einzuhalten.

Die Datenschutzkonferenz empfiehlt in ihrer Orientierungshilfe zu KI, Firmenkonten so voreinzustellen, dass keine Eingabe-Historie über die Sitzung hinaus gespeichert wird. Das Wort ZDR fällt dort nicht, gemeint ist aber genau diese Richtung.

Das Thema bremst viele Firmen. Laut Bitkom nennen 66 % der deutschen Unternehmen, die KI nutzen, die Anforderungen an den Datenschutz als größtes Hemmnis (2026, Unternehmen ab 20 Beschäftigten).

Häufige Fehler

Fehler 1 · ZDR mit Trainingsverzicht verwechseln

Das sind zwei Paar Schuhe. Kein Training heißt: Deine Daten fließen nicht ins Modell. ZDR heißt: Sie werden gar nicht erst aufbewahrt. Viele Anbieter trainieren über die Schnittstelle ohnehin nicht, speichern aber trotzdem.

Fehler 2 · ZDR für DSGVO-Konformität halten

ZDR ist ein Baustein, nicht das ganze Haus. Den Auftragsverarbeitungsvertrag, die Rechtsgrundlage und die Frage, in welchem Land verarbeitet wird, brauchst du weiterhin.

Fehler 3 · Die Lücken übersehen

Du hast ZDR, nutzt aber die Batch-Schnittstelle, um Geld zu sparen? Dann liegen deine Daten doch 29 Tage beim Anbieter. Prüf jede Funktion einzeln gegen die Liste des Anbieters.

So gehst du vor

  • Daten sortieren: Welche Workflows schicken personenbezogene Daten an eine KI?
  • Nur dort ZDR anstreben: Für Blogentwürfe ohne Kundendaten brauchst du es selten.
  • Bei OpenRouter den Schalter setzen: Dann laufen Anfragen nur noch über Anbieter mit ZDR-Regel.
  • Eigene Protokolle kürzen: In n8n die Aufbewahrung der Ausführungen begrenzen.
  • Dokumentieren: Fristen und Ausnahmen gehören ins Verzeichnis deiner Verarbeitungstätigkeiten.

Häufige Fragen

Was bedeutet Zero Data Retention bei ChatGPT oder Claude?

Dass der Anbieter deine Eingaben und die Antworten nach der Verarbeitung nicht speichert. Das gilt für die Schnittstelle von OpenAI und Anthropic und muss dort beim Vertrieb beantragt werden. Ohne ZDR heben beide die Daten bis zu 30 Tage auf.

Gilt ZDR auch für ChatGPT Plus oder Claude Pro?

Nein. ZDR betrifft die Schnittstelle und Unternehmensverträge. Bei Anthropic sind die Abos für Privatkunden ausdrücklich ausgenommen. Dort helfen nur die Datenschutz-Einstellungen des jeweiligen Abos.

Wie bekomme ich Zero Data Retention?

Bei OpenAI und Anthropic über einen Antrag beim Vertrieb. Bei Google Vertex AI, AWS Bedrock und OpenRouter stellst du es selbst ein. Für kleine Firmen ist OpenRouter oft der einfachste Weg.

Ist KI mit ZDR automatisch DSGVO-konform?

Nein. ZDR erfüllt einen Teil der Speicherbegrenzung. Du brauchst trotzdem einen Auftragsverarbeitungsvertrag, eine Rechtsgrundlage und eine Prüfung, wo die Daten verarbeitet werden.

Trainiert die KI ohne ZDR mit meinen Daten?

Über die Schnittstelle bei OpenAI und Anthropic nicht, solange du nicht zustimmst. ZDR regelt etwas anderes, nämlich wie lange die Daten zur Missbrauchskontrolle liegen bleiben.

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