Was ist der Quality Score?
Stell dir den Quality Score wie ein Blutbild beim Hausarzt vor: Er sagt dir, wo es hakt. Er ist aber nicht die Behandlung — und schon gar nicht das, was über dein Leben entscheidet.
In Google Ads heißt er auf Deutsch Qualitätsfaktor. Google bewertet damit jedes Keyword auf einer Skala von 1 bis 10. Ein hoher Wert bedeutet: Anzeige und Landingpage sind für Menschen, die nach diesem Keyword suchen, relevanter als die der Konkurrenz.
Grundlage sind die letzten 90 Tage und nur Suchanfragen, die exakt zum Keyword passen. Steht statt einer Zahl ein Strich „—“ in der Spalte, gibt es dafür schlicht zu wenige Suchen.
Woraus setzt er sich zusammen?
Drei Komponenten, jede mit einem von drei Status: überdurchschnittlich, durchschnittlich oder unterdurchschnittlich. Verglichen wird mit anderen Werbetreibenden, deren Anzeigen für genau dieselbe Suche liefen.
Komponente
Die Frage dahinter
Voraussichtliche CTR
Wird die Anzeige wohl geklickt?
Anzeigenrelevanz
Passt der Text zur Suche?
Landingpage
Findet man dort, was man sucht?
Wie Google die drei gewichtet, ist nicht veröffentlicht. Kursierende Prozentzahlen stammen von Agenturen und sind geschätzt. Die Status sind ohnehin nützlicher als die Gesamtnote — sie zeigen dir, welche der drei Baustellen du angehen musst.
Quality Score und Kosten pro Klick
Hier passiert das häufigste Missverständnis. Ob und wo deine Anzeige erscheint, entscheidet der Ad Rank. Den berechnet Google in jeder Auktion neu aus deinem Gebot, der Qualität von Anzeige und Landingpage im Moment der Suche, Schwellenwerten, Wettbewerb, Suchkontext und Assets.
Der Quality Score ist nur die rückblickende Zusammenfassung dieser Qualität. Google sagt: Anzeigen mit höherer Qualität führen oft zu niedrigeren Cost per Click. Korrekt heißt das: Gute Qualität senkt die Kosten — der Quality Score zeigt dir nur, ob du sie hast.
Bezahlt wird übrigens nie dein volles Gebot, sondern nur so viel, wie nötig ist, um die Schwelle und den Ad Rank direkt unter dir zu schlagen. Bessere Qualität verschiebt genau diese Rechnung zu deinen Gunsten.
Beispiele aus der Praxis
Case A · Jobportal
Großkonto mit 600 Kampagnen
über 9
Quality Score
−18 %
Kosten pro Klick
Rund 36.000 $ Ersparnis im Monat
Fallstudie der Agentur Zeller Media beim Tool-Anbieter Optmyzr, ohne Jahresangabe. Der Score wurde wöchentlich überwacht.
Case B · Rechenbeispiel
Handwerksbetrieb, ein Keyword
4 / 10
Quality Score
unterdurchschnittlich
Landingpage
Baustelle gefunden: die Zielseite
Ausgedachtes Beispiel: Die Anzeige wirbt für „Badsanierung“, der Klick landet auf der Startseite. Eigene Seite zum Thema bauen, dann neu prüfen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Den Score als KPI jagen
Google rät ausdrücklich davon ab, auf den Qualitätsfaktor zu optimieren oder ihn über das Konto zu mitteln. Ein Keyword mit Score 5 kann profitabler sein als eines mit 9. Am Ende zählen Conversions und Kosten.
Fehler 2 · Keyword-Optionen ändern, um ihn zu heben
Der Score beruht auf exakt passenden Suchen. Wer von weitgehend passend auf genau passend umstellt, ändert am Qualitätsfaktor deshalb nichts.
Fehler 3 · Anzeigeneffektivität mit Quality Score verwechseln
Die Ampel „Exzellent“ bei responsiven Suchanzeigen ist etwas anderes. Laut Google fließt sie weder in den Ad Rank noch in den Qualitätsfaktor ein. Sie bewertet nur, wie vollständig und abwechslungsreich deine Anzeigentexte sind.
Fehler 4 · Den Strich als schlechte Note lesen
„—“ heißt nicht null, sondern: zu wenige exakte Suchanfragen. Bei Nischen-Keywords ist das normal.
So nutzt du ihn richtig
- Spalten einblenden — in der Keyword-Ansicht Qualitätsfaktor und alle drei Komponenten.
- Nach Ausgaben sortieren — teure Keywords mit niedrigem Score zuerst ansehen.
- CTR unterdurchschnittlich? Anzeigentext schärfer, Nutzen in die Überschrift.
- Relevanz unterdurchschnittlich? Anzeigengruppen enger fassen, Suchbegriff in den Text.
- Landingpage unterdurchschnittlich? Eigene Seite zum Thema, schnell und mobil gut lesbar.
Häufige Fragen
Bestimmt der Quality Score, was ich pro Klick zahle?
Nicht direkt. Den Preis bestimmt der Ad Rank, den Google bei jeder Suche neu berechnet — unter anderem aus der Qualität im Moment der Auktion. Bessere Qualität führt laut Google oft zu niedrigeren Klickpreisen, der Quality Score zeigt diese Qualität nur rückblickend an.
Welcher Quality Score ist gut?
Google nennt keinen Zielwert. Wichtiger als die Zahl sind die drei Komponenten: Steht eine auf „unterdurchschnittlich“, weißt du, wo du ansetzen musst. Ein Score von 6 bis 7 bei profitablen Keywords ist kein Grund zur Sorge.
Was bedeutet der Strich statt einer Zahl?
Es gab zu wenige Suchanfragen, die exakt zu deinem Keyword passen. Google kann dann keinen Wert berechnen. Das ist kein Fehler und keine schlechte Bewertung.
Ist die Anzeigeneffektivität dasselbe wie der Qualitätsfaktor?
Nein. Die Anzeigeneffektivität bewertet, wie vollständig deine responsiven Suchanzeigen sind. Laut Google wird sie weder für den Ad Rank noch für den Qualitätsfaktor verwendet.
Gibt es den Quality Score auch bei Microsoft Ads?
Ja, ebenfalls auf einer Skala von 1 bis 10 und aus denselben drei Bausteinen. Microsoft rechnet aber über die letzten 30 Tage statt über 90 Tage.