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Bleistiftskizze zur Anzeigeneffektivität
Paid Ads (SEA & Social Ads)

Anzeigeneffektivität

„Sehr gut“ in Grün sieht toll aus. Aber die Anzeigeneffektivität bewertet nur, wie gut du Google Material lieferst — nicht, wie gut deine Anzeige verkauft.

Auch bekannt alsAd StrengthAnzeigenstärke

5 Min

Lesezeit

27.10.2026

Letzte Aktualisierung

Was ist die Anzeigeneffektivität?

Du baust in Google Ads eine responsive Suchanzeige, und rechts erscheint eine Ampel: „Schlecht“, dann „Durchschnittlich“, mit jedem weiteren Anzeigentitel „Gut“. Das ist die Anzeigeneffektivität, auf Englisch Ad Strength.

Laut Google zeigt sie, ob eine Anzeige oder Asset-Gruppe genug relevante und vielfältige Assets hat. Assets sind die Bausteine, aus denen Google die Anzeige zusammensetzt: Anzeigentitel, Textzeilen, Bilder, Videos, Sitelinks. Zur Bewertung gehören konkrete Vorschläge, was du verbessern kannst.

Die Stufen heißen in der deutschen Hilfe Unvollständig, Schlecht, Durchschnittlich, Gut und Sehr gut. Es gibt sie für responsive Suchanzeigen, responsive Displayanzeigen, App-Kampagnen, Demand Gen und Performance Max.

Was Google bewertet

Bei responsiven Suchanzeigen schaut Google vor allem auf drei Dinge:

  • Anzahl: bis zu 15 Anzeigentitel mit je 30 Zeichen und 4 Textzeilen mit je 90 Zeichen.
  • Vielfalt: Titel, die sich inhaltlich unterscheiden, nicht fünfmal dasselbe in anderer Reihenfolge.
  • Keywords: deine Keywords in Titeln und Textzeilen, mindestens ein Keyword vollständig in einem Titel.

Dazu zählen mindestens sechs Sitelinks. Die Landingpage und die Qualität deines Angebots bewertet die Ampel laut Google nicht. Die Bewertung wird neu berechnet, sobald sich Keywords, Assets oder die Kontostruktur ändern.

Ein Sonderfall ist das Anpinnen: Du legst einen Titel fest auf Position 1, 2 oder 3. Das verringert die möglichen Kombinationen und senkt die Bewertung. Google empfiehlt, nur ein, zwei wichtige Titel anzupinnen oder zwei, drei Varianten auf dieselbe Position zu legen.

Bringt „Sehr gut“ mehr?

Google sagt ja und nennt eigene Zahlen. Beide beruhen auf internen Google-Daten, Stichproben nennt Google nicht:

Google-Angabe

Mehr Conversions

Suchanzeige: Schlecht → Sehr gut

rund 15 %

Zweite Suchanzeige je Gruppe

6,6 %

Performance Max auf Sehr gut

6 %

Die Werte für Suchanzeigen stammen aus dem August 2025, der für Performance Max aus dem Februar 2024. Bei Performance Max spricht Google selbst nur von einem Zusammenhang.

Eine Gegenstimme kommt vom Tool-Anbieter Optmyzr. Er hat 2024 über eine Million Anzeigen aus mehr als 22.000 Konten ausgewertet. Ergebnis: Anzeigen mit „Durchschnittlich“ hatten die besten Kosten pro Conversion und den besten ROAS, besser als „Sehr gut“. Optmyzr räumt selbst ein, dass die Konten eher von erfahrenen Werbetreibenden stammen. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen: Genug gutes Material hilft, die grüne Ampel allein nicht.

Häufige Fehler

Fehler 1 · Auf bessere Positionen hoffen

„Sehr gut“ macht deine Klicks nicht billiger und hebt dich nicht nach oben. Für die Auktion zählen Gebot, Anzeigenqualität, Landingpage und Kontext der Suche — also der Anzeigenrang, nicht die Ampel.

Fehler 2 · Titel für die Ampel schreiben

15 Varianten von „Steuerberater Hamburg“ bringen Punkte, aber keine Kunden. Schreib Titel, die verschiedene Gründe liefern: Preis, Erfahrung, Schnelligkeit, Standort. So wird die Anzeige vielfältig, weil sie etwas zu sagen hat.

Fehler 3 · Alles festpinnen

Aus Angst vor seltsamen Kombinationen wird jeder Titel angepinnt. Dann kann Google nicht mehr testen, und die Bewertung fällt. Pinne nur, was wirklich vorne stehen muss, etwa einen Pflichthinweis.

Fehler 4 · Zu früh tauschen

Bei Performance Max empfiehlt Google, nach Änderungen zwei bis drei Wochen zu warten, bevor du schwache Assets austauschst. Die Bewertung kann zwischendurch sinken, weil Google den Mix selbst optimiert.

So gehst du vor

  • Ziel „Gut“: Google empfiehlt mindestens zwei responsive Suchanzeigen je Anzeigengruppe mit „Gut“ oder „Sehr gut“.
  • Keywords einbauen: das Haupt-Keyword in mindestens zwei, drei Titel.
  • Unterschiedliche Botschaften: Nutzen, Beweis, Angebot, Handlungsaufforderung.
  • Sitelinks ergänzen: mindestens sechs, auf Konto- oder Kampagnenebene.
  • Ergebnisse prüfen: Am Ende zählen Conversions und Kosten pro Conversion.

Häufige Fragen

Beeinflusst die Anzeigeneffektivität den Anzeigenrang?

Nein. Laut Google entscheidet sie weder über die Auslieferung noch über den Zuschlag in der Auktion. Anzeigenrang und Klickpreise hängen von Gebot, Anzeigenqualität, Landingpage und Kontext der Suche ab.

Wie komme ich auf „Sehr gut“?

Mit vielen unterschiedlichen Anzeigentiteln und Textzeilen, deinen Keywords in den Titeln, wenig Anpinnen und mindestens sechs Sitelinks. Bei responsiven Suchanzeigen sind bis zu 15 Titel und 4 Textzeilen möglich.

Muss ich „Sehr gut“ erreichen?

Nein. Google empfiehlt mindestens „Gut“. Eine Auswertung von Optmyzr fand sogar bessere Kosten pro Conversion bei „Durchschnittlich“. Entscheidend sind deine Ergebnisse, nicht die Ampel.

Was ist der Unterschied zum Qualitätsfaktor?

Der Qualitätsfaktor ist eine Diagnose je Keyword auf einer Skala von 1 bis 10, mit Klickrate, Anzeigenrelevanz und Landingpage. Die Anzeigeneffektivität bewertet die Assets einer Anzeige, schon bevor sie läuft.

Was bedeutet „Unvollständig“?

Der Anzeige oder Asset-Gruppe fehlen Pflicht-Assets. Bei Performance Max heißt das laut Google, dass die Asset-Gruppe keine Anzeigen ausliefern kann, bis du die fehlenden Bausteine ergänzt.

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