Was ist der ARPPU?
Deine App hat 10.000 Nutzer, aber nur 400 zahlen. Was sagt dir der Schnitt über alle 10.000? Wenig. Der Average Revenue per Paying User schaut deshalb nur auf die Leute, die wirklich Geld ausgeben.
Als zahlender Nutzer gilt, wer im Zeitraum mindestens einmal bezahlt hat. Google definiert den Wert in GA4 als gesamten Kaufumsatz je aktivem Nutzer mit Kauf. In der Play Console heißt er „Average revenue per monthly buyer“ und läuft über ein 28-Tage-Fenster.
Die Kennzahl lohnt sich überall dort, wo viele Nutzer gratis dabei sind: bei Apps, Spielen, Freemium-Software und Abos mit kostenloser Stufe. Hast du nur Bezahlkunden, sind ARPPU und ARPU praktisch dieselbe Zahl.
So berechnest du den ARPPU
Die Rechnung selbst ist kurz. Schwierig wird nur die Frage, was du genau zählst.
Standard-Formel
ARPPU = Umsatz im Zeitraum ÷ zahlende Nutzer im selben Zeitraum
Beispiel: 12.000 € Umsatz im Monat bei 400 Zahlern → ARPPU = 30 €
Deine Zahlen findest du hier:
- GA4: ARPPU als fertiger Messwert. Der Kaufumsatz enthält keinen Werbeumsatz.
- Play Console: Messwerte zu Käufern und monatlicher Umsatz je Käufer.
- App Store Connect: Apple liefert Proceeds und Paying Users. Den Quotienten bildest du selbst.
- RevenueCat oder Apphud: Auswertungen für Abo-Apps.
- Ohne App: Export aus Stripe oder dem Shop, Umsatz geteilt durch einzelne zahlende Kunden.
Ein nützlicher Zusammenhang: ARPU = ARPPU × Zahlerquote. Zahlen 4 % deiner Nutzer und liegt der ARPPU bei 30 €, ergibt das einen ARPU von 1,20 €. Das stimmt aber nur bei gleichem Zähler und Zeitraum. In GA4 enthält der ARPU Werbeumsatz, der ARPPU nicht.
ARPPU, ARPU, ARPA: der Unterschied
Kennzahl
Wer steht im Nenner?
ARPPU
Nur zahlende Nutzer
ARPU
Alle aktiven Nutzer
ARPA
Zahlende Konten
AOV
Bestellungen, keine Personen
Wie groß der Abstand werden kann, zeigt der AppsFlyer-Bericht 2026 für die ersten 90 Tage: Bei Casual Games lag der Umsatz je Zahler bei 7,26 $, der Umsatz aus In-App-Käufen je Nutzer bei nur 1,34 $. Das sind globale Werte für 2025 bis März 2026 und keine Monatszahlen.
Zwei Beispiele aus Quartalsberichten
Hier siehst du, warum ein steigender ARPPU nicht automatisch gute Nachricht ist.
Fall A · Dating-App
Bumble, 2. Quartal 2026
21,96 $
ARPPU, +1,2 %
3,16 Mio.
Zahler, −16,4 %
Umsatz: 210,5 Mio. $, −15,2 %
Der Schnitt steigt leicht, das Geschäft schrumpft deutlich.
Fall B · Dating-Konzern
Match Group, 3. Quartal 2025
20,58 $
Revenue Per Payer, +7 %
14,5 Mio.
Zahler, −5 %
Mehr je Zahler, weniger Zahler
Höhere Preise oder bessere Ausschöpfung können das erklären. Der Bericht allein zeigt nur das Muster.
Auch der Mix verschiebt den Schnitt. Bei Bumble lag die Hauptmarke im selben Quartal bei 27,55 $, Badoo und die übrigen Apps bei 11,21 $. Verliert ein Unternehmen die günstigeren Zahler, steigt der Gesamtwert, ohne dass irgendwer mehr ausgibt.
Was ist ein guter ARPPU?
Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht. Spotify kam 2025 auf 4,63 € im Monat, Bumble auf über 20 $. Beides kann gesund sein, weil Preis und Zahl der Zahler zusammengehören. Vergleiche dich mit deinen eigenen Vormonaten und nur mit Anbietern, die gleich zählen.
Häufige Fehler
Fehler 1 · Steigenden ARPPU blind feiern
Springen kleine Zahler ab, steigt der Durchschnitt von selbst. Schau deshalb immer auf ARPPU und Zahl der Zahler zusammen.
Fehler 2 · Brutto und netto mischen
Apple trennt Sales, also den Kundenpreis, von Proceeds nach Steuern und Provision. Apphud rechnet standardmäßig mit Proceeds, die Preis-Experimente bei Google Play mit Brutto. Leg dich fest und schreib es dazu.
Fehler 3 · Monatswert mal zwölf rechnen
Ein Monats-ARPPU ist kein Zwölftel des Jahres-ARPPU. Wer nur einmal im Jahr zahlt, steht im Jahresnenner, aber nur in einem Monatsnenner. Vergleiche deshalb nur gleich lange Zeiträume.
Fehler 4 · Testnutzer mitzählen
Wer im Gratis-Test steckt, zahlt nicht und gehört nicht in den Nenner. RevenueCat zählt solche Nutzer ebenfalls nicht als Zahler. Rutschen sie doch hinein, drückt das den Wert künstlich.
Wie steigerst du den ARPPU?
Drei Hebel wirken direkt, keiner davon ohne Nebenwirkung:
- Preisstufen: Ein höherer Plan gibt zahlungsbereiten Nutzern etwas zum Aufsteigen.
- Upselling: Zusatzpakete für alle, die schon zahlen, statt neuer Rabatte.
- Preis erhöhen: Test das erst an einem Teil der Nutzer und beobachte die Kündigungen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ARPU und ARPPU?
Der ARPU teilt den Umsatz durch alle aktiven Nutzer, der ARPPU nur durch die zahlenden. Der ARPPU liegt deshalb bei Gratis-Angeboten deutlich höher. Hast du nur Bezahlkunden, sind beide nahezu gleich.
Rechnet man den ARPPU mit oder ohne Store-Provision?
Beides ist möglich, nur nicht gemischt. Für den Vergleich mit Marktzahlen nimmst du meist den Bruttoumsatz. Für deine eigene Wirtschaftlichkeit taugt der Wert nach Provision besser.
Warum kann der ARPPU steigen, obwohl der Umsatz sinkt?
Weil weniger Menschen zahlen. Bumble meldete im zweiten Quartal 2026 ein ARPPU-Plus von 1,2 % bei 16,4 % weniger Zahlern und 15,2 % weniger Umsatz.
Zählen Werbeeinnahmen zum ARPPU?
In GA4 nicht, dort zählt nur der Kaufumsatz aus Käufen, In-App-Käufen und Abos abzüglich Erstattungen. Werbeumsatz steckt dort im ARPU. Rechnest du selbst, lass ihn weg, denn Werbung bezahlen die Nutzer nicht.
Ist der ARPPU auch für einen Onlineshop sinnvoll?
Ja, als Umsatz je Käufer im Zeitraum. Im Shop zählt jeder mit Bestellung als Zahler. Die Zahl ergänzt den AOV: Der misst je Bestellung, der ARPPU je Person.
Quellen
- Google Analytics-Hilfe: Monetarisierungs-Messwerte
- Google Analytics-Hilfe: Dimensionen und Messwerte
- Play Console-Hilfe: Strategic Guidance
- App Store Connect-Hilfe: Performance-Metriken
- Bumble Inc.: Ergebnisse 2. Quartal 2026
- Match Group: Ergebnisse 3. Quartal 2025
- Spotify: Jahresbericht 2025
- AppsFlyer: State of App Monetization 2026