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Bleistiftskizze zum Begriff Distinctive Brand Assets
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Distinctive Brand Assets

Woran Menschen deine Marke erkennen, ohne den Namen zu lesen: eine Farbe, eine Form, eine Figur, ein Klang. Starke Markenmerkmale sind selten — und wer sie hat, sollte sie nicht leichtfertig wegwerfen.

Auch bekannt alsDistinctive AssetsMarkenmerkmaledistinktive Markenelemente

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was sind Distinctive Brand Assets?

Lila Schokolade im Regal, ein Erdmännchen im Werbespot, drei kurze Töne im Radio — und du weißt sofort, wer gemeint ist. Das sind Distinctive Brand Assets: Markenmerkmale, die den Namen ersetzen können.

Der Begriff stammt aus dem Ehrenberg-Bass Institute in Australien, vor allem von der Forscherin Jenni Romaniuk. Ein Merkmal zählt dort nur, wenn es zwei Bedingungen erfüllt:

  • Bekannt (englisch „fame“): Die meisten Käufer deiner Kategorie denken beim Anblick an deine Marke.
  • Einzigartig („uniqueness“): Es ruft nur deine Marke ins Gedächtnis, keine Konkurrenz.

Romaniuk betont: Einzigartigkeit ist wichtiger. Grün für Bio oder Blau für Banken sind zwar bekannt, gehören aber allen. Typische Asset-Arten sind Farben, Formen und Verpackungen, Logos, Figuren, Slogans und Klänge.

Das Asset-Raster: Was tun mit welchem Merkmal?

Ehrenberg-Bass ordnet jedes Merkmal in ein Raster mit vier Feldern ein:

Merkmal ist …

Empfehlung

bekannt und einzigartig

Use or Lose — konsequent einsetzen

einzigartig, wenig bekannt

Invest — in Bekanntheit investieren

bekannt, nicht einzigartig

Avoid — teilt man mit anderen

beides schwach

Test or Ignore — testen oder ersetzen

Gemessen wird so: Du zeigst Käufern deiner Kategorie das Merkmal ohne Markennamen und fragst, an welche Marke sie denken. Bekanntheit ist der Anteil, der deine Marke nennt. Einzigartigkeit ist dein Anteil an allen genannten Marken. Soll ein Merkmal den Namen wirklich ersetzen, muss die Bekanntheit laut Romaniuk so nah wie möglich an 100 % liegen.

Beispiele aus der Praxis

Studie · Ipsos und JKR (2023)

Wie selten starke Assets sind

15 %

aller getesteten Assets wirklich distinktiv

4 %

bei Farben

Bester Typ: Produkt und Form mit 31 %, Logos 19 %

Über 26.000 Befragte weltweit, fünf Asset-Arten. Farbe allein trägt selten — erst in Kombination.

Fall · Tropicana

Neue Verpackung ohne Orange mit Strohhalm

< 1 Monat

bis zur Rücknahme

26,3 Mio. $

geschätzter Umsatzverlust

Ein starkes Asset aufgegeben — Kunden fanden die Marke nicht mehr

Von Romaniuk als Lehrbeispiel beschrieben. Die Umsatzzahl ist eine Schätzung.

Laut einer Ipsos-Auswertung von 2026 hat nur etwa jede fünfte Marke ein ausreichend starkes Asset-Portfolio. Marken mit vielen starken Assets werden 31 % häufiger in Betracht gezogen als Marken mit den wenigsten.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Die eigenen Assets überschätzen

Du siehst dein Logo jeden Tag, deine Kunden nicht. Eine Studie von Ehrenberg-Bass (2025, über 400 Markenelemente) zeigt: Marketer überschätzen die Bekanntheit ihrer Assets und unterschätzen ihre Einzigartigkeit. Frag Käufer, nicht dein Team.

Fehler 2 · Gestützt abfragen

„Gehört diese Farbe zu Marke A, B oder C?“ hilft den Befragten auf die Sprünge. Laut Romaniuk bläht das die Bekanntheit um bis zu rund 20 Prozentpunkte auf. Frag offen.

Fehler 3 · Ständig modernisieren

Neue Agentur, neues Logo, neue Farbe — und das Gedächtnis deiner Kunden fängt bei null an. Tropicana ist das bekannteste Beispiel. Modernisieren geht, aber behutsam und so, dass das Asset erkennbar bleibt.

Fehler 4 · Asset zeigen, Marke verstecken

Romaniuk warnt auch vor dem Gegenteil: Wer nur noch das Asset zeigt und den Namen weglässt, brandet schlecht. Solange das Asset nicht fast jeder kennt, gehören Name und Merkmal zusammen.

Was du als kleine Marke tun kannst

  • Bestand aufnehmen: Welche Farbe, Form, Figur oder welcher Satz taucht bei dir überall auf?
  • Selbst testen: Zeig zehn bis zwanzig Leuten aus deiner Zielgruppe das Merkmal ohne Namen und frag offen nach der Marke.
  • Ein bis zwei Assets wählen, die einzigartig sind, und konsequent überall einsetzen.
  • Im Styleguide festhalten, damit Agenturen und Freelancer sie nicht „mal frisch“ interpretieren.
  • Geduld haben: Bekanntheit entsteht über Wiederholung, nicht über Kampagnen.

Rechtlich lassen sich manche Assets schützen. Das Deutsche Patent- und Markenamt kennt neben Wort- und Bildmarken auch Farbmarken, Klangmarken und dreidimensionale Marken. Für eine Farbmarke brauchst du ein Farbmuster und eine Nummer aus einem Farbsystem wie RAL oder Pantone.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Distinctive Brand Assets und Corporate Design?

Das Corporate Design regelt dein gesamtes Erscheinungsbild. Distinctive Brand Assets sind die wenigen Elemente, an denen Kunden deine Marke messbar und eindeutig erkennen — auch ohne Namen.

Wie messe ich, ob ein Merkmal distinktiv ist?

Zeig Käufern deiner Kategorie das Merkmal ohne Markennamen und frag offen, an welche Marke sie denken. Bekanntheit ist der Anteil, der deine Marke nennt, Einzigartigkeit dein Anteil an allen Nennungen.

Welche Arten von Distinctive Assets gibt es?

Farben, Formen und Verpackungen, Logos, Figuren und Maskottchen, Slogans und Klänge wie Sound-Logos. Laut Ipsos sind Produktformen am häufigsten wirklich distinktiv, Farben am seltensten.

Lohnt sich das auch für kleine Unternehmen?

Ja. Gerade mit kleinem Budget zahlt sich jedes Merkmal aus, das Kunden ohne Erklärung wiedererkennen. Wichtig ist Beständigkeit: ein, zwei Assets konsequent über Jahre nutzen.

Kann ich eine Farbe oder einen Klang als Marke schützen?

Grundsätzlich ja. Das Deutsche Patent- und Markenamt kennt Farbmarken, Klangmarken und weitere Markenformen. Ob eine Eintragung klappt, hängt unter anderem von der Unterscheidungskraft ab — dafür lohnt sich fachlicher Rat.

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