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Bleistiftskizze: Person blickt über einen Gartenzaun mit orange hervorgehobenem Fernglas auf drei Plakatwände mit Wellenlinien, als Bild für Ad Intelligence
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Ad Intelligence

Welche Anzeigen schaltet deine Konkurrenz, wo und seit wann? Früher war das Rätselraten. Heute zeigen die großen Plattformen einen Teil davon kostenlos — den Rest schätzen Tools, mal besser, mal schlechter.

Auch bekannt alsAdvertising IntelligenceCompetitive Ad Intelligence

5 Min

Lesezeit

08.11.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist Ad Intelligence?

Dein Wettbewerber hat plötzlich mehr Anfragen. Schaltet er neue Anzeigen? Mit welchem Angebot? Auf Instagram oder bei Google? Genau diese Fragen beantwortet Ad Intelligence.

Gemeint ist das systematische Beobachten fremder Werbung: Motive und Texte, Kanäle und Platzierungen, Laufzeit, Zielgruppen und geschätzte Budgets. Eine offizielle Definition gibt es nicht. Anbieter wie Similarweb und Sensor Tower nutzen den Begriff als Produktnamen. Umgangssprachlich heißen solche Werkzeuge auch Spy-Tools.

Ad Intelligence ist ein Teil der Wettbewerbsanalyse. Preise, Produkte und SEO gehören auch dazu, hier geht es nur um Anzeigen.

Die kostenlosen Quellen

Seit dem Digital Services Act müssen sehr große Plattformen in der EU ein öffentliches Werbearchiv führen. Art. 39 schreibt vor: Jede Anzeige bleibt bis ein Jahr nach der letzten Einblendung sichtbar, mit Inhalt, Auftraggeber, Zahler, Zeitraum, Targeting-Merkmalen und Reichweite.

Archiv

Was du siehst

Meta Werbebibliothek

Anzeigen auf Facebook und Instagram

Google Ads-Transparenzcenter

Suche, Display, YouTube, Gmail

LinkedIn Ad Library

Anzeigen auf LinkedIn

TikTok Commercial Content Library

Anzeigen mit Reichweite und Targeting

Das Google Ads-Transparenzcenter zeigt laut Google-Hilfe Werbetreibende und ihre Anzeigen, filterbar nach Datum und Region. Bei TikTok enthält die Bibliothek laut Entwickler-Doku Anzeigen aus der EU mit Startdatum, letzter Auslieferung, Targeting und Reichweite.

Was kostenpflichtige Tools leisten

Tools gehen weiter und schätzen, wie viel jemand ausgibt. Wie sie das machen, unterscheidet sich:

  • SpyFu und Ahrefs: Sie fragen regelmäßig Suchergebnisse ab und notieren die Anzeigen. Kosten und Klicks sind laut SpyFu Schätzungen aus anderen Quellen. Ahrefs schreibt offen: Enthält ein abgefragtes Ergebnis keine Anzeigen, kann es sie nicht erfassen.
  • Semrush AdClarity: erfasst Display-, Video- und Social-Werbung laut Semrush über 650.000 Websites in 51 Märkten und weist geschätzte Ausgaben und Share of Voice aus.
  • Sensor Tower Pathmatics: kombiniert laut Anbieter ein Panel aus Nutzern, die zugestimmt haben, mit Crawlern und Modellen aus maschinellem Lernen.
  • Adbeat und BigSpy: sammeln Display-, Native- und Social-Anzeigen zur Inspiration.

Allen gemeinsam: Kein Tool sieht die Rechnungen deines Wettbewerbers. Jede Budget-Zahl ist ein Modell. SpyFu empfiehlt selbst, die Werte an der eigenen Domain zu prüfen — also nachzusehen, wie gut die Schätzung für dein eigenes Konto passt.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Schätzungen für echte Zahlen halten

„Der gibt 8.000 Euro im Monat aus“ ist eine Hochrechnung. Nimm Budget-Werte als grobe Größenordnung und zum Vergleich über die Zeit, nicht als Fakt.

Fehler 2 · Lange Laufzeit mit Erfolg verwechseln

Eine Anzeige, die seit Monaten läuft, kann ein Gewinner sein. Sie kann aber auch einfach vergessen worden sein. Belegt ist die beliebte Faustregel nicht.

Fehler 3 · Kopieren statt verstehen

Wer die Anzeige der Konkurrenz nachbaut, steht am Ende neben ihr statt vor ihr. Die Frage ist nicht „Was machen die?“, sondern „Welche Lücke lassen sie?“.

Fehler 4 · Nur einmal reinschauen

Anzeigen wechseln. Ein einzelner Blick ist eine Momentaufnahme. Erst über Wochen siehst du, welche Motive bleiben und welche verschwinden.

So startest du als KMU

  • Drei Wettbewerber wählen: die, gegen die du wirklich Aufträge verlierst.
  • Einmal im Monat schauen: Meta Werbebibliothek und Google Ads-Transparenzcenter, je zehn Minuten.
  • Notieren: Angebot, Aufhänger, Format, Zielseite. Eine Tabelle reicht.
  • Muster suchen: Welches Versprechen taucht bei allen auf? Was sagt keiner?
  • Erst dann Tools kaufen: wenn du Suchanzeigen-Daten oder Display-Budgets wirklich brauchst.

Häufige Fragen

Wie sehe ich, welche Werbung meine Konkurrenz schaltet?

Kostenlos in der Meta Werbebibliothek, im Google Ads-Transparenzcenter, in der LinkedIn Ad Library und in der TikTok Commercial Content Library. Dort suchst du nach dem Namen des Werbetreibenden.

Kann ich herausfinden, wie viel ein Wettbewerber ausgibt?

Nur ungefähr. Die Werbearchive zeigen für normale Anzeigen keine Ausgaben. Tools wie SpyFu, Semrush oder Similarweb schätzen Budgets, das sind aber Modelle, keine echten Zahlen.

Ist Ad Intelligence legal?

Ja. Die Werbearchive sind gesetzlich vorgeschrieben und öffentlich, sie enthalten keine Daten über einzelne Nutzer. Die Anzeigen selbst sind ohnehin für jeden sichtbar.

Warum finde ich eine alte Anzeige nicht mehr?

Nach dem Digital Services Act müssen sehr große Plattformen Anzeigen bis ein Jahr nach der letzten Einblendung zeigen. Danach dürfen sie verschwinden. Für Anzeigen außerhalb der EU gelten die Regeln des DSA nicht.

Lohnen sich kostenpflichtige Tools für KMU?

Erst, wenn die kostenlosen Archive nicht reichen. Für die meisten KMU ist ein fester Blick pro Monat in Meta und Google der bessere Start als ein Abo.

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